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Uni Magdeburg und Impfstoffwerk Dessau-Tornau entwickeln neue Impfstoffe

16.05.2002


Gemeinsame Forschungsarbeiten zur Weiter- und Neuentwicklung von Impfstoffen für Mensch und Tier sind das Ziel einer kürzlich abgeschlossenen Rahmenvereinbarung zwischen dem Kanzler Wolfgang Lehnecke der Otto-von-Guericke-Universität Magedeburg, und dem Geschäftsführer Dr. Heinz Hofmann des Impfstoffwerkes Dessau-Tornau (IDT). Mit dieser Vereinbarung wurde der Grundstein für eine mehrjährige Zusammenarbeit zwischen dem Lehrstuhl Bioprozesstechnik, Prof. Dr. Udo Reichl, Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik der Universität, und dem IDT gelegt. Schwerpunkt der Forschungsaktivitäten wird die Entwicklung und Optimierung von Bioprozessen zur Produktion von Impfstoffen sein. Beispielhaft seien hier genannt: Vektorvakzinen zur Prophylaxe von Malaria und Aids, neue Impfstoffe zur Bekämpfung der Grippe (Influenza) bei Pferden und moderne bakterielle Lebendimpfstoffe.

Im Dessauer Werk werden Impfstoffe gegen Virus-, Bakterien- und Pilzinfektionen der Tiere entsprechend den EU-Richtlinien entwickelt. Dafür konnten seit der Privatisierung umfangreiche personelle, räumliche und technische Voraussetzungen geschaffen werden. In den nächsten Jahren ist der Neubau eines Technikums geplant, um im Labor erzielte Ergebnisse noch schneller in den Produktionsmaßstab überführen zu können. Zum planmäßigen Ausbau der Forschungs- und Entwicklungskapazitäten gehört auch der Aufbau eines Netzwerkes mit wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland.

Die Zusammenarbeit mit der Universität Magdeburg zielt besonders auf die gemeinsame Entwicklung von Prozessen zur Virusvermehrung und Bakterienkultivierung als Grundlage für die effektive Produktion von Impfstoffen. Dies betrifft nicht nur die eigenen Tierimpfstoffe des IDT sondern auch Verfahren für die Herstellung international bedeutsamer Impfstoffe für den Menschen im Auftrag anderer pharmazeutischer Unternehmen.

Der Lehrstuhl Bioprozesstechnik, Leitung Prof. Dr. Udo Reichl, wurde 1999 im Rahmen des Ausbaus der Magdeburger Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik neu gegründet. In einer knapp zweijährigen Aufbauphase wurden sowohl die experimentellen als auch die apparativen Möglichkeiten für Spitzenforschung in der Biotechnologie geschaffen. Schwerpunkte der wissenschaftlichen Arbeit sind: die Weiterentwicklung und Optimierung biotechnologischer Verfahren, Zellkulturtechnik, Vermehrung von Viren und Bakterien, Überwachung und Regelung von Bioreaktoren durch Einsatz modernster Prozessleitsysteme, Einsatz leistungsfähiger Methoden zur Analyse von Bioprozessen sowie der gezielte Entwurf von Downstream Processing (Aufarbeitung) Konzepten zur Aufreinigung pharmazeutischer Wirkstoffe. Durch eine enge Kooperation mit den Lehrstühlen der Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik und dem Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg ist zusätzlich die effiziente Bearbeitung auch weiterführender, fächerübergreifender Fragestellungen gewährleistet.

Die wissenschaftliche Zusammenarbeit beider Partner wirkt sich positiv auf die Lehre aus. So stehen zum Wintersemester 2002/03 mit der Einführung der neuen Studiengänge "Umwelt- und Energieprozesstechnik", "Computergestützte Prozessgestaltung" sowie "Molekulare und strukturelle Produktgestaltung" attraktive Studienangebote in Zukunftstechnologien zur Verfügung, die eine Ausbildung auf hohem wissenschaftlichen Niveau sicherstellen. Durch die Einbindung praxisnaher Fragestellungen und Kooperationen mit der regionalen Industrie wird es darüber hinaus möglich, die erlernten Methoden schon früh an interessanten Aufgabenstellungen aus dem späteren Arbeitsbereich zu erproben.

Weitere Auskünfte:

Prof. Dr. Udo Reichl, Lehrstuhlleiter Bioprozesstechnik der Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Tel.: (0391) 67-18402, E-Mail: udo.reichl@vst.uni-magdeburg.de

Waltraud Riess | idw

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