Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Atlas der Bakterien im menschlichen Körper entwickelt

06.11.2009
Unerwartet große Unterschiede zwischen den einzelnen Personen

Wissenschaftler der University of Colorado haben einen Atlas der Bakterien entwickelt, die in den verschiedenen Bereichen des menschlichen Körpers leben. Das Team um Rob Knight fand unerwartet große Unterschiede bei den verschiedenen untersuchten Personen.

Die Wissenschaftler hoffen, dass diese Forschungsergebnisse eines Tages die klinische Forschung unterstützen werden. Es könnte dann möglich sein, bestimmte Stellen am Körper zu identifizieren, wo die Transplantation bestimmter Mikroben gesundheitliche Vorteile bringen können. Details der Studie wurden in Science Express http://www.sciencemag.org/sciencexpress veröffentlicht.

Unterschiede von Mensch zu Mensch und von Test zu Test

Die Studie basiert auf der intensiven Analyse der Bakterien, die sich an 27 verschiedenen Stellen der Körper von neun gesunden Freiwilligen fanden. Nicht nur unterschieden sich die Bakterien von Mensch zu Mensch, sie unterschieden sich auch deutlich von einer Körperstelle zur anderen und von Test zu Test. Trotzdem wurden einige Muster sichtbar.

Knight betonte, dass es sich um die bisher kompletteste Darstellung dieses Bereiches des menschlichen Körpers handele. Weitere Forschungsprojekte zu diesem Thema sind bereits geplant. Ziel sei es herauszufinden, was bei einem normalen Menschen als normal gelten kann. Damit entstehe eine Grundlage für weitere Studien zur Erforschung von Abweichungen, von Krankheiten.

100 Billionen Mikroben auf oder im Körper

Auf oder im menschlichen Körper leben rund 100 Billionen Mikroben, die eine entscheidende Rolle bei zahlreichen physiologischen Vorgängen spielen sollen. Dazu gehören die Entwicklung des Immunsystems, die Verarbeitung von wichtigen Lebensmitteln und die Abwehr von möglicherweise Krankheiten verursachenden Pathogenen, heißt es bei BBC Online.

Die Wissenschaftler sammelten von jedem der Freiwilligen innerhalb von drei Monaten vier Proben. Normalerweise wurden sie ein bis zwei Stunden nach einer Dusche entnommen. Mittels der neuesten Gensequenzierungs- und Computertechnik wurden die Profile der an jeder Stelle gefundenen Mikroben erstellt.

Geringste Abweichung in der Mundhöhle

Die meisten Stellen wiesen bei den Tests große Abweichungen bei den ermittelten Bakterien auf. Das galt sogar für den gleichen Menschen. Eine geringere Abweichung konnte bei den Achseln und den Fußsohlen festgestellt werden. Verantwortlich dafür dürfte sein, dass sie den Bakterien eine ähnlich dunkle und feuchte Umgebung bieten. Die geringste Abweichung wurde in der Mundhöhle nachgewiesen. Hautbereiche am Kopf wie Stirn, Nase, Ohr und Haar wurden von einer bestimmten Bakterienart dominiert. Bereiche des Rumpfes und der Beine von einer anderen.

Viele Fragen noch zu klären

Der Wissenschaftler Noah Fierer erklärte, dass eine immense Menge von Fragen zu beantworten sei. Warum verfügen gesunde Menschen über so viele verschiedene mikrobielle Gesellschaften? Erhalten wir bei der Geburt eine eigene mikrobielle Signatur oder verändert sie sich im Lauf der Zeit? Und welche Bedeutung haben die Bakterien überhaupt?

In einer früheren Studie untersuchten die Wissenschaftler die Bakterien auf 102 menschlichen Händen. Sie identifizierten mehr als 4.200 Arten von Bakterien. Nur fünf kamen jedoch bei allen 51 Teilnehmern vor.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.colorado.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse
21.08.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Wie Pflanzen ihr Gedächtnis vererben
21.08.2017 | Gregor Mendel Institut für Molekulare Pflanzenbiologie (GMI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik