Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Anti-bakterielle Immunantwort: Bisher unbekanntes Molekül charakterisiert

13.01.2012
Bakterielle Infektionen stellen ein weltweites Gesundheitsproblem dar. Obwohl intensiv an neuen Mechanismen der anti-bakteriellen Immunantwort geforscht wird, bleiben bestimmte Signalwege immer noch unbekannt.

Eine Kooperation von kanadischen (um Tak W. Mak) und deutschen (um Dieter Häussinger) Wissenschaftlern identifizierten nun ein bisher unbekanntes Molekül als wichtige Komponente dieser Immunantwort.

In einer Arbeit, die am 13. Januar im international renommierten Magazin “Science” erschienen ist, beschreiben die Wissenschaftler die Funktion eines bisher unbekannten Moleküls in der Zelle. Dadurch deckten die Forscher einen weiteren wichtigen Schritt in der anti-bakteriellen Immunantwort auf.

Dieses Molekül vermittelt den Transport eines Schlüsselbausteins (TACE) der Tumor Nekrose Faktor (TNF) Produktion. Der Tumor Nekrose Faktor ist ein Signalstoff des Immunsystems, der bei lokalen und systemischen Entzündungen beteiligt ist. Seine wichtigste Funktion ist, die Aktivität verschiedener Immunzellen zu regeln. David R. McIlwain vom Ontario Cancer Institute (Toronto) und Philipp A. Lang aus der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie (Düsseldorf) untersuchten hierbei den Einfluss des Moleküls „iRhom2“ auf die lösliche TNF Produktion.

Dabei identifizierten sie iRhom2 als wichtiges Transportmolekül für das Enzym (TNF Converting Enzyme, TACE), das ermöglicht, dass TNF in die Blutbahn gelangen kann, indem es TNF von der Zelloberfläche abschneidet. TNF ist ein Schlüsselmolekül innerhalb der bakteriellen Immunantwort. Bei andauernder, unverhältnismäßiger Überproduktion kann TNF zudem Autoimmunerkrankungen hervorrufen. Ob das neu identifizierte Molekül iRhom2 bei Autoimmunerkrankungen eine Rolle spielt, ist Gegenstand derzeitiger Untersuchungen.

Dabei besitzt das Düsseldorfer Umfeld mit seinen großen hepatologisch / infektions-immunologischen Forschungsverbünden (Sonderforschungsbereiche SFB575 und SFB974, Klinische Forschergruppe KFO 217, DFG-Forschergruppe FOR729) und dem neuen Leber- und Infektionszentrum eine wichtige Schrittmacherrolle. Der Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie und Sprecher der Sonderforschungsbereiche 575 und 974, Prof. Dr. Dieter Häussinger schätzt diesen besonderen wissenschaftlichen Erfolg als erneuten Beleg für die internationale Sichtbarkeit der Düsseldorfer Leber- und Infektionsforschung und ihre weltweite Vernetzung ein.

Kontakt: Prof. Dr. Dieter Häussinger, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Dr. Philipp A. Lang, Tel.: 0211 / 81-16330

Susanne Dopheide | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-duesseldorf.de/gastroenterologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Designerviren stacheln Immunabwehr gegen Krebszellen an
26.05.2017 | Universität Basel

nachricht Wachstumsmechanismus der Pilze entschlüsselt
26.05.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften