Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Hochleistungs-Massenspektrometer für das RUB-Proteincenter: 1 Mio. Euro Förderung

08.04.2008
BMBF fördert Proteinforscher mit 1 Mio. Euro
Suche nach Ursachen von Krebs und anderen Krankheiten

Ein neues Hochleistungs-Massenspektrometer für die Proteinanalyse im Wert von mehr als einer Million Euro bekommen die Forscher der Arbeitsgruppe von Dr. Dirk Wolters (Biomolekulare Massenspektrometrie, Lehrstuhl für Analytische Chemie, Prof. Dr. William S. Sheldrick) an der Fakultät für Chemie und Biochemie der Ruhr-Universität vom Bundesforschungsministerium (BMBF).

Das sog. Orbitrap-Massenspektrometer kann innerhalb von 24 Stunden mehr als 1.000 Proteine vollautomatisch identifizieren. Auch schwer lösliche Membranproteine, die als Markerproteine bei der Entstehung von Krebs und anderen Krankheiten gelten, kann das Gerät im Gegensatz zu älteren Modellen problemlos erkennen.

Ein BMBF-gefördertes Verbundprojekt der Arbeitsgruppe, der Sonderforschungsbereich 642, die Graduiertenschule INTCHEM, sowie das Teilprojekt des Lehrstuhls für Analytische Chemie im Rahmen der DFG-Forschergruppe 630 werden von dieser Förderung des BMBF profitieren.

Die Vielfalt der Proteine

Nachdem das menschliche Genom vollständig analysiert ist, rückt das Proteom, die Gesamtheit der Proteine, in den Brennpunkt der Forschung. Die Vielfalt der Proteine, deren Baupläne in den Genen verschlüsselt liegen, ist riesig, und nicht jedes Protein wird zu jedem Zeitpunkt in der Zelle hergestellt. In der Produktion der "richtigen" oder "falschen" Proteine und in ihren Verhältnissen zueinander liegt der Schlüssel zu vielen Krankheiten. Wunsch der Forscher ist es daher, die Proteine einer Zelle möglichst schnell, und quantitativ genau erfassen zu können. Dabei hilft die Massenspektrometrie, die Proteine anhand ihrer Ladung und Größe eindeutig identifizieren kann.

Vollautomatisch und schnell

Eine ideale Kombination ist daher die Kopplung dieses Hochleistungs-Massenspektrometers mit der in der Arbeitsgruppe von Dirk Wolters mitentwickelten MudPIT Technologie (Multidimensional Protein Identification Technology). Die Trennung der Proteine erfolgt bei den Bochumer Forschern über einen Umweg chromatographisch und mehrdimensional mittels nano-Säulen (100 µm Innendurchmesser) auf Peptidebene, wo Löslichkeitsprobleme, insbesondere von Membranproteinen eine weitaus geringere Rolle spielen. "Aufgrund der hohen Scangeschwindigkeit der Massenspektrometer können innerhalb von 24 Stunden bis zu 100.000 Peptidspektren und damit mehr als 1.500 Proteine vollautomatisch aufgenommen werden", freut sich Dr. Wolters. Herkömmliche Ansätze sind weniger gut geeignet, um ein umfassendes Bild einer Zelle zu liefern. Bestimmte Proteine konnten mittels Standardtechniken nicht identifiziert werden, da sie komplett aus der Untersuchung herausfielen. Das betraf besonders die Membranproteine, denen die Forscher als Marker vieler Erkrankungen besondere Bedeutung beimessen. Das Massenspektrometer wird neben anderen Verbundprojekten auch den Sonderforschungsbereich 642 verstärken, der sich mit Membranprozessen beschäftigt, die Krebs verursachen können und der in den nächsten Tagen zur erneuten Begutachtung ansteht. "Das ist eine tolle Anerkennung der Arbeiten von Herrn Wolters", freut sich auch der Sprecher des Proteincenters und des SFB 642 Prof. Dr. Klaus Gerwert.

Weitere Informationen

Dr. Dirk Wolters, Biomolekulare Massenspektrometrie/Proteincenter, Analytische Chemie NC 4/72, Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel.: 0234/32-25463, -25465, Fax: 0234/32-14742, E-Mail: dirk.wolters@rub.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Berichte zu: Biomolekular Membranprotein Protein Zelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Was Stammzellen zu perfekten Alleskönnern macht
27.06.2017 | Universität Zürich

nachricht Einblick ins geschlossene Enzym
26.06.2017 | Universität Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie