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Aktivierung der Krebs-Killer

21.02.2008
Viele Formen von Krebs lösen eine Immunreaktion aus, aber leider ist es meist die falsche.

Die in das Krebsgewebe eingewanderten Immunzellen sind zwar aktiviert, aber sie werden nicht zu "Killer-T Zellen", die für eine wirksame Bekämpfung des Tumors notwendig sind. Eine Impfung könnte helfen, diese Blockade zu überwinden, aber bislang tritt hier die Forschung trotz intensiver Bemühungen auf der Stelle.

An einem neuartigen Ansatz wird jetzt in der Arbeitsgruppe von Richard Kroczek am Robert Koch-Institut in Berlin gearbeitet: Erstmals soll ein Impfstoff direkt in diejenigen Zellen des Immunsystems eingeschleust werden, welche "Killer-T Zellen" induzieren. Dadurch kann die Immunreaktion von vorneherein in die richtige Richtung gelenkt und eine wirksame Abwehr ausgelöst werden.

Beim Start einer Immunreaktion spielen dendritische Zellen eine zentrale Rolle. Sie präsentieren den T-Zellen fremde Strukturen und machen diese als "Antigene" für das Immunsystem sichtbar. Gleichzeitig senden sie Signale aus, die den Charakter der Immunantwort prägen: mal werden schützende Antikörper produziert, mal werden zytotoxische T-Zellen ("Killer-T Zellen") aktiviert, manchmal auch immunhemmende T Zellen erzeugt.

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»Antigen »Immunreaktion »Killer-T »T-Zelle

Unterschiedliche Untergruppen von dendritischen Zellen sind dabei auf die Auslösung der unterschiedlichen Immunreaktionen spezialisiert. Eine besondere Untergruppe von dendritischen Zellen besitzt die Fähigkeit zur Kreuzpräsentation, d.h. sie können tote Zellen - auch tote Krebszellen - aufnehmen und deren Antigene zur Aktivierung von zytotoxischen T-Zellen nutzen.

In der Arbeitsgruppe von Richard Kroczek wurde erstmals ein Rezeptor identifiziert, der die kreuzpräsentierenden dendritischen Zellen eindeutig von anderen dendritischen Zellen unterscheidet. Mit Hilfe dieses Rezeptors sollen jetzt die kreuzpräsentierenden dendritischen Zellen zielgerichtet mit Tumor-Antigen beladen und aktiviert werden. Das Antigen wird in die Zelle aufgenommen, verarbeitet und danach so auf der Zelloberfläche präsentiert, dass zytotoxische T Zellen induziert werden. Sollte sich dieser experimentelle Ansatz bewähren, so wäre eine relative einfache Heil-Impfung des Erkrankten gegen seinen Tumor möglich. Auch könnte man Gesunde prophylaktisch gegen bestimmte Tumor-Arten impfen.

Kontakt: Prof. Dr. Richard Kroczek, Berlin
Tel.: (+49) 30 4547-2450 / Fax: (+49) 30 4547-2603
e-mail: kroczek@rki.de
Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über 200.000 €. Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 160 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Bernhard Knappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

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