Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Korallensterben durch Mikroben

07.04.2008
Globale Erwärmung begünstigt Ausbreitung schadbringender Bakterien

Das Sterben der Korallenriffe sehen Forscher der Society for General Microbiology neben der Erderwärmung auch durch die Veränderung der Mikroorganismen, die in den Korallen leben, begründet.

Durch die bisherige Erwärmung der Meere würden Korallen bereits jetzt an der oberen Temperaturgrenze leben, sodass schon kleine Veränderungen um ein oder zwei Grad schwerwiegende Schäden verursachen könnten. Zudem mache das "Leben am Extrem" die Korallen angreifbar für krankheitsverursachende Mikroben. John Bythell, Biologe an der Newcastle University, erklärt:

"Wir können das Korallensterben, das nach der Korallenbleiche auftritt, größtenteils auf Veränderungen in den Mikroben zurückführen, die in und um die Riffe leben." Die Korallenbleiche beschreibt die Abstoßung der an den Korallen wachsenden Algen, die die Nährstoffaufnahme übernehmen. Im Jahr 1998 waren 17 Prozent der Korallenriffe weltweit durch die Folgen der Korallenbleiche zerstört worden.

Die durch den Klimawandel und die Auswirkungen der globalen Erwärmung verursachte Erhöhung der Wassertemperatur habe nicht nur Einfluss auf die Entwicklung der Korallen, sondern auch auf die Bakterien und die Mikroorganismen, die in ihrem Umfeld leben. Wenn sich das Wasser erwärme, so Bythell, würden sich einige krankheitstragende Bakterien besser verbreiten und könnten die Korallen angreifen, die ihre Schutzmechanismen verringert haben. Auch würden einige Arten nützlicher Bakterien, die im Verdauungstrakt der Korallen leben, durch die Überhitzung des Wassers geschwächt, sodass sich schadbringende Mikroben vermehren und ausbreiten können.

"Wir müssen uns ein besseres Verständnis für die Prozesse und Mechanismen erarbeiten, die Einfluss auf Korallen und Riffe haben, wenn die Wassertemperatur steigt. Nur so können wir die wirklichen Ursachen für das Sterben der Korallen klären und versuchen sie zu reduzieren oder zu eliminieren", sagt Bythell. Ein Schlüsselfaktor für den Schutz der Korallen, den die Forscher in Newcastle identifiziert haben, ist der Schleim, den die Korallen auf ihrer Oberfläche tragen und der wie ein Schild gegen Krankheitserreger wirke.

"Dieser Schutz wird aber auch durch die Klima-Belastung geschwächt. Das scheint gerade dann zu geschehen, wenn einige der wichtigen Mikrobengruppen sich verändern, sodass Korallen gegenüber den stetig aggressiver werdenden Bakterien immer angreifbarer werden." Weitergehende Forschung sei für den Schutz der Korallen unabdingbar, zumal die aktuelle Situation der Riffe auch durch den Menschen verschuldet sei: "Das krankheitsbedingte Massensterben von zwei weit verbreiteten Korallenarten in der Karibik ist in den vergangenen 3.000 Jahren ohne Gleichen.

Claudia Misch | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.sgm.ac.uk
http://www.ncl.ac.uk/biology

Weitere Berichte zu: Korallenbleiche Korallenriff Korallensterben Mikrobe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut
20.10.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Aus der Moosfabrik
20.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise