Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Genetische Spurensuche nach Ursachen der Kahlköpfigkeit

22.02.2008
Haarausfall geht mit anderen gefährlichen Erkrankungen Hand in Hand

Dem Haarausfall und seinen genetischen Ursachen ist ein Forscherteam der Universitäten Bonn und Düsseldorf auf der Spur. Bekannt ist, dass neben Umweltfaktoren auch noch die Gene eine Rolle spielen, wenn das Haupthaar ausfällt. Eine solche Erbanlage konnten Wissenschaftler bereits identifizieren. Ein Bereich auf dem Chromosom-3 scheint bei dem Problem eine wesentliche Rolle zu spielen, berichten die Forscher unter Axel Hillmer vom Life & Brain Zentrum der Universität Bonn in einer aktuellen Studie im American Journal of Human Genetics.

"Haarverlust ist nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern es geht häufig auch mit einem erhöhten Risiko für die Erkrankung an Arteriosklerose einher", erklärt Hillmer im pressetext-Interview. In der Literatur werde für Betroffene der androgenetischen Alopezie (AGA) - wie Haarausfall wissenschaftlich bezeichnet wird - zudem auch ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Übergewicht diskutiert. "Die Suche nach den genetischen Ursachen für Haarausfall spielen daher möglicherweise auch bei der Entstehung gefährlicher Volkskrankheiten eine wesentliche Rolle", so Hillmer.

Bei der Untersuchung von 95 Familien, in denen jeweils mindestens zwei Söhne unter frühzeitigem Haarausfall litten, konnten die Forscher nun 14 Regionen identifizieren, in denen möglicherweise Erbanlagen für Haarwachstum und Haarausfall sitzen. "Allerdings enthält jede dieser Regionen noch mehrere Dutzend Gene. Das sind zu viele für eine detaillierte Analyse", meint der Forscher. Vielversprechend scheint allerdings ein Abschnitt auf Chromosom 3 zu sein, auf dem 34 Erbanlagen liegen. "Bisher wurde keines dieser Gene mit der Biologie des Haares in Verbindung gebracht", wie Roland Kruse von der Universitäts-Hautklinik Düsseldorf berichtet. Eines der Gene spiele jedoch bei Alterungsprozessen eine Rolle, ein zweites bewirke möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Übergewicht. "Die Daten sind nicht wahnsinnig stark", räumt Hillmer ein, allerdings gebe es Befunde, die dafür sprechen, dass Männer mit Haarausfall häufiger unter Übergewicht als Menschen mit normalem Haarwuchs leiden.

... mehr zu:
»Erbanlage »Gen »Haarausfall »Übergewicht

Bisher waren Forscher davon ausgegangen, dass die männlichen Geschlechtshormone eine entscheidende Rolle beim Haarausfall spielen. Demnach können bestimmte Veränderungen in der genetischen Bauanleitung des Androgen-Rezeptors eine frühe Glatzenbildung zur Folge haben. "Androgene sind Hormone, die für die Entwicklung des männlichen Geschlechts eine wichtige Rolle spielen. Das betroffene Gen liegt auf dem X-Chromosom", so Hillmer. Das bedeute, dass Männer den Defekt daher von ihrer Mutter erben. "Einen Zusammenhang mit den Entdeckungen auf dem Chromosom-3 konnten wir bisher nicht feststellen", erklärt Hillmer.

Um noch genauere Angaben machen zu können, suchen die Wissenschaftler nun möglichst viele Probanden unter 39 Jahre mit frühzeitigem Haarausfall, sowie Männer über 60 Jahre mit vollem Haar. "Wenn wir bei diesen beiden Genen auf eine Genvariante stoßen, die bei Kahlköpfigen häufiger vorkommt als normal, könnte sie die Ursache für den Haarverlust sein", meint Hillmer. Im nächsten Schritt gelte es herauszufinden, welche Funktion die Erbanlage in der Biologie des Haares spielt.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de
http://www.med.uni-duesseldorf.de

Weitere Berichte zu: Erbanlage Gen Haarausfall Übergewicht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Eine Frage der Dynamik
19.02.2018 | Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP)

nachricht Forscherteam deckt die entscheidende Rolle des Enzyms PP5 bei Herzinsuffizienz auf
19.02.2018 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

Von Bitcoins bis zur Genomchirurgie

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zukunft wird gedruckt

19.02.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer HHI präsentiert neueste VR- und 5G-Technologien auf dem Mobile World Congress

19.02.2018 | Messenachrichten

Stabile Gashydrate lösen Hangrutschung aus

19.02.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics