Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gesangshormon bei Vögeln durch längere Tage ausgelöst

20.03.2008
Forscher untersuchen exakten Mechanismus am Wachtelhirn

Den Grund, warum Vögel im Frühling, vermehrt zu singen beginnen, wollen Wissenschaftler bei Untersuchungen der japanischen Wachtel gefunden haben. Durch die längeren Tage würde ein spezielles Hormon in der Nähe der Hirnanhangdrüse ausgeschüttet, das die Vögel veranlasse zu singen. " Die Tatsache, dass die Tageslänge den Gesang von Vögeln beeinflusst, ist nicht neu", so Stefan Leitner vom Max-Planck-Institut für Ornithologie im Gespräch mit pressetext. Bislang war jedoch nicht klar, durch welchen Botenstoff genau die Verhaltensänderung der Vögel herbeigeführt wird.

"Während wir bereits gewusst haben, welche Region des Gehirns durch den Jahreszeitenwechsel beeinflusst wird, kannten wir bis jetzt den exakten Mechanismus nicht", so Forscher Peter Sharp vom britischen Roslin Institut gegenüber der BBC. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der japanischen Nagoya Universität untersuchte man die Effekte von Lichteinwirkung auf die japanische Wachtel. Die Forscher erkannten, dass Gene in Zellen an der Oberfläche des Gehirns aktiv wurden und Hormone ausschütteten, wenn die Vögel mehr Licht ausgesetzt waren. "Jetzt haben wir das Schlüsselelement gefunden, das für die Vorgänge im Gehirn bei Frühlingsbeginn verantwortlich ist", so Sharp.

Die Wachtel nutzt zwar Ruflaute zur Partnersuche, zu den Singvögeln zählt sie allerdings nicht. "Ihr fehlt das komplexe Gesangssystem eines Stars oder Kanarienvogels", erklärt Leitner. Deshalb sei die Wachtel einfacher zu untersuchen. Der Gesang bei Vögeln habe neben der Partnerwahl noch eine zweite Funktion. "Er dient ebenfalls der Territoriumsverteidigung", so der Ornithologe. "Dieses kann bei Zugvögeln sehr groß sein und bei anderen Arten lediglich das eigene Nest umfassen."

... mehr zu:
»Hormon

Über den Frühling hinaus könne der Gesang zusätzlich dem Paarzusammenhalt dienen. Der Gesang von Singvögeln sei allerdings weit komplexer als bei der Wachtel. "Bestimmte Charakteristika, wie die Anzahl der Silben, die ein Vogel singen kann oder wie schnell er singt, wirken sich auf den Erfolg des Vogels bei der Partnersuche aus", erklärt Leitner. "Auch diese Faktoren sind hormonell bedingt."

Georg Eckelsberger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.orn.mpg.de

Weitere Berichte zu: Hormon

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zirkuläre RNA wird in Proteine übersetzt
24.03.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen
24.03.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise