Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Analytik Jena AG und Fraunhofer IZI: Zulassung für zwei neue Nachweisverfahren des PRRS-Virus

08.07.2013
Die durch ein Virus ausgelöste Schweineseuche PRRS (Porcine reproductive and respiratory syndrome) verursacht in der Lebensmittelproduktion jährlich wirtschaftliche Schäden in Millionenhöhe.

Schätzungen zufolge sind in Deutschland 70–80 Prozent aller Schweinezuchtbetriebe von PRRS betroffen. Das Fraunhofer IZI und Analytik Jena AG haben gemeinsam ein Testverfahren entwickelt, mit dem die Infektion zuverlässig detektiert werden kann.

Die Infektion der trächtigen Muttersauen verläuft meist unbemerkt. Jedoch führt die Infektion zu einer verkürzten Trächtigkeit. Die Ferkel werden dadurch entweder tot oder unterentwickelt, immunschwach und krank (meist Atemwegserkrankungen) geboren und versterben innerhalb weniger Tage.

Am Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie in Leipzig entwickelt die Arbeitsgruppe um Dr. Sebastian Ulbert bereits seit einigen Jahren Strategien zur Bekämpfung und Diagnose der relativ jungen Tierseuche, die erstmals 1987 in den USA nachgewiesen wurde.

»Um effiziente Methoden gegen PRRSV zu entwickeln sind neben den Impfstoffen auch zuverlässige und vor allem differenzierende Test- und Diagnosesysteme erforderlich«, erläutert Dr. Sebastian Ulbert, Leiter der Arbeitsgruppe Impfstoff-Technologien am Fraunhofer IZI. »Wir haben festgestellt, dass vor allem für die sichere Differenzierung zwischen den unterschiedlichen Subtypen des Virus ein erheblicher Bedarf am Markt existiert«. Die verschiedenen Formen des PRRS-Virus sind weltweit verbreitet. Die Kenntnis des richtigen Typs ist entscheidend für die Erstellung effektiver Impf- und Kontrollprogramme.

Mit der Analytik Jena AG und insbesondere deren Tochtergesellschaft AJ Roboscreen GmbH hat das Fraunhofer IZI einen kompetenten Partner, mit dem das Testverfahren zu einer marktreifen Anwendung entwickelt wurde.

Der Test basiert auf der ELISA-Technologie (Enzyme Linked Immuno Assay), bei der Antikörper, die im Serum der Schweine durch die Infektion gebildet werden, erkannt und über eine enzymatische Farbreaktion sichtbar gemacht werden.

Am 28. Juni 2013 erhielt das Unternehmen nun die Zulassung für den Test, nachdem dieser von den Behörden auf Herz und Nieren geprüft worden war. »Wir freuen uns über die Zulassung und hoffen mit unserem neuen Produkt nun einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Situation in den Tierställen leisten zu können«, resümiert Awad Osman, Geschäftsführer der AJ Roboscreen GmbH.

Das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI erforscht und entwickelt spezielle Problemlösungen an den Schnittstellen von Medizin, Biowissenschaften und Ingenieurswissenschaften. Das Institut betreibt in diesem Rahmen Auftragsforschung für biotechnologische, pharmazeutische und medizintechnische Unternehmen, Kliniken, Diagnostische Labore sowie Forschungseinrichtungen.

Innerhalb der Geschäftsfelder Wirkstoffe, Zelltherapie, Diagnostik und Biobanken entwickelt, optimiert und validiert das Institut Verfahren, Materialien und Produkte. Die Kernkompetenzen des Instituts liegen im Bereich der Regenerativen Medizin, insbesondere in den Indikationsbereichen Onkologie, Ischämie, autoimmune und entzündliche Erkrankungen sowie Infektionskrankheiten.

Das Institut ist kliniknah orientiert und übernimmt Qualitätsprüfungen sowie die GMP-konforme Herstellung von klinischen Prüfmustern. Darüber hinaus unterstützt das Institut Partner bei der Erlangung von Herstellungsgenehmigungen und Zulassungen.

| Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.izi.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen
09.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

nachricht Wolkenbildung: Wie Feldspat als Gefrierkeim wirkt
09.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie