Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Spitzentrio ist komplett

15.02.2008
Max-Planck-Gesellschaft gelingen drei hochkarätige Berufungen an das neu gegründete Institut für Biologie des Alterns

Welche biologischen Vorgänge bestimmen die Lebenszeit und wie laufen sie ab? Diese und andere Fragen zum natürlichen Alterungsprozess stehen im Mittelpunkt der Grundlagenforschung wie sie an dem neuen Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns künftig betrieben werden soll. Inzwischen haben alle drei Wunschkandidaten für die Riege der Gründungsdirektoren zugesagt: Prof. Nils-Göran Larsson, Prof. Linda Partridge und Prof. Adam Antebi.


Maus, Fruchtfliege, Brauhefe und Fadenwurm sind Modelle für die Alternsforschung, der sich das neue Max-Planck-Institut in Köln widmet. Bild: Adam Antebi

Anhand von Forschung an Modellorganismen wird das neue Max-Planck-Institut in Köln Grundlagenforschung zum Alterungsprozess betreiben - und zwar mit Blick auf entsprechende Prozesse beim Menschen. Mit den drei Professoren Nils-Göran Larsson, Linda Partridge und Adam Antebi gewinnt das neue Max-Planck-Institut drei internationale Spitzenwissenschaftler, die mit ihren bisherigen Forschungen an Maus, Fliege und Wurm wesentliche Erkenntnisse für die Erforschung der Biologie des Alterns geleistet haben.

Als Spezialistin für die kleine Taufliege Drosophila gilt die Britin Prof. Linda Partridge. Unter ihrer Leitung soll sich an dem neuen Institut für Biologie des Alterns ein Arbeitsbereich auf die Evolutionsbiologie, Entwicklungsbiologie und Genetik der Fruchtfliege Drosophila konzentrieren, und zwar vor dem Hintergrund von Langlebigkeit. Mit der 57-Jährigen gewinnt das Institut eine der weltweit führenden Evolutionsbiologinnen -sie ist u.a. Mitglied der Royal Society, der European Academy of Sciences, der EMBO und Ehrendoktor der Universität von St. Andrews. Seit 1994 hat sie die Weldon-Professur für Biometrie am University College London inne und ist Direktorin des Centre for Ecology and Evolution. Studium und Promotion (1974) absolvierte sie an der Universität Oxford. Ihre erste Veröffentlichung in Nature 1981 widmete sich den Kosten der Fortpflanzung bei der Fruchtfliege. Partridge zeigte darin, dass Sex das Leben männlicher Fruchtfliegen verkürzt. Der Schritt von der Erforschung der Reproduktionskosten zur Altersforschung erschien naheliegend. Ein Durchbruch zu diesem Thema gelang ihr mit Veröffentlichungen in Science 2001 und 2004, in denen sie die Bedeutung von Insulin-Signalpfaden für die Lebensspanne beschrieb. In weiteren Veröffentlichungen in Science behandelte sie das Thema, ob und wie eine bestimmte Ernährung das Leben verlängern könne. Für ihre Arbeiten hat sie höchste internationale Auszeichnungen erhalten.

... mehr zu:
»Altern »Biologie »Genetik

Prof. Adam Antebi gilt als ausgewiesener Experte für den Fadenwurm C. elegans. Zwar hatte er sich zu Beginn seiner Forscherkarriere für einen ganz anderen Modellorganismus interessiert und 1992 mit Studien an Hefe am Massachusetts Institute of Technology in Cambrigde, Massachusetts, in Biologie promoviert. Doch für seinen Postdoc an der Johns Hopkins University in Baltimore, Maryland, hatte sich Antebi bereits den Fadenwurm bzw. dessen Genetik ausgesucht. 1997 wurde er Leiter einer Selbständigen Nachwuchsgruppe am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin. Sein Labor arbeitete an der hormonellen Regulation der Abfolge von Lebensstationen und der Langlebigkeit von C. elegans. Seit 2004 führte er diese Forschung als Assistant Professor im Huffington Center on Aging im Baylor College of Medicine in Houston, Texas fort. In seinem neuen Aufgabengebiet am Institut zur Biologie des Alterns wird er sich der Erforschung der molekularen Signalwege und ihrer Interaktion mit der Umwelt widmen, die beim Fadenwurm die Dauer von Entwicklung, Reifung und Alterung beeinflussen.

Der dritte Spitzenwissenschaftler im Gründungsdirektorium ist Prof. Nils-Göran Larsson. In seiner Abteilung am neuen Institut soll es um den Einfluss von Mutationen auf die grundlegende Energiebilanz in den Mitochondrien als den "Kraftwerken der Zelle" gehen und in der Folge auf die Lebensdauer von Säugern am Mausmodell. Nach seinem Studium an der Universität Göteburg, wo er 1992 an der medizinischen Fakultät promovierte, arbeitete Larsson als Postdoc am Department of Developmental Biology an der Stanford University of Medicine (California). 1997 kehrte er nach Schweden zurück und ging an das Karolinska Institut in Stockholm, wo er als Dozent für medizinische Genetik arbeitete. 2002 erhielt er dort eine Professur für Mitochondriale Genetik. Seit 2004 gehört er zu der am Institut beheimateten Nobelversammlung, die den Nobelpreis für Medizin und Physiologie vergibt. Schon ein Jahr zuvor war Larsson assoziiertes Mitglied des Komitees für Medizin/Physiologie; seit 2006 gehört er ihm offiziell an. Außerdem ist der dritte berufene Direktor am neuen Kölner Max-Planck-Institut Mitglied der Königlichen Schwedischen Akademie der Wissenschaften. Er war der erste, der dem Ruf an die Spitze des neuen Instituts für Biologie des Alterns gefolgt ist.

Dr. Bernd Wirsing | Max-Planck-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de

Weitere Berichte zu: Altern Biologie Genetik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop
16.01.2017 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Nervenkrankheit ALS: Mehr als nur ein Motor-Problem im Gehirn?
16.01.2017 | Leibniz-Institut für Neurobiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie