Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gentherapie eröffnet Behandlungsmöglichkeit für Fragiles-X-Syndrom

20.12.2007
Große Fortschritte durch Manipulation eines Gens bei Mäusen erzielt

Wissenschaftler des Picower Institute for Learning and Memory am MIT haben Gentherapie eingesetzt, um die Symptome des Fragilen-X-Syndroms zu verringern. Dieses Syndrom ist die Hauptursache für vererbte Lernschwierigkeiten und Autismus. Derzeit gibt es für das Fragile-X-Syndrom, das auch mit Epilepsie und einem nicht normalen Körperwachstum in Zusammenhang gebracht wird, keine Behandlungsmöglichkeit. Durch die Manipulation nur eines Gens gelangen den Wissenschaftlern nun bei Mäusen große Fortschritte. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Neuron veröffentlicht.

Das Fragile-X-Syndrom wird durch den Verlust des Gens FMRP verursacht, das ein Protein herstellt, das bei der Proteinsynthese in bestimmten Bereichen des Gehirns wie eine Bremse wirkt. Die Theorie geht davon aus, dass damit einem anderen Protein, mGluR5, ermöglicht wird, diesen Prozess ohne Kontrolle zu stimulieren. Die Folge ist eine zu hohe Aktivität im Gehirn. Die Forscher untersuchten Mäuse, denen das FMRP-Gen fehlte und die viele der Symptome aufwiesen die mit dem Fragile-X-Syndrom in Verbindung gebracht werden. Zusätzlich wurden Mäuse geschaffen, denen nicht nur FMRP fehlte, sondern, die auch über nur 50 Prozent mGluR5 verfügten. Die Tiere der zweiten Gruppe wiesen geringere Symptome auf, weniger Anzeichen von Abweichungen im Gehirn und weniger Anzeichen eines nicht normalen Wachstums.

Das Fehlen von FMRP führt zum Beispiel zu einem übermäßigen Wachstum der Verbindungen zwischen Nervenzellen, den so genannten dendritischen Dornen. Bei einer Kombination mit 50 Prozent weniger mGluR5 war die Dichte völlig normal. Die zweifach veränderten Mäuse litten zusätzlich deutlich seltener an epileptischen Anfällen. Der leitende Wissenschaftler Mark Bear betonte, dass diese Erkenntnisse entscheidende therapeutische Implikationen beim Fragilen-X-Syndrom und Autismus haben. Mark Hirst, der wissenschaftliche Berater der britischen Fragile X Society, wies laut BBC darauf hin, dass die Tiere in der Studie im Laufe ihrer Entwicklung von den verringerten mGluR5-Werten profitierten. Dieser Effekt könne bei der Behandlung von Menschen nicht nachgebildet werden.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://web.mit.edu/picower
http://www.neuron.org
http://www.fragilex.org.uk

Weitere Berichte zu: Behandlungsmöglichkeit FMRP Fragile-X-Syndrom Gen Gentherapie Mäuse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zebras: Immer der Erinnerung nach
24.05.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Wichtiges Regulator-Gen für die Bildung der Herzklappen entdeckt
24.05.2017 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten