Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erste 1.000 Schimmelchecks ausgewertet - jede 2. Probe weist erhöhte Belastung auf

14.04.2008
AQA Schimmelcheck: Die Analyse der ersten 1.000 ausgewerteten Schimmelchecks liegt nun vor: 54 % der eingesandten Proben zeigen eine Belastung der Raumluft mit Schimmelsporen, die sowohl von der Menge als auch von der Artenzusammensetzung von den normalen, jahreszeitabhängigen Werten der Umgebungsluft abweichen.

20 % davon - also 12 % der insgesamt ausgewerteten Proben - liegen sogar in Bereichen, die als stark belastet eingestuft wurden und bei denen daher eine Gesundheitsgefährdung nicht mehr ausgeschlossen werden kann. Weiters konnten aufgrund der Analysen vor allem die Schimmelgattungen "Aspergillus" und "Penicillium" als dominante und typische Belastungsquelle herausgearbeitet werden.

Diese Auswertung der Wissenschaftler der Austrian Research Centers (ARC) liegt, auch im Vergleich zu internationalen Studien, generell im Rahmen der zu erwartenden Ergebnissen, wenn auch der Anteil, der für den Menschen möglicherweise riskanten Belastungen ziemlich hoch ist, wie Univ.Doz. Joseph Strauss, führender Pilzgenomiker bei ARC, betont.

"Wir gehen davon aus, dass Personen, die bereits Verdachtsmomente bezüglich Schimmelaufkommen in den eigenen vier Wänden haben, zum SchimmelCheck greifen, jedoch ist der Vorsorgegedanke vor allem in Haushalten mit Kindern und älteren Menschen bzw. Allergikern auch nicht zu vernachlässigen", erläutert Strauss die Motivlage der Anwender des Schimmeltests, mit denen die Pilzgenetiker sehr oft in direktem Beratungskontakt stehen.

... mehr zu:
»AQA »ARC »Wasserschaden

"Eine Umlegung der Ergebnisse auf ganz Österreich ist mit dieser Stichprobe noch nicht möglich, jedoch geben uns die Testauswertungen bereits einen guten Überblick über die Belastungssituation in österreichischen Haushalten bzw. Arbeitsräumen. Wichtig ist auch die ausführliche Zusatzinformation zum Thema Schimmel, Belastungen, Allergien, Schimmelvermeidung, Kontaktadressen von Gutachtern und Sanierern. Mit diesem Schimmeltest erreichen wir eine große Gruppe von Personen direkt und können neben den Analyseergebnissen und ihrer Interpretation auch eine wichtige Informationsarbeit zu diesem Thema leisten", so Strauss weiter.

Hauptursache Baumängel, gefolgt von Wasserschäden und falschem Lüften

In vielen Fällen wird das Wohnverhalten als Auslöser von Schimmelproblemen gesehen. Interessant ist in diesem Zusammenhang aber eine Studie aus Deutschland, demnach liegt die Hauptschimmelquelle in Baumängeln, die z.B. bei Neubauten durch Restnässe hinter Möbeln oder unter Böden verursacht werden. Der zweithäufigste Grund liegt in der unzureichenden Behebung von Wasserschäden. "Ein großes Problem stellen auch nicht erkannte Wasserschäden dar, die hinter der Mauer liegen - eventuell durch Eintropfen aus Rohren der darüber liegenden Wohnungen - und somit überhaupt nicht repariert werden", erläutert Mag. Thomas Schlatte von AQA, der die Ergebnisse der umfangreichen Kundenanfragen zusammenfasst, die bei dem Spezialisten für Gesundheits- und Umweltchecks eingegangen sind. Interessantes Detail ist, dass falsches Lüftungsverhalten erst an dritter Stelle der Schimmelursachen liegt.

"Lassen Sie sich nicht von schnell getroffenen Aussagen über ihr vermeintlich falsches Lüften abwimmeln, wenn es um die Kostenaufteilung für eine eventuell notwendige Schimmelbekämpfung geht", rät Schlatte.

Der Schimmelcheck wurde von AQA als Spezialist für Gesundheits- und Umweltchecks gemeinsam mit Austrian Research Centers (ARC) entwickelt. Allen Befunden liegt nunmehr eine Schimmelfibel bei, die als zusätzliche Konsumenten-Information einen Überblick bietet, welche nächsten Schritte im Falle eines positiven Schimmmelbefundes zu setzen sind.

Der AQA Schimmelcheck ist seit Oktober 2007 mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie österreichweit in allen Filialen von dm Drogeriemarkt erhältlich. "Wir erachten die Verwertung wissenschaftlicher Entwicklungen zum unmittelbaren Nutzen der Österreicherinnen und Österreicher als sehr wichtig. Genau das ist bei diesem innovativen Test geschehen, denn die einfache und zuverlässige Handhabung ist ein unmittelbarer Nutzen der anwendungsorientierten Forschung", lobt Staatssekretärin Christa Kranzl.

Und so funktioniert der Test:

Eine Schimmel-Testbox ist in jedem dm dorgeriemarkt erhältlich. Diese Testbox enthält drei Petrischalen mit einem speziell entwickelten Nährboden. Eine Schale wird nahe der (vermuteten) Schimmelquelle aufgestellt. Die anderen beiden möglichst weit entfernt im selben Raum, bzw. im Außenbereich, also z.B. am Fensterbrett. Der Raum soll zuvor sechs Stunden nicht gelüftet werden und sollte während der Testphase möglichst nicht betreten werden, damit die Ergebnisse nicht verfälscht werden. Nach mindestens vier Stunden werden die Schalen wieder eingesammelt und verschlossen. Die Testbox kann in den Briefkasten geworfen oder bei der Post abgegeben werden und wird direkt ins Testlabor geschickt, wo die Auswertung erfolgt.

AQA GmbH
Manuela Bruck
Tel: +43/1/968 73 18-300
E-Mail: mbruck@aqa.at

Michael Hlava | idw
Weitere Informationen:
http://www.arcs.ac.at
http://www.aqa.at

Weitere Berichte zu: AQA ARC Wasserschaden

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Sollbruchstellen im Rückgrat - Bioabbaubare Polymere durch chemische Gasphasenabscheidung
02.12.2016 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht "Fingerabdruck" diffuser Protonen entschlüsselt
02.12.2016 | Universität Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie