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"Sicheres" Ebola-Virus für Forschungszwecke hergestellt

22.01.2008
Entfernung eines Gens verhindert Ausbreitung

Wissenschaftler der University of Wisconsin-Madison haben im Labor eine ungefährliche Form des tödlichen Ebola-Virus hergestellt, die die Forschung nach einem Impfstoff oder einem neuen Behandlungsansatz erleichtern soll. Das Entfernen eines einzelnen Gens verhindert laut den Proceedings of the National Academy of Sciences, dass sich das Virus vermehren kann.

Mit dem Ebola-Virus wird derzeit nur in Laboren mit der hohen Sicherheitsstufe BSL4 gearbeitet. Das bedeutet, dass nur sehr wenige Institutionen Forschungsprojekte durchführen können. Laut BBC sterben derzeit bis zu 80 Prozent der Infizierten.

Die Wissenschaftler sind davon überzeugt, einen sehr guten Ansatz gefunden zu haben, wie das Hantieren mit dem Virus weniger gefährlich werden kann. Eines der acht Gene des Virus, VP30, ist entscheidend. Ohne dieses Gen kann das Virus sich in Wirtszellen nicht von selbst vermehren. Die Forscher wollen trotzdem, dass sich das Virus zu Studienzwecken reproduziert.

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Sie entwickelten daher Nierenzellen von Affen, die das erforderliche Protein enthielten. Da die Zelle das Protein lieferte und nicht der Virus selbst, konnte sich das Virus nur innerhalb dieser Zellen vermehren. Es soll auch bei der Übertragung auf einen Menschen ungefährlich bleiben.

Um diesen Ansatz zu beweisen, wurden Dutzende Zyklen von Infektion und Replikation durchgespielt. Es konnte keine Form des Virus nachgewiesen werden, die ein anderes Lebewesen krank machte. Der leitende Wissenschaftler Yoshihiro Kawaoka erläuterte, dass man ein biologisch in sich abgeschlossenes Virus habe schaffen wollen. "Das veränderte Virus breitet sich in normalen Zellen nicht aus. Dieses System kann daher für Tests an Medikamenten und die Herstellung von Impfstoffen eingesetzt werden."

Nicht alle Ebola-Experten sind von diesem Ansatz überzeugt. Susan Fisher-Hoch vom University of Texas Health Science Center war bei den ersten Ebola-Studien in den achtziger Jahren dabei, die im BSL4-Labor in Porton Down durchgeführt wurden. Die Wissenschaftlerin erklärte, dass mehr Beweise für die Harmlosigkeit des neuen Virus erforderlich seien. Sie würde sich erst nach umfangreichen Tests an lebenden Affen sicher fühlen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.wisc.edu
http://www.pnas.org
http://www.uthouston.edu

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