Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Wege für Werkstoffwissenschaftler

20.07.2000


VolkswagenStiftung richtet Schwerpunkt "Komplexe Materialien: Verbundprojekte der Natur-, Ingenieur- und Biowissenschaften" ein

Das Prinzip, aus unterschiedlichen Materialien einen Werkstoff zu konstruieren, der ganz andere Eigenschaften besitzt als jede einzelne der verwendeten Komponenten, ist nicht neu - man denke etwa an Verbundwerkstoffe aus Glasfaser und Kunststoff. Bislang nicht erreichte Gestaltungsspielräume in der Materialforschung ergeben sich nun durch die Möglichkeit, Materie bis in den "Nanometerbereich" kontrollieren und damit die Grenzflächen zwischen beliebigen Materialien beherrschen zu können. Die nach dem griechischen Wort für Zwerg (nanos) so genannte Nano-Ebene beschreibt eine Größenordnung von wenigen Milliardstel Metern. Erreicht das allgemeine Vorstellungsvermögen bei solchen Dimensionen die Grenze des Begreifbaren, so will die VolkswagenStiftung gerade dazu beitragen, diese Grenzen zu überwinden. Grenzen, die auch zwischen Wissenschaftlern der einzelnen materialbezogenen Disziplinen bestehen. Die Stiftung hat daher jetzt den Schwerpunkt "Komplexe Materialien: Verbundprojekte der Natur-, Ingenieur- und Biowissenschaften" eingerichtet.

Mit ihrer Förderinitiative regt die Stiftung dazu an, neue Materialien mit auf der Nano- und Mikrometerskala integrierten Funktionen herzustellen bei gleichzeitigem Verständnis der relevanten Strukturbildungsprozesse. Zugleich gilt es, die Materialeigenschaften auf makroskopischer Ebene mit der mikroskopischen Struktur zu verknüpfen. Auf der Basis entsprechender Erkenntnisse dürften sich dann neuartige Struktur- und Verbundwerkstoffe entwickeln lassen für eine Fülle möglicher Anwendungen etwa in der Katalyse, Sensorik, Informationsverarbeitung - oder auch auf dem Gebiet der Medizin, wie beispielsweise Implantate. Generell werden neue multifunktionale Materialien und maßgeschneiderte Werkstoffe in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung künftiger Technologien einnehmen.

Diese Herausforderungen sind umso erfolgreicher zu meistern, gelingt es, die traditionellen Grenzen zwischen den Fachdisziplinen aufzubrechen. Ein Beispiel: So umfasst die Initiative der VolkswagenStiftung ausdrücklich die Förderung von Projekten, die das Ziel einer Kombination physikalisch-chemisch erzeugter Materialien und biologischer Materie - von der Zelle bis zum Molekülkomplex - haben. Entsprechend werden vor dem Hintergrund erwünschter disziplinüberschreitender Zusammenarbeit ausschließlich Verbundprojekte von mindestens zwei Arbeitsgruppen (internationale Partner sind möglich) mit komplementärer Expertise unterstützt. Angesprochen sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Material- und Ingenieurwissenschaften, der Biologie, Chemie und Physik einschließlich deren theoretischer Zweige.

Bei der Auswahl der vorgeschlagenen Forschungsthemen wird auf die Aktualität der wissenschaftlichen Fragestellung ebenso Wert gelegt wie auf die überzeugende Gestaltung der interdisziplinären Zusammenarbeit. Die Prüfung der Vorhaben erfolgt zunächst über Projektskizzen, die bis zum
10. Oktober 2000 oder 15. Februar 2001 (weitere Stichtage folgen) einzureichen sind. Die Antragsteller positiv begutachteter Skizzen werden im Anschluss zu deren Ausarbeitung aufgefordert, erst dann wird über die endgültige Förderung entschieden. Ein Merkblatt (Nr. 74) mit detaillierten Informationen für Antragsteller steht Mitte Juli unter http://www.volkswagenstiftung.de zur Verfügung oder kann bei der Stiftung angefordert werden.

Kontakt:
Schwerpunkt
"Komplexe Materialien: Verbundprojekte der Natur-, Ingenieur- und Biowissenschaften"

VolkswagenStiftung: Dr. Ulrike Bischler,
Telefon: 05 11 / 83 81 - 350, E-Mail: bischler@volkswagenstiftung.de

Dipl.Biol. Dipl.Journ. Christian Jung |

Weitere Berichte zu: Biowissenschaft Materie Verbundprojekt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Auf der molekularen Streckbank
24.02.2017 | Technische Universität München

nachricht Sicherungskopie im Zentralhirn: Wie Fruchtfliegen ein Ortsgedächtnis bilden
24.02.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie