Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Physikalisches Plasma als zukunftsweisende Behandlungsmethode

25.04.2008
Millionenförderung vom Forschungsministerium für plasmatis -
Neues Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK) entsteht in Greifswald

plasmatis - die Initiative zum Aufbau eines Zentrums für Innovationskompetenz um die Greifswalder Professoren Weltmann, Kramer und Lindequist überzeugte die Juroren bei der diesjährigen Mittelvergabe im BMBF Programm "Unternehmen Region".

Ein Jahr lang arbeitete ein Team von Plasmaphysikern, Medizinern und Pharmazeuten des Leibniz-Instituts für Plasmaphysik Greifswald e.V. (INP) und der Universität Greifswald an dem Strategiekonzept auf dem Gebiet "Plasma plus Zelle" und holt damit eine Millionenförderung nach Greifswald. "Diesen Erfolg verdanken wir vielen klugen Köpfen. Er zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind" freut sich Prof. Klaus-Dieter Weltmann, Direktor des INP und Sprecher der Initiative.

Das neue Zentrum wird sich in erster Linie mit der Erforschung von Grundlagen der Wechselwirkungen physikalischer Plasmen mit lebenden Zellen und Geweben befassen. "Die meisten der bisher bekannten Untersuchungen zu biologischen und medizinischen Plasmaanwendungen sind vor allem unter Anwendungsgesichts-punkten bearbeitet worden und überwiegend durch Empirie gekennzeichnet" erklärt Prof. Weltmann. "Im Unterschied hierzu wird mit plasmatis erstmals der umgekehrte Weg beschritten, das heißt am Anfang steht die wissenschaftlich begründete Hypothese" so Weltmann weiter. "Dabei werden wir uns zunächst auf Möglichkeiten des Einsatzes von Plasmen zur Unterstützung der Geweberegeneration unter spezieller Berücksichtigung der Wundheilung konzentrieren" ergänzt Prof. Kramer vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universität Greifswald.

... mehr zu:
»Plasma
Hier ist dringend Forschung nötig, denn allein in Deutschland leben rund 4,5 bis 5 Millionen Menschen mit chronischen - also dauerhaften - Wunden.

Nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen ist beeinträchtigt. Schätzungen zufolge verursachen chronische Wunden jährlich Kosten von rund fünf Milliarden Euro. "Wir wollen nicht nur die Phänomene beobachten", erklärt Frau Prof. Lindequist vom Institut für Pharmazie der Universität Greifswald, "sondern den Prozess auf molekularer und biochemischer Ebene verstehen, um die entsprechenden therapeutischen Ansätze ableiten zu können". Lindequist weiter, "Das Zusammenspiel der antiseptischen Wirkung mit der Neubildung von gesundem Gewebe ergibt ein breites Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten, beispielsweise im "tissue engineering", der Gewebezüchtung".

Keime zerstören ohne menschliche Zellen zu schädigen

Als größte Herausforderung sehen die plasmatis-Initiatoren Weltmann, Kramer und Lindequist darin, die grundlegenden Mechanismen der Interaktion von Plasmen mit eukaryotischen - also hoch entwickelten - Zellen bzw. Geweben zu verstehen. "Um diesen zurzeit noch bestehenden Mangel an Grundlagenwissen möglichst schnell zu beheben, ist eine interdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit unabdingbar" betont Weltmann.

Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit des INP Greifswald mit den Instituten der Pharmazie (Prof. Lindequist) sowie Hygiene und Umweltforschung (Prof. Kramer) der Universität Greifswald hat plasmatis gute Chancen weltweit eine federführende Rolle auf dem Gebiet der Anwendungen von Plasmen in der Wundheilung einzunehmen. Das neue Zentrum für Innovationskompetenz plasmatis wird in seiner zukünftigen Arbeit von einem Beirat unterstützt, der sich ausschließlich aus Vertretern klinischer Fächer und Vertretern der Industrie zusammensetzt.

Liane Glawe | idw
Weitere Informationen:
http://www.inp-greifswald.de/

Weitere Berichte zu: Plasma

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen
23.05.2017 | CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

nachricht Mikro-Lieferservice für Dünger
23.05.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie