Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Universität Hohenheim und EnBW starten Bioenergie-Projekt zur Reduktion von Treibhausgasen

07.02.2008
CDM-Pilotprojekt erforscht Anbau der Jatropha-Pflanze in Madagaskar

Neue Möglichkeiten zur Reduktion von Treibhausgasen erforschen die EnBW Energie Baden-Württemberg AG und die Universität Hohenheim mit einem Pilotprojekt zur Herstellung von Bioenergie im Rahmen des "Clean Development Mechanismus" (CDM, dt. Mechanismus für umweltfreundliche Entwicklung).

Hierzu soll auf einer 3000 Hektar großen Plantage in Madagaskar der nachhaltige und großflächige Anbau von Jatropha-Pflanzen auf Ödland getestet werden. Mit der Universität Hohenheim und ihrer Ausgründung JatroSolutions GmbH hat die EnBW hierfür einen kompetenten Partner gewinnen können. Die Verträge zur Sicherung der Flächen wurden jetzt unterzeichnet, mit der Pflanzung ist bereits begonnen worden. Bei erfolgreichem Verlauf kann der Anbau auf 100.000 Hektar ausgeweitet werden.

"Klimaschutz hat für die EnBW einen hohen Stellenwert, dem wir mit vielfältigen Maßnahmen Rechnung tragen. Die Erschließung neuer Wege zur CO2-Reduktion ist dabei ein weiterer Baustein. Das Bioenergie-Projekt ergänzt die breitgefächerten EnBW-Forschungsaktivitäten zur Treibhausgasminderung - von neuer Kraftwerkstechnologie über Brennstoffzellen bis hin zur Biogaseinspeisung in Laupheim.", so Wolfram Münch, Leiter des Bereichs Forschung und Entwicklung bei der EnBW.

... mehr zu:
»Emissionsrecht »EnBW »Treibhausgas

"Das Land Madagaskar profitiert von dem Projekt vielfältig durch die Nutzung brachliegender Ressourcen, die Schaffung mehrerer hundert Arbeitsplätze in einer unterentwickelten Region, die verringerte Abhängigkeit von Rohöl-Importen und positive Umwelteffekte. "Wir sind dort höchst willkommen," sagt Prof. Dr. Klaus Becker, Leiter des Tropenzentrums der Universität Hohenheim und Geschäftsführer der JatroSolutions GmbH, die das Projekt durchführt und mit der Universität Hohenheim wissenschaftlich begleitet.

Die anspruchslose und anpassungsfähige Jatropha-Pflanze ist eine Ölpflanze, die in fast allen tropischen Regionen der Welt heimisch ist. Seit einigen Jahren wird der Anbau der Jatropha-Pflanze z. B. in Indien, Myanmar und China vor allem zur Treibstoffgewinnung vorangetrieben Der großräumige Anbau ist jedoch noch nicht systematisch untersucht. Auch hier soll das Forschungsprojekt neue Erfahrungen bringen. Der Anbau der Jatropha-Pflanze zur Energiegewinnung konkurriert dabei nicht um die Flächen zur Nahrungsmittelproduktion. Der Strauch wächst auch auf nicht kulturfähigem Ödland und eignet sich hervorragend zur Rekultivierung erodierter Flächen. Die von starker Bodenerosion betroffene Fläche in Madagaskar übersteigt die gesamte Ackerfläche Deutschlands. Das tiefe Wurzelsystem der Jatropha-Pflanze erlaubt ihr das Wachstum auf solchen Flächen sowie das Überstehen ausgedehnter Dürreperioden. Durch die Pflanzenbestände wird die Bodenerosion gestoppt und die Fruchtbarkeit der Böden nach und nach wieder hergestellt.

Ein besonderes Augenmerk des Pilotprojekts gilt der weiteren Erforschung der CO2 -mindernden Wirkung der Jatropha-Pflanze. Wie jede Pflanze absorbiert sie während ihres Wachstums- und Lebenszyklusses CO2 aus der Atmosphäre - da sie im EnBW-Projekt aber auf Ödland angebaut wird, gibt es einen Netto-Effekt von 2,5 Tonnen CO2 pro Hektar Anbaufläche, die jedes Jahr in der stetig zunehmenden Pflanzenmasse gebunden werden. Zugleich soll aus den Jatropha-Nüssen insbesondere Pflanzenöl zur Biodieselherstellung gewonnen und genutzt werden. Diese Einsparung von fossilem Diesel vermeidet weitere 2,5 Tonnen CO2 pro Hektar Anbaufläche und Jahr. Ein weiteres wichtiges Ziel der nun beginnenden Demonstrationsphase ist es, die Funktionsweise des "Clean Development Mechanismus" konkret zu erproben und Emissionsrechte zu generieren.

Der CDM (Mechanismus für umweltfreundliche Entwicklung) ist eine der im Kyoto-Protokoll vorgesehenen Möglichkeiten zum Erwerb von Emissionsrechten. Danach können Industrienationen in Schwellen- und Entwicklungsländern Projekte zur Emissionsreduktion oder emissionsarmen Energieerzeugung fördern. Damit sollen der steigende Energiebedarf dieser Länder berücksichtigt und zugleich für die Industrieländer Anreize geschaffen werden, dort in klimawirksame Projekte zu investieren, wo es volkswirtschaftlich am günstigsten ist. Dafür können sie sich Emissionsrechte gutschreiben lassen, die den tatsächlichen CO2-Einsparungen des Projektes entsprechen.

Prof. Dr. Klaus Becker, Universität Hohenheim, Leitung Tropenzentrum
Tel.: 0711 459-23158, E-Mail: kbecker@uni-hohenheim.de
EnBW Unternehmenskommunikation
Tel.: 0721 63-14320, E-Mail: Presse@enbw.com

Florian Klebs | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hohenheim.de/

Weitere Berichte zu: Emissionsrecht EnBW Treibhausgas

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Kaltwasserkorallen: Versauerung schadet, Wärme hilft
27.04.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Auf dem Gipfel der Evolution – Flechten bei der Artbildung zugeschaut
27.04.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie