Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bedeutende neue Entdeckung zu HIV-Demenz

01.10.2009
Wissenschaftler in Melbourne haben entdeckt, dass die Infektion eines bestimmten Zelltyps im Gehirn bei Patienten mit HIV-assoziierter Demenz sehr verbreitet ist. Die Entdeckung widerlegt frühere medizinische Studien, die nahe legten, dass die HIV-Infektion von Astrozyten (Sternzellen) im Gehirn selten auftritt und dass die Zellen nur eine untergeordnete Rolle bei der Entwicklung dieser Erkrankung spielen.

Laut Professor Steve Wesselingh, Dean of Medicine, Nursing and Health Sciences an der Monash University und Mitglied des internationalen Forscherteams, sind die neuen Erkenntnisse von großer Bedeutung für die HIV-Forschung.

"Wir erhalten einen besseren Einblick in die HIV-assoziierte Demenz; und obwohl diese schneller ausbricht als altersbedingte Demenz oder Alzheimer und durch einen Virus hervorgerufen wird, sind die nun vorliegenden Forschungsergebnisse auch sehr wichtig, um Alzheimer zu verstehen."

Die HIV-assoziierte Demenz wird durch eine Infektion des zentralen Nervensystems ausgelöst und gilt als Komplikation bei Menschen, die mit HIV oder AIDS leben. Sie ist die am stärksten verbreitete Form von Demenz bei unter 40-jährigen, die Gesundheitssysteme weltweit vor erhebliche Herausforderungen stellt. Obwohl Medikamente zur Behandlung der HIV-Infektion zur Verfügung stehen, berichten Ärzte von einer zunehmenden Zahl HIV-assoziierter Demenz. Hierfür werden zwei Gründe vermutet: Zum einen sterben heutzutage weniger Patienten an AIDS bevor die HIV-assoziierte Demenz ausbricht, zum anderen sind die meisten bestehenden Medikamente für eine Behandlung von Gehirninfektionen nicht geeignet, da sie das Gehirn nicht effektiv durchdringen.

Astrozyten sind der am häufigsten vorkommende Zelltyp im Gehirn. Sie führen viele wichtige Funktionen aus, die für eine normale Funktionalität des Gehirns entscheidend sind. Eine Hauptaufgabe ist die Aufrechterhaltung einer optimalen Umgebung für Neuronen, die dem Körper Funktionsanweisungen geben.

Möglicherweise stellen die Astrozyten bei einer HIV-assoziierten Demenz ihre normale Funktionsweise ein. Dies kann dann dazu führen, dass Neuronen absterben oder nicht normal arbeiten. Im Gegensatz zu anderen Körperzellen, die sich fortlaufend regenerieren, sind Astrozyten langlebig und regenerieren sich nicht so leicht. Daher können die Auswirkungen von HIV auf die Astrozyten lang anhaltend oder sogar dauerhaft sein.

Im Moment liegt ein wesentlicher Fokus in der HIV-Forschung auf der Identifizierung neuer Wege, HIV dauerhaft aus dem Körper, insbesondere aus so genannten HIV-Reservoirs zu löschen und die HIV-Infektion damit zu heilen. Vor allem die HIV-Reservoirs sind für Anti-HIV-Medikamente jedoch schwer zu erreichen. Die nun vorliegende Studie unterstreicht die Bedeutung des Gehirns als Reservoir für HI-Viren. Behandlungen, die HIV aus dem Körper entfernen sollen, müssen daher so ausgerichtet werden, dass die Viren auch aus den Astrozyten im Gehirn gelöscht werden.

Weitere Informationen:
Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Pressestelle
Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Email: berlin@ranke-heinemann.de
Tel.: 030-20 96 29 593
Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist die zentrale Einrichtung aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.

Sabine Ranke-Heinemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de
http://www.ranke-heinemann.at
http://www.wissenschaft-australien.de

Weitere Berichte zu: Aids Alzheimer Astrozyt Demenz HIV HIV-Demenz HIV-Forschung HIV-Infektion HIV-Reservoirs Infektion Neuron Virus Zelltyp

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Verteidigung um fast jeden Preis
14.12.2017 | Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie, Plön

nachricht Mitochondrien von Krebszellen im Visier
14.12.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

Plasmonic biosensors enable development of new easy-to-use health tests

14.12.2017 | Health and Medicine

New type of smart windows use liquid to switch from clear to reflective

14.12.2017 | Physics and Astronomy

BigH1 -- The key histone for male fertility

14.12.2017 | Life Sciences