Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschung nach Arbeitsweise Alter Meister

24.06.2002


Warum ändern sich die Farben mancher Gemälde Van Goghs? Und wie mischte er seine Farbe? Das neue Forschungsprogramm der niederländischen Organisation für wissenschaftliche Forschung (NWO) De Mayerne untersucht molekulare Änderungen durch Alterung von Gemälden, in Maltechniken und in den Effekten von Restaurationen aus der Vergangenheit.

Das De Mayerne-Forschungsprogramm richtet sich auf Werke niederländischer Maler aus dem 15. bis 20. Jahrhundert, wie Rembrandt und Van Gogh. Im Forschungsprogramm arbeiten Kunsthistoriker, Chemiker und Physiker zusammen mit verschiedenen Museen, wie u.a. das Van Gogh Museum, das Mauritshuis und das Rijksmuseum (staatliches Museum). Außerdem partizipieren die Londoner Tate Gallery und das ETH (Schweizer Technologieinstitut) in Zürich.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb des Forschungsprogramms äußert sich in Erforschungen der Maltechnik und Atelierpraxis. Forschungen an historischen Quellen gehen Hand in Hand mit analytischen Arbeiten an der Oberfläche der Objekte. Auch die Forschung nach Alterungsprozessen und die Effekte von Restaurationsverfahren erfordert einen kunsthistorischen Beitrag als Ergänzung zu mehr grundlegenden und chemischen und physischen Forschungen nach Änderungen durch Alterung von Komponenten aus Farbe und Firnis.

Innerhalb des Programms wurden im Januar 2002 fünf Forschungsprojekte gestartet.

Eine der Forschungen betrifft die Farben, die Van Gogh benutzte. Manche seiner Gemälde leiden an ernsthaften Verfärbungen. In Van Goghs Zeit wurden die ersten industriellen Farben eingeführt. Sie verdrängten die im Atelier erzeugten Farben. Nicht nur seine Gemälde werden studiert, sondern auch Briefe, in denen er über seine Maltechnik schreibt.

Eine andere Forschung richtet sich auf die Gemäldegruppe im Oranjezaal des niederländischen königlichen Palasts Huis ten Bosch aus dem 17. Jahrhundert. Diese Gemälde sind außerordentlich gut erhalten geblieben und alle Restaurationen aus der Vergangenheit sind dokumentiert.

Eine dritte Forschung ist die Rekonstruktion von Ölfarben aus dem 17. und 19. Jahrhundert. Die nachgemachten Farben können als Bezugsmaterial für Forschungen an veralteten Farbschichten dienen.

Aus einer anderen Forschung zeigt sich, dass Blei, überall in alten Farbarten vorhanden, oft zur Verfärbung führt. Dabei wird das helle Bleiweiß grau. Auch bei anderen Metallen kommen ähnliche Probleme vor.

Eine fünfte Forschung richtet sich auf Querschnitte von Gemälden. Sie wird zu Erkenntnissen über die chemische Interaktion zwischen verschiedenen Farbschichten führen. Die Forschung erbringt außerdem Informationen über die Arbeitsweise von Malern.

Die Forschungen werden an verschiedenen Forschungsinstituten durchgeführt, darunter AMOLF (niederländisches Institut für atomare und molekulare Physik), CCI (kanadisches Konservierungsinstitut), das Instituut Collectie Nederland (niederländisches Kulturerbeinstitut), die Universität Leiden und verschiedene Museen, darunter das Van Gogh Museum, das Rijksmuseum und das Mauritshuis. Auch die Stichting Restauratie Atelier Limburg (SRAL; Limburger Konservierungsinstitut) partizipiert.

Das De Mayerne Forschungsprogramm läuft voraussichtlich bis 2005. Nähere Informationen bei Dr. N.J. Kos, Tel. +31 (0) 70-3440696, E-Mail: kos@nwo.nl oder Frau. Dipl.-Ing. L.E. Krab, Tel. +31 (0) 70-3440805, E-Mail: krab@nwo.nl Eine Broschüre über das Programm kann  downgeloaded werden.

Msc Michel Philippens | idw
Weitere Informationen:
http://www.nwo.nl/ew/demayerne

Weitere Berichte zu: Gemälde

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Lupinen beim Trinken zugeschaut – erstmals 3D-Aufnahmen vom Wassertransport zu Wurzeln
24.07.2017 | Universität Potsdam

nachricht Pfade ausleuchten im Fischgehirn
24.07.2017 | Max-Planck-Institut für Neurobiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Lupinen beim Trinken zugeschaut – erstmals 3D-Aufnahmen vom Wassertransport zu Wurzeln

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie