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Kubaner wollen Super-Milchkuh klonen

27.05.2002


Fidel Castro will "Ubre Blanca" wiederauferstehen lassen

Die Mega-Milchkuh "Ubre Blanca" (weißes Euter), die zu ihren Spitzenzeiten vier mal soviel Milch produziert hat, wie jede normale Kuh, soll nach Wünschen kubanischer Forscher wieder auferstehen. Mithilfe der Gentechnologie soll das Wundertier die marode Milchproduktion der Karibikinsel wieder auf Vordermann bringen, berichtet das Wallstreet Journal. Mit Hilfe von herkömmlichen Zuchtversuchen konnten keine erfolgreichen Nachkommen von Ubre Blanca gezogen werden. Daher arbeiten die Forscher jetzt erneut an einem Klon, der nach Angaben von Jose Morales, Leiter des kubanischen Klon-Projektes, knapp vor der Vollendung steht. Die Kubaner haben wohlweislich Teile von Ubre Blanca eingefroren.

Bis zu den frühen 90-er Jahren hat jedes kubanische Schulkind bis zum 13. Lebensjahr täglich ein Glas Milch in der Schule erhalten. Doch die einstige erfolgreiche Milchproduktion ist seither um 60 Prozent gesunken. Die Menschen versuchen mit Substituten wie etwa Sojamilch vorlieb zu nehmen. Erst kürzlich wurde ein Milchproduzent festgenommen, weil er illegalerweise die Milch zur Käseproduktion verwendet hat. Nun sollen die geklonten Milchkühe jene Leistungen vollbringen, die erneut zum Aufschwung der kubanischen Milchindustrie führen soll. Ubre Blanca konnte bis zu 109 Liter Milch pro Tag produzieren. 1987, zwei Jahre nach dem Tod der Super-Milchkuh, kündigte Castro an, dass Wissenschaftler mithilfe von geklonten Kühen die Milchproduktion wieder steigern wollen.

Die Schaffung einer neuen Generation von Super-Milchkühen war und ist eines von Castros wichtigsten Obsessionen, schreibt das Wallstreet Journal. Die kubanischen Genforscher versuchten damals die Zucht einer speziellen Rinderrasse, die nur die Größe eines gewöhnlichen Hundes haben. Diese Tiere hätten dann auch in den Wohnungen der Städter bequem Platz gefunden, berichtet Boris Luis Garcia, ehemaliger kubanischer Genforscher, der mittlerweile in Spanien lebt. Unter Tags hätten die "Hunde-Kühe" unter floureszierendem Licht gegrast. Aus dem Projekt ist scheinbar nichts geworden. Die Forscher arbeiten in der Zwischenzeit aber wieder an herkömmlichen Kühen, die einerseits besser für die tropische Hitze geeignet sind und andererseits eine höhere Milchleistung bringen.

Wolfgang Weitlaner | pte.online
Weitere Informationen:
http://online.wsj.com

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