Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Artenvielfalt in der Nordsee auf überraschend hohem Niveau

29.08.2008
Forschungsfahrt der „Walther Herwig III“ liefert erfreuliche Ergebnisse

Keinesfalls eine Wasserwüste – der Artenreichtum in der Nordsee ist höher als vielfach angenommen. Mit dieser Botschaft kehrte jetzt ein interdisziplinäres Team von Meeresbiologen von der jüngsten Reise des Fischereiforschungsschiffs „Walther Herwig III“ nach Bremerhaven zurück.

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Siegfried Ehrich vom Institut für Seefischerei des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI) in Hamburg wurden langfristige Veränderungen in der Zusammensetzung der Fischfauna, der bodenlebenden Wirbellosenfauna (Schnecken, Muscheln und Krebse; Forschungsinstitut Senckenberg) und der Meeresvögel (FTZ Büsum) untersucht.

Die Ergebnisse aus dem 1970 beginnenden und auf standardisierten Methoden basierenden Datensatz belegen, dass die Artenvielfalt der Fische (Artenzahl bei gleicher Beprobungsintensität) in der Nordsee seit 30 Jahren stetig zunimmt. Dies gilt nicht nur für die südlichen, sondern auch für die an kältere Gebiete gewöhnten Fischarten.

Die Deutsche Bucht ist ein sehr artenreiches Teilgebiet der Nordsee. Neben Fischen betrifft das auch die am und im Boden lebenden Würmer, Muscheln, Schnecken und Stachelhäuter (Seesterne, Schlangensterne, Seeigel). Die Biomasse und Artenzahlen der Seesterne und Schwimmkrabben und einiger kleiner, nicht kommerziell genutzter Bodenfischarten hat in den letzten zehn Jahren in der Deutschen Bucht signifikant zugenommen. Weiterhin ergaben Langzeituntersuchungen des Forschungsinstituts Senckenberg am Meer (Wilhelmshaven), dass die Artenvielfalt der wirbellosen Fauna am Meeresboden in dem Gebiet vor der ostfriesischen Insel Norderney in den letzten 30 Jahren um mehr als 50 % angestiegen ist.

Dieser positive Eindruck kann nicht darüber hinweg täuschen, dass ein Teil der kommerziell genutzten Fischbestände wie Kabeljau und Hering seit Jahren überwiegend schwache Nachwuchsjahrgänge hervorgebracht haben und zurzeit nicht nachhaltig bewirtschaftet werden. Andererseits gibt es aber auch gesunde Bestände wie Seelachs und Schellfisch, die momentan sehr gute Fischereierträge liefern.

Die jetzige Reise war Teil eines vom Internationalen Rat für Meeresforschung koordinierten Langzeitprogramms, an dem in diesem Jahr sechs weitere Forschungsschiffe der Nordsee-Anrainerstaaten teilnahmen. Die nächste Fahrt der „Walther Herwig III“ wird in die Nord- und Ostsee gehen. Dort stehen unter der wissenschaftlichen Leitung des vTI-Instituts für Fischereiökologie Untersuchungen von Fischen auf mögliche Krankheiten und Schadstoffe auf dem Programm.

Für nähere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:

Dr. Siegfried Ehrich, Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI), Institut für Seefischerei, 22767 Hamburg. Tel.: 040 / 38905-179, E-mail: siegfried.ehrich@vti.bund.de

Dr. Michael Welling | vTI
Weitere Informationen:
http://www.vti.bund.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zirkuläre RNA wird in Proteine übersetzt
24.03.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen
24.03.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise