Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kompakte Waffe gegen Tuberkulose

22.04.2008
Das Medizintechnik-Unternehmen Curetis AG entwickelt in Zusammenarbeit mit Referenzlaboratorien der Weltgesundheitsorganisation WHO neue Technologien und Produkte, die Erreger- und Resistenznachweise für Infektionskrankheiten wie Tuberkulose liefern.

Die Lösungen beeindrucken: Sie reduzieren die Nachweiszeit von bis zu mehreren Wochen auf wenige Stunden, wobei die Ergebnisse wesentlich exakter und aussagekräftiger als bei den bisherigen Verfahren sind.

Neue Diagnosetechnologie der Curetis AG unterstützt den Kampf der WHO gegen Infektionskrankheiten

Infektionskrankheiten wie Tuberkulose (Tb) sind weltweit wieder auf dem Vormarsch. Vor wenigen Wochen gab die WHO für das Jahr 2006 eine Zahl von 9,2 Millionen von neu mit Tb Infizierten bekannt, jährlich sterben rund 1,7 Millionen Menschen an dieser Krankheit. Ein besonders großes Problem ist die zunehmende Resistenz des Tb-Erregers gegen die zur Verfügung stehenden Antibiotika. Auch in Deutschland sterben wieder vermehrt Menschen durch den Tuberkel-Bazillus. Jüngst wurde bei einer Studentin der Fachhochschule Trier die ansteckende, offene Form der Tuberkulose festgestellt, nun müssen bis zu 1.000 Studierende auf eine mögliche Ansteckung hin getestet werden.
... mehr zu:
»Resistenz »Tuberkulose

Höchste Zeit, so das Fazit der Weltgesundheitsorganisation, die gemeinsamen Anstrengungen gegen eine weitere Ausbreitung zu forcieren. Sie wird dabei unterstützt durch ein neu gegründetes Unternehmen aus der BioRegion STERN, das sich auf Entwicklung zuverlässiger, schneller und kostengünstiger Diagnostika von Infektionskrankheiten spezialisiert hat.

Dr. Anne Thews, Medizinerin und Mitglied des Managements der Curetis AG über die Vorzüge ihres Verfahrens: "Beim Kampf gegen Infektionen kommt es entscheidend darauf an, dass Keime und deren Resistenzen schnell und exakt nachgewiesen werden, damit umgehend die Therapie mit dem richtigen Antibiotikum eingeleitet werden kann."

Die diagnostischen Lösungen der Curetis AG, die erst im August 2007 gegründet wurde, ermöglichen den Nachweis des Erregers und dessen Resistenzen in weniger als vier Stunden - was mit herkömmlichen Bakterienkulturen bis zu zehn Wochen dauern kann. Darüber hinaus sind die Analysegeräte so einfach und robust konzipiert, dass sie in den Ländern mit der höchsten Infektionsausbreitung - das sind Indien, China, das südliche Afrika und die Länder der ehemaligen Sowjetunion - problemlos vor Ort eingesetzt werden können, um so auch eine massive Ausbreitung in andere Regionen der Erde zu vermeiden.

Neben der Diagnose von Tb sieht die Curetis AG noch eine zweite globale Infektionsbedrohung: Die Hospital Acquired Infections, kurz HAI, also Infektionen, die im Krankenhaus erworben werden, entwickeln sich immer mehr zum ernst zu nehmenden Problem. Nach neuesten Erkenntnissen geht man von 18 Millionen schweren Verläufen dieser Infektionsform im Jahr 2006 aus, die zunehmenden Resistenzen gegen viele Medikamente sind auch hier das eigentliche Problem. "Im Zweifel wird den Patienten das gerade vorhandene Antibiotikum verabreicht, ob dieses aber tatsächlich hilft ist oft reine Glücksache", erklärt Dr. Anne Thews. "Nur durch Diagnostik, die den Erreger und dessen Resistenzen innerhalb weniger Stunden exakt identifiziert, können solche Blindflüge, die die Neuentwicklung von Resistenzen weiter begünstigen, künftig vermieden werden."

Das über 100 Jahre alte Verfahren, Bakterien auf Nährmedien anzuzüchten, wird heute nur in wenigen diagnostischen Zentren durch neue molekulardiagnostische Methoden ergänzt. Diese erfordern jedoch mehrere aufwändige Schritte für die unhandliche, teure Diagnose-Apparaturen und Hochtechnologielabore benötigt werden: Dabei wird die Patientenprobe "aufgeschlossen", die dort enthaltenen Erreger zerkleinert, deren DNA isoliert, mit der so genannten "PCR" Polymerase Chain Reaction vervielfältigt und schließlich spezifisch nachgewiesen.

Die Curetis-Lösung integriert alle diese Schritte und fasst die bekannten sowie bewährten Labormethoden erstmalig in einer kompakten geschlossenen Einheit zusammen.

Die universelle Diagnostikplattform kann für den Nachweis verschiedener Infektionen mit unterschiedlichen Kassetten bestückt werden, dabei ist die Basisstation nicht größer als ein Laserdrucker. "Unsere größte Herausforderung war nicht, wie man vermuten könnte, die Entwicklung eines neuen Tests", sagt Dr. Anne Thews, "sondern die Entwicklung einer robusten Technologie, die sogar mitten in Afrika von medizinischen Hilfskräften benutzt werden kann - und dabei trotzdem verlässliche diagnostische Ergebnisse liefert."

zk-ado

Über BioRegio STERN:
In der baden-württembergischen Region Stuttgart, Tübingen, Esslingen, Reutlingen und Neckar-Alb ist die BioRegio STERN Management GmbH gemeinsames Kompetenznetzwerk, Anlauf- und Beratungsstelle für Existenzgründer, Unternehmer und Forscher im Bereich Biotechnologie. BioRegio STERN fördert die Zusammenarbeit unterschiedlichster Disziplinen wie Medizin, Bioverfahrenstechnik, Sensorik, Ernährungswissenschaft, biochemische Analytik und Bioinformatik. Bedeutende Schwerpunkte bilden die Regenerationsbiologie und die Medizintechnik.
BioRegio STERN vertritt die Interessen der Existenzgründer, Unternehmer und Forscher gegenüber Politik, Medien und Verbänden, bündelt Wirtschaftsförderung und Marketing, berät bei Förderanträgen und Unternehmensfinanzierungen und stützt diese Arbeit durch eine engagierte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

BioRegio STERN wird unterstützt von den Regionen Stuttgart und Neckar-Alb sowie den Städten Stuttgart, Tübingen, Esslingen und Reutlingen. Geschäftsführer ist der Molekular- und Zellbiologe und Investmentanalyst Dr. Klaus Eichenberg.

Über Curetis AG:
In 2007 gegründet, wird die Curetis AG von Tino Treiber, Dr. Anne Thews, Andreas Boos, Johannes Bacher und Dr. Gerd Lüdke geleitet. Das eigentümergeführte Medizintechnik-Unternehmen aus Holzgerlingen entwickelt neuartige, schnelle, kostengünstige und weltweit einsetzbare Lösungen zur effizienten Diagnose von Infektionen und zur Unterstützung von Impfstoffentwicklungen.

Herausgeber:

BioRegio STERN Management GmbH, Friedrichstraße 10, 70174 Stuttgart, 0711-8703540, info@bioregio-stern.de

Redaktion: Zeeb Kommunikation, Hohenheimer Straße 58a, 70184 Stuttgart, 0711-6070719, info@zeeb.info

Curetis AG:
Dr. Anne Thews, Director Marketing & Sales, Max-Eyth-Straße 42, 71088 Holzgerlingen, 07031-49195-32
anne.thews@curetis.com

Dr. Klaus Eichenberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.bioregio-stern.de

Weitere Berichte zu: Resistenz Tuberkulose

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht
18.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Pflanzen können drei Eltern haben
18.10.2017 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik