Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Arzneimittel aus heimischen Pflanzen entwickeln

12.03.2009
EU-Projekt "Red Cat" wird in Saarbrücken eröffnet

Wie man Schädlinge mit Inhaltsstoffen aus Zwiebeln bekämpfen oder das Immunsystem mit Wirkstoffen aus Blaubeeren stärken kann, erforscht ein neuer Biotechnologie-Verbund, den die Saar-Universität koordiniert.

Im Mittelpunkt des grenzüberschreitenden Vorhabens stehen Wirkstoffe und Arzneimittel aus heimischen Pflanzen. Die Europäische Gemeinschaft unterstützt das Großforschungsprojekt seit dem 1. Dezember 2008 mit 2,4 Millionen Euro. Es wird von Juniorprofessor Dr. Claus Jacob von der Fachrichtung Pharmazie koordiniert. Ziele des Vorhabens sind die Entwicklung neuer Techniken und deren Transfer in Wirtschaftsunternehmen sowie die Ausbildung von internationalen Nachwuchswissenschaftlern.

Vom Anbau heimischer Pflanzen und der Gewinnung von Naturprodukten für Arzneimittel und Pestizide bis hin zur Krebsforschung reichen die Forschungsthemen des Projektes "Red Cat", das im März offiziell an der Universität des Saarlandes eröffnet wird. Die griffige Abkürzung steht für "Natural Products and related Redox Catalysts". In vier Unterprojekten sollen nicht nur neue Techniken entwickelt werden, sondern auch deren Anwendung - zum Beispiel in der ökologischen Landwirtschaft - getestet werden. Bezüglich des Anbaus und der Ausbringung "natürlicher" Pestizide ist unter anderem auch eine Zusammenarbeit mit der Biosphärenregion Bliesgau angedacht.

"Mit diesem Forschungsvorhaben bildet sich ein grenzüberschreitendes und disziplinübergreifendes Exzellenzcluster im Bereich Biotechnologie aus, von dem Wissenschaft und Wirtschaft profitieren", erläutert Juniorprofessor Dr. Claus Jacob von der Fachrichtung Pharmazie, der "Red Cat" in Zusammenarbeit mit dem EU-Projektbüro "Eurice" initiiert hat. Der Chemiker, der im Fachgebiet Bioorganische Chemie tätig ist, koordiniert das auf vier Jahre angelegte Vorhaben. Es gehört zum spezifischen Programm "Menschen" im siebten EU-Forschungsrahmenprogramm und wird von der Europäischen Gemeinschaft mit rund 2,4 Millionen Euro unterstützt. Zehn Projektpartner und weitere acht assoziierte Partner aus ganz Europa sind mit im Boot und bilden zusammen das Red Cat "Initial Training Network".

Ein großer Teil der Forschungsgruppen ist in der Region Saar-Lor-Lux angesiedelt; so sind neben der Uni Saarbrücken (Pharmazie und Medizinische Fakultät in Homburg) unter anderem die Universitäten in Metz, Nancy, Aachen und Kaiserslautern sowie die Firma Ursapharm aus Güdingen beteiligt. Weitere renommierte Partner sind das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg, die Universität Exeter und das John Innes Research Centre in England, eine Krebsforschungsstiftung in Luxemburg sowie die Universität von Aveiro in Portugal.

Auch in der Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern geht "Red Cat" neue Wege: Ziel ist es, eine hochqualifizierte Erstausbildung zwischen Partnern verschiedener europäischer Länder zu etablieren, wobei die Mobilität innerhalb des Netzwerks groß geschrieben wird. Alle 14 Nachwuchswissenschaftler, die in dem Projekt arbeiten werden (zehn Doktoranden und vier Postdocs), haben im Laufe ihrer Aus- und Fortbildung Gelegenheit, mindestens zwei ausländische Universitäten zu besuchen.

Die Universität des Saarlandes stellt dabei so etwas wie das Herzstück des Projektes dar, denn fast alle Teilnehmer werden für etwa zwei Monate nach Saarbrücken kommen. Ihre Forschungsgebiete umfassen synthetische, analytische, biologische und pharmazeutische Chemie, Biochemie, Zellbiologie, Mikrobiologie, Krebsforschung und Aspekte landwirtschaftlicher Forschung. Neben der rein wissenschaftlichen Ausbildung im Labor wird auch der Erwerb von Zusatzqualifikationen groß geschrieben: Themen wie Patentrecht oder Forschungsförderantragsstellung stehen ebenso auf dem Lehrplan wie Rhetorik, Marketing oder Wissenschaftsethik.

Das erste Treffen aller Projektpartner findet vom 26. bis 29. März 2009 in Saarbrücken statt. Zur Eröffnungsveranstaltung am Freitag, dem 27. März, um 9.00 Uhr sind die Medien herzlich eingeladen.

Veranstaltungsort: Seminarraum Gebäude B2 1, 1. Obergeschoss, Bioorganische Chemie

Weitere Informationen:
Jun.-Prof. Dr. Claus Jacob
Tel. : +49 (0)681 302-3129
E-Mail: c.jacob@mx.uni-saarland.de

Gerhild Sieber | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de/de/fakultaeten/fak8/fr82/jacob/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden
28.04.2017 | Universität Heidelberg

nachricht Die Kieler Förde – ein Trainingsbecken für Miesmuscheln
28.04.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die Kieler Förde – ein Trainingsbecken für Miesmuscheln

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskop im Kugelschreiberformat: Auf dem Weg zur endoskopischen Krebsdiagnose

28.04.2017 | Medizintechnik

Leipziger Forscher kreieren borhaltiges künstliches Vitamin

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie