Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ameisen entscheiden vernünftiger als Menschen

27.07.2009
Kollektives Handeln schützt vor Fehlern des Einzelnen

Die Entscheidungsfindung in einer Gruppe von Ameisen ist rationaler als beim Menschen. Zu diesem Schluss kommen US-amerikanische Forscher im Journal Proceedings of the Royal Society: Biological Sciences.

Tests mit Ameisen haben gezeigt, dass deren Individuen bloß eine einzige Entscheidungsmöglichkeit besitzen. Der gesamten Ameisengruppe hilft diese Einschränkung jedoch dabei, ihre Entscheidungen zu optimieren und so die Fehlerquote für das Individuum zu minimieren. Diese Ergebnisse geben Einblick, wie kollektive Entscheidungen zustande kommen und sollen auch der Entwicklung künstlicher Intelligenz auf die Sprünge helfen.

"Die höhere Rationalität bei Ameisen kommt dadurch zustande, dass sich diese Tiere bei Entscheidung der gesamten Kolonie durch die Interaktionen zwischen vielen schlecht informierten Tieren organisiert", so Studienleiter Stephen Pratt von der Arizona State University. Die Biologen untersuchten die Ameisenart Temnothorax curvispinosus, die in kleinen Hohlräumen wie etwa in Eicheln lebt und bei der Suche nach neuen Schlafplätzen sehr einfallsreich ist. Die Forscher stellten einer Kolonie dieses Tieres die Aufgabe, aus zwei ähnlichen Optionen für einen Nestplatz die bessere zu wählen.

"Rationalität bedeutet hier, dass Individuen mit dem größten Erfolg auf ihrer Entscheidung beharren", erklärt der US-Forscher. Zur Maximierung ihrer Überlebensrate erstellen Tiere eine Rangliste von Optionen, was sowohl Nahrungsquellen als auch Geschlechtspartner oder Nistplätze betrifft. Irrational wäre es hingegen, die Reihenfolge der Optionen an verschiedenen Tagen zu ändern, ohne dass sich diese in ihrer Bedeutung für das Überleben geändert hätten. Dümmer als Ameisen sind wir Menschen zwar nicht, doch unsere Auswahl erfolgt gerade in schwierigen Entscheidungen oft nach irrationalen Kriterien. "Menschen denken meist, es sei vorteilhaft, mehrere individuelle Optionen, Strategien und Zugangsweisen zu besitzen. Doch irrationale Fehler entstehen eher dann, wenn Individuen direkt zwischen Optionen vergleichen", so Pratt.

Künstliche Intelligenz halten die Forscher als eine mögliches Umsetzungsgebiet für ihre Erkenntnis, dass strategische Einschränkungen des Individuums der gesamten Gruppe beim Lösen einer gemeinsamen Aufgabe hilft. "Eine Schlüsselidee der kollektiven Robotik ist, dass individuelle Roboter ruhig sehr einfach sein dürfen. Wird jedoch eine größere Zahl solcher Roboter zusammengeschlossen, kann dies zu einem komplexen, intelligenten Ergebnis führen, ohne dass eine komplexe zentrale Kontrollstelle nötig ist", so Pratt. Allerdings könnten die Erkenntnisse kaum menschliche Sozialsysteme erklären, relativieren die Forscher ihre Ergebnisse.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.asu.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Nose2Brain – Effizientere Therapie von Multipler Sklerose
26.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

nachricht Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität
25.04.2017 | Universität Bielefeld

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Seminar zu Einblicken in die unterschiedlichen Ebenen des 3D-Druckens und wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten - 2017

26.04.2017 | Seminare Workshops

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung

26.04.2017 | Medizin Gesundheit