Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mikrowellen verhindern Bioinvasionen im Ballastwasser

13.05.2008
Zebramuscheln verursachen in den Großen Seen Milliardenschäden

Mit Hilfe von Mikrowellen wollen Wissenschaftler der Louisiana State University in Zukunft das Ballastwasser von Schiffen bestrahlen. Damit soll die Ausbreitung von Bioinvasoren verhindert werden, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Online-Ausgabe.

In der Vergangenheit hat die Ausbreitung solcher Invasoren wie etwa der Zebramuschel von Osteuropa in die Großen Seen in Nordamerika gewaltige Schäden verursacht. Die Beseitigung der Zebramuscheln aus Abflüssen und Wasserrohren kostet jährlich etwa 9,7 Mrd. Dollar, berichtet die US-Coast Guard.

Einige Staaten, darunter auch die USA, arbeiten gemeinsam mit der International Maritime Organization IMO an einem Gesetzeswerk, das das Ballastwasser in Schiffen sicher machen soll. Allerdings gehen die Bestrebungen nur schleppend voran. Eine Variante davon wäre etwa Meerwasser anstelle von Süßwasser zu tanken. Das dauere allerdings zu lange und sei darüber hinaus nicht unbedingt dazu geeignet auch alle Organismen zu beseitigen. Die Verwendung von Chemikalien sei auch bereits angedacht worden. Das könnte aber die Umwelt unnötig gefährden. Gemeinsam mit dem LSU Agricultural Center in Baton Rouge haben die Wissenschaftler nun die Idee das Ballastwasser mit Mikrowellen zu bestrahlen. Mit einem 5-Kilowatt-Industrie-Mikrowellen-Gerät wurde das Ballastwasser mit einer Durchflussrate von einem, dann mit einer Durchflussrate von zwei Litern pro Minute erhitzt. Die Forscher haben danach untersucht, welche Wirkung die Bestrahlung auf Lebewesen im Wasser wie etwa Algen, Zooplankton und Larven von Weichtieren hatte.

... mehr zu:
»Ballastwasser »Organismus

Wenn das Wasser eine halbe Minute lang auf 55 Grad erhitzt wird und dazwischen 200 Sekunden Pausen eingelegt wurden, waren sämtliche Organismen abgetötet. Dazu müssten allerdings 100 Kilowatt-Mikrowellen zum Einsatz kommen.

In einer solchen Variante komme die Reinigung des Ballastwassers auf rund einen Dollar pro Tonne. Schon zuvor hatten australische Forscher um Gustaaf Hallegraeff von der University of Tasmania die Idee gehabt, Ballastwasser mit Hilfe der Abwärme der Schiffsmotoren zu erhitzen. Bei langen Schiffsreisen würde das funktionieren, bei kurzen Fahrten und bei Routen durch polare Gewässer hingegen nicht.

Hallegraeff ist sich nicht sicher, ob das Mikrowellensystem tatsächlich bei großen Schiffen funktioniert. Große Schiffe haben bis zu 70.000 Tonnen Ballastwasser - ein Dollar pro Tonne Wasser machen hochgerechnet einen nicht unwesentlichen Betrag aus.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.lsu.edu
http://www.imo.org
http://www.utas.edu.au

Weitere Berichte zu: Ballastwasser Organismus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop
16.01.2017 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Nervenkrankheit ALS: Mehr als nur ein Motor-Problem im Gehirn?
16.01.2017 | Leibniz-Institut für Neurobiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Wie das Wissen in der Technik entsteht

17.01.2017 | Förderungen Preise

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik