Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Gene identifiziert, die an der Entstehung von Adipositas beteiligt sind

23.04.2008
Nature-Publikationen unter Beteiligung von MSD-Wissenschaftlern

Die Entstehung der Adipositas wird durch ein komplexes Netzwerk von Genen beeinflusst. Damit befassen sich neue Forschungen, die von Wissenschaftlern des Pharmaunternehmens MSD in Zusammenarbeit mit Forschern verschiedener Universitäten durchgeführt wurden. Ergebnisse wurden kürzlich in zwei Originalarbeiten in der renommierten Fachzeitschrift Nature [1, 2] publiziert.

Die beiden experimentellen Arbeiten unterstützen die These, dass die weit verbreiteten Erkrankungen Adipositas, Diabetes mellitus oder Atherosklerose nicht nur durch einzelne Gene ausgelöst werden, die wie ein Lichtschalter an- oder ausgeschaltet werden können. In aufwändigen Analysen und mit speziellen Computerprogrammen wurde nachgewiesen, dass an solchen Erkrankungen viele Gene mitwirken, die zudem untereinander verbunden sind.

Therapien der Zukunft erfordern umfangreichen Forschungsaufwand

... mehr zu:
»Adipositas »Gen

"Die beiden Publikationen zeigen, dass die genetische Prädisposition für weit verbreitete Erkrankungen nicht durch Veränderungen in einzelnen wenigen Genen bedingt ist, sondern dass ein ganzes Netzwerk genetischer Faktoren beteiligt ist", so Dr. med. Thomas Lang, Medizinischer Direktor von MSD in Deutschland. "Vor diesem Hintergrund ist ein genaues Verständnis dieser Netzwerke erforderlich, um die besten therapeutischen Ansatzpunkte zu identifizieren." Dr. med. Thomas Lang: "Es wird keine einfachen Antworten auf die Fragen nach den Ursachen und den besten Behandlungsansätzen für komplexe Erkrankungen geben. Die Nature-Publikationen belegen aber das Engagement von MSD in der medizinischen Forschung und für die Entwicklung von Therapien der Zukunft."

Adipositas - eine Folge von Veränderungen im Netzwerk der Gene?

Bei den Untersuchungen an Mäusen und an Blut- und Gewebeproben von über 1.000 Personen aus Island konnte für die Adipositas ein wichtiges Unternetzwerk, das Makrophagen-angereicherte metabolische Netzwerk (MEMN = macrophage-enriched metabolic network), identifiziert werden. Im MEMN finden sich unter anderem Gene, deren Zusammenhang mit der Adipositas bereits 2005 publiziert wurde, wie Zfp90, Tgfbr2, C3ar1 und Alox5ap. Nun wurden neue Gene nachgewiesen, die bei der Adipositas beteiligt sind:

- Lipoproteinlipase (Lpl)
- Lactamase ß (Lactb)
Das Enzym Lipoproteinlipase ist hauptverantwortlich für die Hydrolyse von zirkulierenden Triglyzeriden. Eine geringe Aktivität von Lpl korreliert mit einem hohen Anteil von Körperfett beim Menschen. Lactb ist eine Serinprotease, die eine große Ähnlichkeit zum bakteriellen Lactamase-Gen aufweist. Über ihre Funktion im menschlichen Körper ist noch wenig bekannt. Ein weiteres neu entdecktes Gen ist Proteinphosphatase-1-like (Ppm1l), es kann Merkmale von Adipositas, Diabetes mellitus und Hypertonie beeinflussen.

Durch groß angelegte molekulare Untersuchungen und durch Analyse genotypischer sowie klinischer Daten von großen Populationen möchte man nun erforschen, wie ein Netzwerk von Geninteraktionen die Entstehung von Krankheiten begünstigt und beeinflusst. Hieraus wiederum erhofft man sich, neue und vor allem gezieltere Behandlungsverfahren entwickeln zu können.

1. Chen Y., Zhu J. Lum PY, et al., Variations in DNA elucidate molecular networks that cause disease. Nature 2008;Vol 452:429-435 http://www.nature.com/nature/journal/v452/n7186/pdf/nature06758.pdf

2. Emilsson V., Thorleifsson G., Leonardson AS, et al. Genetics of human gene expression and gene-gene transcriptional networks. Nature, published online March 16, 2008.

http://www.nature.com/nature/journal/v452/n7186/pdf/nature06757.pdf

Dr. Kay Rispeter | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.msd.de
http://www.nature.com

Weitere Berichte zu: Adipositas Gen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zebras: Immer der Erinnerung nach
24.05.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Wichtiges Regulator-Gen für die Bildung der Herzklappen entdeckt
24.05.2017 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten