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Am Mittwoch startet der deutsche Astronaut Alexander Gerst zu „seinem Koffer aus Witten“ in der ISS

27.05.2014

Institut der Universität Witten/Herdecke untersucht Hautalterung unter Weltraumbedingungen / Grundlagenforschung für spätere Marsflüge

Am Mittwoch, den 28. Mai 2014, wird nach jetzigem Stand der deutsche Astronaut Alexander Gerst zur Weltraumstation ISS starten, um dort unter anderem auch ein Experiment zur Hautalterung der Universität Witten/Herdecke durchzuführen. (Die deutschsprachige Liveübertragung des Starts ist abrufbar unter: http://www.esa.de). Er ist nach Luca Parmitano (Mai – November 2013) und Steve Swanson (seit März 2014) der dritte Astronaut, der mit „Skin B“ seine Haut im Weltraum testet.


Astronaut Alexander Gerst beim letzten Check auf der Soyus

Foto: ESA

Für das Experiment auf der Erde zuständig sind Prof. Dr. Ulrike Heinrich und Dr. Nicole Gerlach vom Institut für Experimentelle Dermatologie/DermaTronnier an der Universität Witten/Herdecke: "Mit speziellen Messmethoden prüfen wir den Feuchtegehalt und den Wasserverlust der Haut. Eine spezielle Kamera dokumentiert die Veränderungen der Hautoberfläche", erklären sie den Ablauf.

Die Geräte dazu befinden sich bereits seit März 2013 in der Umlaufbahn, damals hatte eine Sojusrakete mit dem „Koffer aus Witten“ wohlbehalten angedockt. Zusätzlich messen die Wissenschaftler der Uni Witten/Herdecke vor und nach dem Flug die kapillare Hautdurchblutung sowie die Ultrastruktur der Haut und ihre Elastizität.

„Bei dem Experiment geht es um reine Grundlagenforschung. Für weitere Langzeitmissionen im Weltraum sowie künftige bemannte Flüge zum Mars gilt es, Vorbereitungen zu treffen“. Trockene oder schuppige Haut und Juckreiz belasten - nach Kopfschmerzen und Gleichgewichtsstörungen - die Astronauten im Weltraum besonders: "Studien der amerikanischen Weltraumbehörde NASA zeigen, dass Hautprobleme weit vorne auf der Rangliste gesundheitlicher Probleme im All stehen.

Dazu zählen auch Verzögerungen bei der Wundheilung und allergische Reaktionen auf Materialien. Allerdings wurden diese Veränderungen bislang noch nicht systematisch untersucht", berichtet Dr. Katrin Stang, Projektleiterin im DLR-Raumfahrtmanagement. „Die Auswirkungen eines so langen Fluges wie zum Mars auf den Körper kennen wir noch nicht. Aber wenn sich an der Haut etwas verändern würde, wäre es dort am einfachsten zu messen und man kann rückschließen, dass sich auch Muskeln, Herz oder Lunge verändern könnten.“

Hautalterung im Zeitraffer

Bereits 2006 hatte das Institut ähnliche Messungen im Weltraum vorgenommen, damals mit einem deutschen Astronauten. Ergebnis: Die Haut war wie im Zeitraffer gealtert. Die Oberflächenstruktur, die sogenannte Hautfelderung, wurde gröber, die Elastizität nahm ab und tiefere Hautschichten alterten ebenfalls. „Das ging nach der Rückkehr auf die Erde schnell wieder zurück. Aber eine wissenschaftliche Aussage mit nur einem Experiment ist eher fragwürdig. Deshalb haben wir jetzt insgesamt fünf Astronauten bis 2015 unter Beobachtung. Dann können wir schon eher etwas dazu sagen, wie die Haut sich verändert“, blickt Ulrike Heinrich in die Zukunft.

Die Instrumente für SKIN B wurden von der Kayser-Threde GmbH im Auftrag des DLR Raumfahrtmanagements umgebaut und für den Weltraumeinsatz vorbereitet. Die Europäische Weltraumorganisation ESA ist bei SKIN B für den Transport zur ISS, das Training der Astronauten und den operationellen Betrieb im Columbus-Modul verantwortlich. DermaTronnier wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, DLR Raumfahrtmanagement für die Durchführung des Vorhabens gefördert.

Weitere Informationen bei Prof. Dr. Ulrike Heinrich, 02302 2826-300, ulrike.heinrich@uni-wh.de

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1983 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 1.825 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

Kay Gropp | Universität Witten/Herdecke
Weitere Informationen:
http://www.uni-wh.de

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