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Orang-Utans ahmen die Mimik von Artgenossen nach

16.01.2008
TiHo-Forscherinnen analysierten Verhalten von 25 Menschenaffen

Sehen wir einen Menschen lächeln, oder gähnen werden wir unwillkürlich dazu angeregt ihn nachzuahmen und ebenfalls zu lächeln oder zu gähnen. Dieser Mechanismus der emotionalen Ansteckung ist die Voraussetzung dafür, dass wir die Gefühle anderer verstehen, uns in sie hineinversetzen und Mitgefühl entwickeln können.

Ob diese bisher nur beim Menschen bekannte Fähigkeit in Ansätzen bereits bei Tieren vorkommt, war bislang unklar. Bei Untersuchungen zum Spielverhalten von Orang-Utans konnten Dr. Marina Davila Ross, ehemalige Doktorandin des Zentrums für Neurowissenschaften der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), und ihre Betreuerin, Prof. Dr. Elke Zimmermann aus dem Institut für Zoologie der TiHo, über Videoanalysen dokumentieren, dass Orang-Utans spontan die Mimik ihres Spielpartners nachahmen und damit bereits über Mechanismen verfügen, die bisher als menschspezifisch angesehen wurden. Ihre Erkenntnisse haben die Wissenschaftlerinnen in der Fachzeitschrift Biology Letters veröffentlicht (http://www.journals.royalsociety.org/content/lxv587332871j3g7).

"Zeigt ein Orang-Utan bei der Aufforderung zum Spiel oder während des Spiels ein sogenanntes Spielgesicht, imitiert sein Spielpartner diese Mimik in weniger als einer Sekunde. Diese spontane Nachahmung eines emotionalen Ausdrucks ist eigentlich typisch für menschliches Verhalten. Unsere Analysen zeigen aber, dass diese Anlage bereits bei Menschenaffen ausgebildet ist" beschreibt Prof. Dr. Elke Zimmermann die Ergebnisse. Dr. Marina Davila Ross, jetzt Center for the Study of Emotions, University of Porthmouth, ergänzt: "Bei Menschen kann das Nachahmen der Mimik unwillkürlich und willkürlich erfolgen. Bis zu unserer Entdeckung gab es keine Hinweise darauf, dass das spontane Kopieren von Gesichtern einen biologischen Ursprung hat".

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Für ihre Studie haben die Forscherinnen das Spielverhalten von 25 Orang-Utans im Alter von zwei bis zwölf Jahren in verschiedenen Zoos und einem Rehabilitationszentrum untersucht. Dabei kopierten allerdings nicht alle Tiere in einer Gruppe die Gesichtsmimik eines potentiellen Spielpartners. Die Forscherinnen vermuten deshalb, dass noch andere Faktoren, wie beispielsweise der Bekanntheitsgrad der Tiere untereinander, eine Rolle spielen, damit die Affen den emotionalen Ausdruck ihres Gegenübers kopieren.

Für weitere Informationen steht Ihnen gern zur Verfügung:

Prof. Dr. Elke Zimmermann
Institut für Zoologie
Tel. (05 11) 9 53 87 40
E-Mail: elke.zimmermann@tiho-hannover.de

Sonja von Brethorst | idw
Weitere Informationen:
http://www.tiho-hannover.de/
http://www.journals.royalsociety.org/content/lxv587332871j3g7

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