Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vogelfossil aus der Kreidezeit entdeckt

08.05.2008
Neuer Fund hilft Wissenslücke über frühe Evolution der Vögel zu schließen

Ein chinesisch-britisches Forscherteam hat in der chinesischen Provinz Hebei die fossilen Überreste einer bisher unbekannten Vogelart entdeckt. Die Wissenschaftler benannten den Vogel, den sie der Gattung der Confuciusornis zurechnen, Eoconfuciusornis zhengi.

Der Fund wurde auf rund 131 Millionen Jahre vor Christus datiert, damit handele es sich um eine der ältesten Vogelarten überhaupt. Nur der Archaeopteryx habe noch früher, vor etwa 150 Millionen Jahren, existiert. Die Paläontologen hatten das gut erhaltene Fossil an einem bewaldeten Seeufer in der nordostchinesischen Provinz gefunden.

"Der Eoconfuciusornis ist ein neues Teil im Puzzle um die Entwicklung vom Archaeopterys zu moderneren Vögeln", sagte Zhou Zhonghe, Mitautor der Studie und Direktor des Instituts für Wirbeltierpaläontologie und Paläoanthropologie (IVPP) in Peking. Die Forscher vermuten, dass der Vogel in einen See gestürzt war, auf den Grund sank und dort schnell von Sedimenten bedeckt wurde. Die Art sei vollständig entwickelt gewesen, sagen die Forscher.

... mehr zu:
»Archaeopteryx

In den Steinen habe man modern erscheinende Flügel und systematisch angeordnete Schwanzfedern erkennen können. Die Farbe der Abdrücke, braun und schwarz, könnten möglicherweise auch die Originalfarben des Gefieders darstellen, meint Mike Benton, Paläontologe der University of Bristol www.bristol.ac.uk . Es sei aber auch vorstellbar, dass der Vogel die kräftige Rot,- Blau- oder Gelbfärbung moderner Vögel getragen hätte. Auch Studienleiter Zhang Fucheng zeigte sich erstaunt ob der guten Konservierung und des Detailreichtums des Fossils.

Während der Archaeopteryx mit seinem langen knochigen Schwanz, den Zähnen und anderen Eigenschaften eines Dinosauriers noch ein eher ungelenker Flieger war, haben der Eoconfuciusornis und seine Artgenossen Skelett- und Muskelstrukturen entwickelt, die ans Fliegen angepasster waren. So hätten sich die Vögel der Kreidzeit besser in der Luft bewegen und manövrieren können, meint Zhou. Allerdings sei es sowohl dem vermutlichen Urvater der Vögel als auch dem Eoconfuciusornis schwer gefallen, vom Boden aus in die Luft aufzusteigen. Dieses anatomische Hindernis habe beide sehr anfällig für Angriffe gemacht. Die Forscher vermuten daher, dass der Eoconfuciusornis auf Bäumen lebte und Klauen hatte, die ihm beim Klettern an Stämmen und Ästen bis zu seinem Nistplatz geholfen haben.

Der Eoconfuciusornis zhengi gilt als das primitivste Mitglied der Gattung Confuciusornis, die bisher nur in China gefunden wurde und vor 120 bis 131 Millionen Jahren gelebt hat. Dabei weisen alle Vertreter der Gattung im Vergleich zum Archaeopteryx Knochentransformationen auf. Sie besitzen zahnlose Unter- und Oberkiefer sowie verstärkte Brustbeine und einen flachen Kamm, der dem Brustbeinkiel moderner Vögel ähnelt. So stelle der Eoconfuciusornis eine Zwischenstation bei der Verbesserung der Flugfähigkeit dar. "Das Fossil des Eoconfuciusornis zhengi ist sehr wichtig, um die großen Wissenslücken über die Entwicklung der Vögel unmittelbar nach dem Archaeopteryx zu füllen", betont Benton.

Claudia Misch | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.bristol.ac.uk

Weitere Berichte zu: Archaeopteryx

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Alge im Eismeer - Genom einer antarktischen Meeresalge entschlüsselt
23.02.2017 | Universität Konstanz

nachricht Viren unterstützen Fotosynthese bei Bakterien – Vorteil in der Evolution?
23.02.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

Luftfahrt der Zukunft

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus

23.02.2017 | Medizin Gesundheit

Viren unterstützen Fotosynthese bei Bakterien – Vorteil in der Evolution?

23.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Katalyse in der Maus

23.02.2017 | Biowissenschaften Chemie