Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Membranproteine als Vermittler zwischen Zellen

22.01.2008
Membranproteine sind eine spezielle Form der Proteine (umgangssprachlich auch Eiweiße genannt), die in die Lipidschicht einer Biomembran eingelagert oder dieser aufgelagert sind. Sie spielen innerhalb zellulärer und physiologischer Prozesse eine fundamentale Rolle.

Als Strukturproteine bestimmen sie den Aufbau der Zelle und damit letztlich die Beschaffenheit von Geweben sowie den gesamten Körperaufbau. Als Ionenkanäle regulieren sie die Ionenkonzentration in der Zelle sowie die Erregbarkeit von Nerven und Muskeln. Als Transportproteine übernehmen sie den Transport körperwichtiger Substanzen wie z. B. der Glucose, die im gesamten Körper für die Energieversorgung von zentraler Bedeutung ist.

Als Signalübertragungsproteine dienen sie der Signalübermittlung bzw. Signaltransduktion z. B. von Zelle zu Zelle. Kurz: Sie vermitteln den Stoff- und Informationstransfer zwischen Zellen und Organsystemen.

Funktionell intakte Membranproteine sind für die Gesundheit des Menschen unerlässlich. Sie sind Ziel für eine große Zahl von Medikamenten und pharmakologisch wirksamer Substanzen. Weisen sie allerdings spezifische Defekte auf, führen sie zur Entstehung vieler bekannter Erkrankungen: Alzheimer, Parkinson, Mukoviszidose oder Krebs sind nur einige davon.

... mehr zu:
»Membranprotein »Zelle

Vor diesem Hintergrund stellt die Erforschung der Membranproteine eine große Herausforderung für viele interdisziplinär arbeitende Wissenschaftler dar. Am Kompetenzzentrum Molekulare Medizin (KoMM) der Universität des Saarlandes zum Beispiel haben sich hochkarätige Forscherteams zusammen gefunden, um die molekularen Mechanismen von ausgewählten Membranproteinen, die grundlegende Funktionen des Körpers steuern, in Zellen zu entschlüsseln.

Dabei bilden hochauflösende bildgebende Verfahren einen methodischen Schwerpunkt. Durch das Verständnis der Vorgänge in Zellen wird der Zugang zu neuen Technologien und Behandlungsmöglichkeiten gelegt. Das Interesse reicht dabei von der Betrachtung einzelner Gene für die Entstehung von Erinnerungen und Gedächtnisinhalten über die Erforschung neuer Gene zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen bis hin zu neuen Ansätzen in der Therapie von Diabetes. Durch ausgeklügelte biomathematische und molekularbiologische Modelle versuchen die Wissenschaftler neue Behandlungsmöglichkeiten gegen das Hepatitis-C- und HIV-Virus zu entwickeln.

Die Spitzenforschung auf dem Gebiet der molekularen Medizin im Saarland wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen von vier Verbundprojekten und zwei Graduiertenkollegs gefördert. Das erarbeitete Wissen wird in die Entwicklung neuer Technologien und Therapien fließen.

Kontakt:
Prof. Dr. Richard Zimmermann
Kompetenzzentrum Molekulare Medizin
Universitätskliniken des Saarlandes, Gebäude 44
66424 Homburg/Saar
Telefon: 0 68 41/1 62 65 10
E-Mail: bcrzim@uks.eu

Helga Hansen | Innovationseinblicke Saarland
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de/fak2/komm/
http://www.innovation.saarland.de

Weitere Berichte zu: Membranprotein Zelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Bakterieller Untermieter macht Blattnahrung für Käfer verdaulich
17.11.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

nachricht Neues Werkzeug für gezielten Proteinabbau
17.11.2017 | Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte