Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Rolle von MicroRNAs in der Stammzellentwicklung und bei Leukämie

14.12.2007
Die hämatopoetische Differenzierung ist ein komplexer Vorgang, der durch vielfältige Mechanismen reguliert wird. Einer der wichtigsten dieser regulatorischen Mechanismen ist die Proteinexpression.

Aus diesem Grund möchten wir die Regulation der Transkription durch PU.1 während der Monozyten-Differenzierung untersuchen. PU.1 ist ein essentieller Master-Regulator der Monozyten-Differenzierung. In der Akuten Myeloischen Leukämie (AML) ist eine PU.1 Dysregulation nachgewiesen worden. Des Weiteren konnte gezeigt werden, dass ein PU.1 Knock-out im Mausmodell zur Ausprägung einer Leukämie führt.

Ein weitgehend unbekannter Regulationsmechanismus der Proteinexpression stellt die posttranskriptionale Kontrolle durch micro RNAs dar. Micro RNAs (miRNAs) sind kurze (~22nt) nicht codierende RNAs, die durch ihre Bindung an Ziel-mRNAs deren Translation hemmen. Aus diesem Grund möchten wir die Expression und den Einfluss von miRNAs in der Monozytopoese untersuchen.

Durch die gestörte Regulation von Transkriptionsfaktoren kommt es in der akuten myeloischen Leukämie zu einem Differenzierungsblock und zur Hyperproliferation von Myeloblasten. PU.1 ist ein essentieller Transkriptionsfaktor in der Monozyten Differenzierung.

Wir vermuten, dass PU.1 die Expression von miRNAs reguliert und dadurch zur Monozytenspezifischen Differenzierung beiträgt. Um diese Hypothese zu belegen werden wir die miRNA Expression und das "Promotor targeting" von PU.1 zu einem frühen und späteren Zeitpunkt vergleichen. Wir könnten uns vorstellen, dass die PU.1 regulierten miRNAs diejenigen mRNAs binden, die die Differenzierung zu Nicht-Monozyten-Linien oder Proliferation induzieren.

Andererseits stellen wir die Hypothese auf, dass die PU.1-Expression posttranskriptionell durch miRNAs reguliert wird. Es konnte bereits gezeigt werden, das die PU.1-mRNA ein putatives Ziel der miRNA 155 ist. Diese miRNA ist unter anderem in Hodgkin Lymphom sowie in verschiedenen Leukämien hochexprimiert.

Sollten sich die in diesem Forschungsvorschlag gemachten Hypothesen bestätigen würde dieses neue Einsichten in die Stammzelldifferenzierung und Pathogenese von Leukämien eröffnen.

Kontakt: PD Dr. med. Gerhard Behre
Universitätsklinikum der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Klinik für Innere Medizin IV - Onkologie und Hämatologie -, Bereich
Knochenmarktransplantation
Ernst-Grube-Straße 40, 06120 Halle, Germany
Tel. 0345-557-7260, -7259, -0 (Funk 207), -7287, -7245
Fax: 0345-557-7143/-2814, Email: gerhard.behre@medizin.uni-halle.de
Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit weiteren 170.000 €, nachdem bislang bereits über 109.000 € Fördermittel geflossen sind.

Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 160 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Bernhard Knappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

Weitere Berichte zu: Differenzierung Expression Hypothese Leukämie RNAs

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung
26.04.2017 | Universität Ulm

nachricht Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt
26.04.2017 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie