Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Always on the bright side – immer oben auf!

08.12.2010
Wissenschaftler untersuchen die Kletterkünste des Kletten-Labkrautes

Wie schafft es das Kletten-Labkraut (Galium aparine), seine Blätter als Kletterorgane zu benutzen und gleichzeitig zu vermeiden, dass sie beschattet werden?

Diese Frage wurde in einem Kooperationsprojekt unter Leitung von Dr. Friederike Gallenmüller von der Plant Biomechanics Group vom Botanischen Garten der Universität Freiburg und der Functional Morphology and Biomechanics Group der Universität Kiel um Prof. Dr. Stanislav Gorb untersucht.

Die Blätter des Kletten-Labkrautes sind auf der Ober- und Unterseite mit kleinen Häkchen besetzt und können dadurch an verschiedenen Oberflächen effizient haften. So klettert das Kletten-Labkraut mit Hilfe seiner Blätter an anderen Pflanzen empor. Durch einen raffinierten Mechanismus, der wie eine doppelte Ratsche funktioniert, haften die Blätter jedoch nur, wenn sie mit ihrer Unterseite eine Kontaktoberfläche berühren.

Die Blatthäkchen sind so konstruiert, dass die Blätter mit ihren Unterseiten zwar weiter auf die Kontaktflächen hinauf gleiten können, aber nicht mehr von ihnen abrutschen. An den Blattoberseiten funktioniert dieser Ratschen-Mechanismus genau umgekehrt: Wenn die Blätter des Kletten-Labkrautes mit ihrer Oberseite Kontaktflächen berühren (wobei sie beschattet werden), gleiten sie ganz leicht aus dieser ungünstigen Lage wieder heraus.

In der Studie sind die strukturellen Hintergründe des Phänomens geklärt worden. Die Häkchen der Blattunterseite sind ganz anders strukturiert und angeordnet und besitzen andere mechanische Eigenschaften als die Häkchen der Blattoberseiten des Kletten-Labkrautes. Dadurch entsteht die unterschiedliche Kraftrichtungs-Abhängigkeit der Haftung der Blattober- und Blattunterseiten, auf der der Ratschen-Mechanismus beruht.

Bauer, G., Klein, M.-C., Gorb, S.N., Speck, T., Voigt, D. and Gallenmüller, F. (2011): Always on the bright side – the climbing mechanism of Galium aparine. Proceedings of the Royal Society of Botany B, in press.

Kontakt:
Dr. Friederike Gallenmüller
Botanischer Garten der Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-2879
E-Mail: fgallenmueller@biologie.uni-freiburg.de
Prof. Dr. Stanislav N. Gorb
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Spezielle Zoologie
Tel: 0431/880-4513
E-mail: sgorb@zoologie.uni-kiel.de

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.pr.uni-freiburg.de/pm/2010/pm.2010-12-08.298/
http://www.uni-freiburg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop
16.01.2017 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Nervenkrankheit ALS: Mehr als nur ein Motor-Problem im Gehirn?
16.01.2017 | Leibniz-Institut für Neurobiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie