Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Acht Millionen Euro für die Infektionsforschung

05.07.2011
Mit neuen Arzneistoffen gegen Infektionskrankheiten befasst sich der Sonderforschungsbereich 630 an der Uni Würzburg. Er arbeitet so erfolgreich, dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft ihn für weitere vier Jahre fördert – mit einer Summe von rund acht Millionen Euro.

„Damit können wir unsere erfolgreiche Arbeit fortführen“, freut sich der Naturstoff-Chemiker Professor Gerhard Bringmann, der Sprecher des Sonderforschungsbereichs (SFB). Die Einrichtung besteht seit 2003 und hat seitdem über die Deutsche Forschungsgemeinschaft rund elf Millionen Euro öffentliche Fördermittel erhalten.

Getragen wird der SFB von Wissenschaftlern der Fakultäten für Chemie und Pharmazie, Biologie, Medizin, Physik und Astronomie sowie der Missionsärztlichen Klinik. In der effizienten interdisziplinären Zusammenarbeit dieser Gruppen sieht der Forschungsverbund die Grundlage für seinen Erfolg.

Schlafkrankheit und Malaria: Effektive Wirkstoffe gefunden

Die bisherigen Ergebnisse der Arbeit können sich sehen lassen. Im Würzburger Sonderforschungsbereich 630 haben die Wissenschaftler zum Beispiel neue Substanzen identifiziert, die sich im Tiermodell als hoch wirksam gegen den Malaria-Erreger Plasmodium falciparum erwiesen haben. Sie haben auch effektive Wirkstoffe gegen den Erreger der Schlafkrankheit gefunden: Der einzellige Parasit wird von Tsetse-Fliegen auf den Menschen übertragen; unbehandelt führt die Schlafkrankheit immer zum Tod.

Klinische Studien als nächstes Ziel

Bislang standen das Auffinden neuer Substanzen mit anti-infektiver Wirkung im Mittelpunkt sowie die chemische Optimierung dieser Substanzen und die Aufklärung ihrer molekularen Wirkmechanismen. In der nächsten Förderperiode sollen die Substanzen weiterentwickelt und in klinische Studien gebracht werden, also in die erstmalige Testung an Patienten. Dabei werden die Uni-Forscher unter anderem mit der pharmazeutischen Industrie und öffentlichen Gesundheitseinrichtungen kooperieren.

Grundlagen für die Forschung geschaffen

Nicht nur neue Wirkstoffe können die Forschungsgruppen des SFB vorweisen: Sie haben auch Werkzeuge für die Grundlagenforschung erarbeitet oder verfeinert. Etwa im Bereich der biologischen Testung. Hier geht es darum, wie man potenzielle Wirkstoffe gegen die Erreger am besten testet, und zwar unter Einsatz eines Qualitätsmanagements. Auch für die chemische Optimierung der Wirkstoff-Moleküle oder für die Analyse von Wirkmechanismen haben die Wissenschaftler wichtige Grundlagen geschaffen. All das sind wertvolle Ressourcen für die Infektionsforschung an der Universität.

Gunnar Bartsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur
17.08.2017 | Deutsches Krebsforschungszentrum

nachricht Magenkrebs: Auch Bakterien können Auslöser sein
17.08.2017 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten