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Im „Atlas of Biodiversity Risk" machen 366 Forscher auf die wichtigesten Gefahren für die Biodiversität aufmerksam

25.06.2010
Die Hauptrisiken für die biologische Vielfalt in Europa und weltweit werden hervorgerufen vom globalen Klima- und Landnutzungswandel und der Umweltverschmutzung.

Zu diesem Schluss kommt der neuerschienene 280 Seiten starke "Atlas der Biodiversitätsrisiken", zu dem 366 Autoren aus über 180 Institutionen in 43 Ländern beigetragen haben. Er ist der erste Atlas seiner Art, der die Hauptfaktoren zusammenfasst, die zum Verlust der biologischen Vielfalt auf europäischer und globaler Ebene führen.

Welche Handlungsempfehlungen die Politik und Öffentlichkeit, aber auch die Forschung, daraus lernen können, erklärt einer der Hauptautoren PD Dr. Joseph Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ im Interview.

Der „Atlas of Biodiversity Risk" kombiniert die Hauptergebnisse des großen EU-Forschungsprojektes ALARM (68 Partner aus 35 Ländern in Europa und Übersee) mit einigen Kernergebnissen aus zahlreichen anderen Forschungsnetzwerken.

Der Atlas behandelt die Auswirkungen und Konsequenzen des Biodiversitätsverlustes mit einem starken Fokus auf sozioökonomische Faktoren und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft. Als Basis für die vorhergesagten Effekte und möglichen Handlungsoptionen dienen drei verschiedene Zukunftsszenarien: a) das Szenario kontinuierlichen ökonomischen Wachstums (GRAS), b) ein „Weiter-So-Szenario (BAMBU) und c) ein nachhaltigkeitsorientiertes Szenario (SEDG).

Der Atlas ist in elf Kapitel unterteilt, die sich an den Belastungen für die Artenvielfalt orientieren und durch über 100 Fallstudien untermauert sind.

Der Atlas richtet sich an ein breites Publikum: Wissenschaftler können darin Zusammenfassungen von Methoden, Ansätzen und Fallstudien finden. Für Naturschützer und politische Entscheidungsträger sind leicht verständliche Empfehlungen gedacht, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Dozenten und Lehrer können Beispiele herausgreifen, um die großen Herausforderungen unseres Jahrhunderts im globalen Umweltwandel zu erklären.

Im NeFo-Interview erklärt Herausgeber PD Dr. Joseph Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Halle, welche Handlungsempfehlungen Politiker und Öffentlichkeit, aber auch die Forschung, für zukünftige Entscheidungen herausziehen können.

Bestellen können Sie den Atlas hier:
http://pensoft.net/newreleases/14595.htm

Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung Deutschland (NEFO) ist eine Kommunikationsplattform für Wissenschaftler und Anwender von Wissen zur biologischen Vielfalt. Ein wichtiges Ziel ist es, die Forschung unterschiedlicher Disziplinen, die sich mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen zur Biodiversität befasst, stärker ins öffentliche Licht zu stellen. Hierzu stehen direkte Ansprechpartner für Fragen aus Medien, Politik und Öffentlichkeit bereit, arbeiten aktuelle Themen auf und vermitteln Experten.

Projektpartner sind das Museum für Naturkunde Berlin, Universität Potsdam und Helmholz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ.

Sebastian Tilch | UFZ News
Weitere Informationen:
http://www.biodiversity.de
http://www.ufz.de

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