Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Asche im Reagenzglas

06.05.2013
Ein neues Forschungsprojekt befasst sich mit den Folgen der Biomasseverbrennung für die menschliche Gesundheit

Wie wirken sich Staub und Feinstaub, die bei der Verbrennung von Fichtenholz, dem Gras Miscanthus oder anderer Biomasse entstehen, auf die Luftqualität und die Gesundheit der Menschen in der Region Oberrhein aus?

Diese Fragen stehen im Zentrum des neuen, fächerübergreifend und trinational angelegten Forschungsprojekts BIOCOMBUST – Gesundheitliche Aspekte der energetischen Biomassenutzung. „Das Vorhaben ist beispielhaft für den Ansatz der Albert-Ludwigs-Universität, Themen der nachhaltigen Entwicklung fächer- und fakultätsübergreifend zu betrachten und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten“, sagt Rektor Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Jochen Schiewer.

Biomasse gilt bislang als ökologisch korrekte, attraktive Energiequelle: Kraftwerksbetreiber und Privathaushalte verbrennen regional erzeugte, nachwachsende Rohstoffe, um Strom und Wärme zu erzeugen. Dabei gelangen jedoch Aschepartikel in die Atmosphäre, die möglicherweise giftig sind, das Erbgut verändern oder Krebs auslösen.

Ein wichtiges Ziel von BIOCOMBUST sei daher, Akteure aus der Biomassebranche zu vernetzen und Wirtschaft, Politik sowie die breite Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren, sagt Projektleiter Prof. Dr. Reto Gieré vom Institut für Geo- und Umweltnaturwissenschaften der Universität Freiburg: „Wir wollen zum Ausbau dieser Energiequelle beitragen, aber nicht um jeden Preis, sondern auf verantwortliche Weise.“ Die Forscherinnen und Forscher untersuchen zu diesem Zweck Aschen, die bei der Verbrennung verschiedener Rohstoffe aus der Region entstehen. Sie analysieren, welche Teilchen in welchen Mengen darin vorkommen, wie groß sie sind und wie sie sich chemisch zusammensetzen.

Anschließend setzen sie im Reagenzglas menschliche Lungenzellen den nach Größe und chemischer Beschaffenheit getrennten Teilchen in verschiedenen Konzentrationen aus, um die biologischen Effekte zu bestimmen. Auf dieser Basis können sie Aussagen darüber treffen, welche Rohstoffe sich für die Biomassebranche eignen und wie sie zu verbrennen sind, damit keine problematischen Partikel in die Atmosphäre gelangen. Die Verwertung der anfallenden Aschen als sekundäre Kohlenstoffdioxid-neutrale Rohstoffe für die regionale Zementindustrie ist ein weiterer innovativer Forschungsansatz des Projekts.

BIOCOMBUST läuft bis Mai 2015 und verfügt über ein Budget von knapp 2,1 Millionen Euro. Die Hälfte davon finanziert die Europäische Union über das Programm „INTERREG IV Oberrhein“, das die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Dreiländereck fördert. Die Albert-Ludwigs-Universität ist mit dem Institut für Geo- und Umweltnaturwissenschaften und dem Institut für Pharmazeutische Wissenschaften, vertreten von Prof. Dr. Irmgard Merfort, beteiligt.
Mit dabei sind zudem das Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Freiburg um Prof. Dr. Volker Mersch-Sundermann, das Max-Planck-Institut für Chemie Mainz, vertreten durch das Otto-Hahn-Institut, der Deutsche Wetterdienst mit dem Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung, die Université de Haute-Alsace/ Frankreich mit dem Laboratoire Gestion des Risques et Environnement und dem Laboratoire Modélisation, Intelligence, Processus et Systèmes, die Association pour la surveillance et l´étude de la pollution atmosphérique und der schweizer Zementhersteller Holcim AG.

Informationen zum Projekt:
www.biocombust.eu

Kontakt:
Sophia Noz
BIOCOMBUST Öffentlichkeitsarbeit
Institut für Geo- und Umweltnaturwissenschaften
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-6416
E-Mail: presse@biocombust.eu

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.biocombust.eu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Superkondensatoren aus Holzbestandteilen
24.05.2018 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Was einen guten Katalysator ausmacht
24.05.2018 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was einen guten Katalysator ausmacht

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Superkondensatoren aus Holzbestandteilen

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Schaltschrank-Plattform für die Energiewelt

24.05.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics