Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Artenvielfalt auf dem Rückmarsch: Einfluss von Umweltstress auf Wasserorganismen

07.05.2014

Die Artenvielfalt auf der Erde nimmt rasant ab, und Fließgewässer sind davon speziell betroffen. Welche Umwelteinflüsse den Wasserorganismen besonders zusetzen, untersuchen Biologen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Florian Leese.

Erstmals nehmen sie auch die Kombination verschiedener Stressfaktoren in den Blick. Aus den Ergebnissen leiten die Forscher Vorschläge zum Schutz der Artenvielfalt ab. Es sei höchste Zeit, etwas für den Erhalt der Biodiversität zu tun, sagt Projektleiter Florian Leese.

Stressfaktoren: Nährstoffe, Sedimenteintrag und reduzierte Fließgeschwindigkeit

Die Forscher zweigten Wasser mit den darin lebenden Organismen aus dem Breitenbach in Hessen in Gefäße ab. Diese setzten sie einem bestimmten Stressfaktor oder einer Kombination von Stressfaktoren aus. Konkret untersuchten sie den Einfluss von erhöhtem Nährstoffangebot, Sedimenteintrag und reduzierter Fließgeschwindigkeit.

Auf die meisten Arten hatten alle drei Stressfaktoren einen negativen Einfluss. Gerade in Kombination zeigte sich jedoch die schädliche Wirkung: „Je mehr Stressoren wir in das Experiment hineingeben, desto gestresster reagieren die Organismen“, fasst Florian Leese zusammen. „Manchmal sind Stressor eins und Stressor zwei zusammen aber nicht einfach doppelt so schlecht, sondern drei-, vier- oder achtmal so schlecht.“

Genetische Ebene liefert Zusatzinformationen

Das „GeneStream“-Team baut die Versuchsreihe zurzeit am Felderbach in der Elfringhauser Schweiz aus. In diesem Experiment analysieren die Wissenschaftler auch die genetische Ausstattung der Organismen. Langfristig überleben in der sich rasch verändernden Umwelt nur Arten, die besonders anpassungsfähig sind, und besonders anpassungsfähig sind solche, die eine hohe genetische Vielfalt aufweisen. „Es ist wie beim Eisbär“, vergleicht Florian Leese. „Nur weil es aktuell noch viele Individuen einer Art gibt, heißt das nicht, dass diese auch dauerhaft überleben kann.“

Weniger als fünf Prozent naturnahe Fließgewässer in NRW

„In NRW sind weniger als fünf Prozent der Fließgewässer noch weitgehend naturnah, über 60 Prozent sind vom Menschen komplett überformt“, weiß Leese. Durch die Wasserrahmenrichtlinie haben sich die Mitgliedsstaaten der EU verpflichtet, bis 2027 alle Oberflächengewässer in einen chemisch und ökologisch guten Zustand zu versetzen. „Wir hängen diesem ambitionierten Zeitplan sehr weit hinterher. Eine enge Verzahnung zwischen Grundlagenforschung und Wassermanagern ist extrem wichtig“, so der Bochumer Forscher weiter.

Außerdem in „RUBIN“

Viele der negativen Einflüsse auf die Fließgewässer sind Folgen des Klimawandels. Mit diesem Thema beschäftigt sich „RUBIN“ auch noch auf einer anderen Ebene. Klimatologen an der Ruhr-Universität entwickeln Anpassungskonzepte für Städte, die diesen helfen sollen, mit zunehmenden extremen Wetterlagen umzugehen: http://rubin.rub.de/de/der-klimawandel-direkt-vor-der-tuer. Außerdem erfahren Sie in „RUBIN“, wie die AG Photobiotechnologie der RUB Grünalgen nutzt, um Wasserstoff zu produzieren. Kürzlich gelang dem Team ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur industriellen Produktion des regenerativen Energieträgers: http://rubin.rub.de/de/leistungsstarke-enzyme-aus-algen.

Weitere Informationen

Dr. Florian Leese, Lehrstuhl für Evolutionsökologie und Biodiversität der Tiere, Fakultät für Biologie und Biotechnologie der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-25072, E-Mail: florian.leese@rub.de

Vollständiger Beitrag mit Bildern im Netz

Ein ausführlicher Beitrag mit Bildern zum Forschungsprojekt „GeneStream“ findet sich online auf der Webseite des Wissenschaftsmagazins „RUBIN“:
http://rubin.rub.de/de/artenvielfalt-auf-dem-rueckmarsch

Dr. Julia Weiler | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Auf der molekularen Streckbank
24.02.2017 | Technische Universität München

nachricht Sicherungskopie im Zentralhirn: Wie Fruchtfliegen ein Ortsgedächtnis bilden
24.02.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie