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Frische zum Stapeln

28.04.2008
Polymer-Verpackung mit aktiven Strukturen verbessert Haltbarkeit von Produkten

Qualität und Frische kann man bei Lebensmitteln sehen, riechen und schmecken. Beide Faktoren sind ausschlaggebend für die Kaufentscheidung des Verbrauchers.

Die Entwicklung von antimikrobiellen Verpackungsmaterialien, die die Haltbarkeit von frischem Fisch, Geflügel und weitgehend unbehandeltem Gemüse erhöhen und sich gut recyceln lassen, ist die Zielsetzung des Projektes NAFISPACK (Natural Antimicrobials For Innovative Safe and Safe Packaging).

In Kombination mit intelligenten Verpackungen soll damit ein Qualitätssprung erzielt werden. Zusammen mit 17 Partnern - aus Skandinavien, Dänemark, Spanien, Italien und Deutschland arbeitet der Forschungsdienstleister ttz Bremerhaven an der Entwicklung von Verpackungsmaterialien, die aktiv auf ihre Umgebung reagieren. Seine verbraucher- und umweltfreundlichen Eigenschaften sollen dem Material einen Platz auf der Positivliste der EU sichern.

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Die Verpackung ist die Visitenkarte eines Produktes. Sie hebt es aus der Warenfülle hervor, bietet Raum für Informationen und verstärkt Kaufimpulse. Immer häufiger kommen funktionale Eigenschaften hinzu, die der Verpackung einen Zusatznutzen verschaffen: zum Beispiel den Zustand der Ware anzeigen oder auf Umgebungsänderungen wie Schwankungen bei Temperatur oder Luftfeuchtigkeit reagieren. Bei schnell verderblichen Waren wie Fleisch und Fisch ist es das Hauptanliegen von Produzenten und Handel, die Haltbarkeit ohne Qualitätseinbuße zu erhöhen. Die Projektpartner von NAFISPACK haben sich daher zum Ziel gesetzt, in der dreijährigen Laufzeit eine Verpackung zu entwickeln, die Frischeprodukte länger vor dem Verderben bewahrt. Das Projekt wird mit Mitteln der Europäischen Union laut dem 7. Forschungsrahmenprogramm gefördert.

Da Mikroorganismen bei festen und halbfesten Lebensmitteln hauptsächlich auf der Oberfläche wachsen, ist die Integration von natürlich vorkommenden antimikrobiellen Wirkstoffen (natural antimicrobial agent = NAs) in das Verpackungsmaterial vielversprechend. Als Träger der antimikrobiellen Wirkstoffe sollen polymerische Materialien verwendet werden. Diese zeichnen sich besonders durch die aktive Struktur aus, welche eine Aufnahme und gezielte Abgabe von antimikrobiellen Substanzen fördert.

Sicherheit ist oberstes Ziel in diesem Projekt. In der Vergangenheit wurden in Nicht-EU Ländern häufig aktive Materialien verwendet, die keine zusätzliche Lebensmittelsicherheit gewährleisten oder diese gar negativ beeinflussen können. Der Ansatz von NAFISPACK geht bewusst weiter: neuartige Verpackungssysteme sollen entlang der gesamten Lieferkette Sicherheit und Frische garantieren. Dafür wird antimikrobielles Verpackungsmaterial mit Indikatoren kombiniert, die auf qualitätsrelevante Metabolite reagieren. Qualitätseinbußen werden mit diesem Verfahren frühzeitig detektiert. Diese Nachweisreaktionen sind bekannt: Gasförmige Stickstoffgemische (total volatile basic nitrogen compounds) können als Indikator für den Verderb von Meeresfrüchten eingesetzt werden, kurzkettige Alkohole und Oxidationsprodukte von Fett liefern Anzeichen für Verderbnis bei Fisch.

"Das zu entwickelnde Material wird in umfangreichen Tests mittels chemischer und toxikologischer Profile auf Sicherheit geprüft. Die kontrollierte Abgabe von aktiven antimikrobiellen Wirkstoffen wird mittels Einkapselung und Nanotechnologien erprobt, um die praktikabelste Lösung zu finden. Außerdem werden neue Modelle der Risikoabschätzung auf Basis mikrobieller und toxikologischer Erkenntnisse für die neuen Verpackungen entwickelt," erläutert Projekt-Partnerin Dr. Yee Hilz vom ttz Bremerhaven.

Mithilfe von Partnern aus der Industrie wird das Material in einer industriell genutzten Verpackungsanlage getestet. Zusätzliche Eigenschaften, die die Handhabung erleichtern (zum Beispiel leichtere Öffnung) fließen ebenfalls in die Gestaltung mit ein. Das Ergebnis ist eine sichere Verpackungslösung, die ökologischen Anforderungen und Kundenwünschen an Design, Handhabbarkeit und Preis entgegenkommt.

Kontakt:
Britta Rollert,
ttz Bremerhaven, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0471 / 4832-121/-124
Fax 0471 / 4832-129
E-Mail: brollert@ttz-bremerhaven.de

Britta Rollert | idw
Weitere Informationen:
http://www.ttz-bremerhaven.de

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