Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Artenvielfalt dank Massenaussterben am Ende des Permzeitalters

28.08.2009
Obwohl am stärksten betroffen, gingen die Ammonoideen als die grossen Gewinner aus dem Massenaussterben vor 251 Millionen Jahren hervor. Dies fand eine schweizerisch-französische Forschungsgruppe mit Forschern des Paläontologischen Instituts der UZH heraus, wie sie in "Science" berichten.

Für mehr als 80 Prozent der marinen Arten bedeutete das grosse Massenaussterben am Ende des Permzeitalters das definitive Aus. Am stärksten betroffen: die Ammoniten, eine Gruppe der Kopffüsser. Doch erstaunlicherweise erholten sich diese - im Gegensatz etwa zu Muscheln und Schnecken - in der darauf folgenden Trias in verhältnismässig kurzer Zeit.

In weniger als zwei Millionen Jahren nach dem grossen Artensterben wiesen die Ammoniten mit über hundert verschiedenen Arten eine wesentlich grössere Artenvielfalt auf als während des Perms. Dank der markanten Zunahme ihrer Evolutionsraten als Reaktion auf extremen Umweltstress waren die Ammoniten die grossen Gewinner des Massenaussterbens vor rund 251 Millionen Jahren. Zu diesem überraschenden Resultat kam eine schweizerisch-französische Forschungsgruppe, als sie sämtliche verfügbaren Daten aller Ammonitenarten über eine Zeitspanne von 106 Millionen Jahren analysierten.

Massenaussterben als evolutionärer Katalysator
Der Anfang der Trias ist von extremen Klimaschwankungen und einer sich ständig verändernden Wasserchemie der Ozeane und davon abhängig einer schwankenden Primärproduktion geprägt. "Dass sich die Ammoniten selbst unter solch extremen Bedingungen so schnell und erfolgreich erholen konnten, hängt wohl mit ihrem grossen morphologischen und taxonomischen Reichtum zusammen", vermutet der am Forschungsprojekt beteiligte Hugo Bucher, Professor für Paläozoologie an der Universität Zürich. Es ist anzunehmen, dass Ammoniten punkto Lebensraum und Nahrungsressourcen besonders anpassungsfähig waren. Oder wie es Hugo Bucher auf den Punkt bringt: "Ammoniten hatten gute Gene und Glück."

Die neuen Ergebnisse bestätigen, dass das Massenaussterben von Arten nicht nur negativ sein zu braucht, sondern für die Evolution gewisser Gruppen geradezu als Katalysator wirken kann. Extremer umweltbedingter Stress kann die Evolutionsrate erhöhen.

Literatur:
Arnaud Brayard, Gilles Escarguel, Hugo Bucher, Claude Monnet, Thomas Brühwiler, Nicolas Goudemand, Thomas Galfetti, Jean Guex: Good Genes and Good Luck, Ammonoid Diversity and the End-Permian Mass Extinction, Science (Vol. 325, issue 5944)
Kontakt:
Prof. Hugo Bucher, Paläontologisches Institut und Museum, Universität Zürich
Tel +41(0)44 634 23 44

Beat Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.uzh.ch/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Bakterieller Untermieter macht Blattnahrung für Käfer verdaulich
17.11.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

nachricht Neues Werkzeug für gezielten Proteinabbau
17.11.2017 | Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte