Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bizarre "Schneeflocken" aus dem Meer

19.12.2007
Sie sehen aus wie Sterne, Raketen oder bizarre Schneeflocken, sie sind kugelig, verzweigt oder erinnern an pausbäckige Gesichter: winzig kleine Einzeller aus dem Meer. So genannte Foraminiferen und Radiolarien sind ab dem 1. Januar die Protagonisten der Rubrik "Fossil des Monats" im Goldfuß-Museum der Universität Bonn.

Die ornamentierten und stark skulpturierten Hüllen und Skelette sind die Gehäuse mariner Einzeller, die im Ozean als Plankton treiben. Ihre kalkigen oder kieseligen Hüllen dienen dabei zum Schutz und zur Stabilität des gallertartigen Körpers. Doch sie sind nicht nur schön, sondern dienen auch Wissenschaftlern zur Datierung von Gesteinsschichten. Zudem sind sie Indikatoren für Erdölspeichergesteine, was für die Industrie von großem Interesse ist.


Manche Einzeller-Hüllen sehen aus wie bizarre Schneeflocken... (c) Georg Oleschinski / Universität Bonn

Am Bonner Institut für Paläontologie wird in der Gruppe um Professor Dr. Martin Langer an diesen planktonischen Organismen geforscht. Dabei können mit Hilfe des Elektronen-Raster-Mikroskops winzige Strukturen sichtbar gemacht werden. Sie liefern den Forschern wichtige Erkenntnisse über die Lebensweise der Organismen. Die nun ausgestellten Bilder wurden mit diesem Verfahren gewonnen und nachträglich eingefärbt, da das Elektronen-Raster-Mikroskop nur schwarz-weiß abbildet.

Dem Laien bieten sie einen Einblick in einen faszinierenden Mikrokosmos, der bereits im 19. Jahrhundert entdeckt wurde. Mit dem 10teiligen Werk "Kunstformen der Natur" dokumentierte der Zoologe Ernst Haeckel die Vielfalt und Schönheit von natürlichen Formen. Er bildete dabei mit dem Lithografen Adolf Giltsch hauptsächlich marine Organismen ab. Sein Werk blieb nicht ohne "Folgen": Künstler und Architekten des Jugendstils, der vorherrschenden Kunstform in dieser Zeit, wurden durch seine Darstellung verschiedener Lebewesen inspiriert. So ging das Eingangsportal der Pariser Weltausstellung von 1900 auf Haeckels Darstellungen einzelliger Radiolarien zurück.

... mehr zu:
»Organismus »Radiolarien

Auch heute haben diese fragilen Formen des Lebens nichts an ihrer Schönheit verloren. Der Betrachter staunt über feine Verzweigungen, sonnenähnliche Formen, Raketen und Gesichter. Das Schöne liegt manchmal so nah - wie Haeckel bereits 1860 meinte: "Aber trotz dieser ununterbrochenen Einförmigkeit ist dies Leben nichts weniger als langweilig, da die unerschöpflich reiche Natur immer neue, schöne und interessante Formen liefert, welche neuen Stoff zum Raten und Nachdenken, Zeichnen und Beschreiben geben."

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de/

Weitere Berichte zu: Organismus Radiolarien

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zebras: Immer der Erinnerung nach
24.05.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Wichtiges Regulator-Gen für die Bildung der Herzklappen entdeckt
24.05.2017 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten