Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Abenteuer mit Mehrwert

20.04.2011
Deutsche Wissenschaftler leisten bedeutenden Beitrag zur Erforschung der biologischen Vielfalt in aller Welt

Libellen sammeln in Malaysia, mit dem Insektennetz durch Mauritius, Kleinsäugeruntersuchung in Namibia – alles nur exotische Abenteuer?

Eine Studie des Netzwerk-Forums zur Biodiversitätsforschung (NeFo) geht der Bedeutung der deutschen Biodiversitätsforschung im internationalen Kontext nach und schätzt diese als weitreichend ein. Denn die deutsche Forschung ist thematisch und geographisch breit gefächert, beteiligt sich zudem an zahlreichen internationalen Projekten und ist auch auf politischer Ebene aktiv.

Warum ist ein internationales Engagement der deutsche Biodiversitätsforschung so wichtig? Auch wir hier in Mitteleuropa tragen mit unserem Lebensstil zu dem dramatischen Rückgang der biologischen Vielfalt bei, zum Beispiel durch Tourismus, fossile Brennstoffe oder den Import von Ressourcen.

Deshalb liegt es auch in unserer Verantwortung, die Auswirkungen zu erfassen und an Lösungsansätzen mitzuarbeiten. Deutschland verfügt mit seinen zahlreichen Forschungseinrichtungen und gut ausgebildeten Forschern über große Kapazitäten. Da es sich gerade im Bereich Umwelt und Artenvielfalt häufig um geographisch eng verflochtene Fragestellungen handelt, wird die Notwendigkeit der internationalen Vernetzung für die Forschung immer größer.Die neue NeFo-Studie fasst zusammen, in wie weit die Kapazitäten der deutschen Forschung tatsächlich international zum Einsatz kommen. Neben Zahlen und Fakten zu Auslandseinsätzen gewähren die befragten Wissenschaftler dem Leser auch direkten Einblick in ihren Arbeitsalltag in der Ferne.

Für die Jahre 2005 bis 2010 wurden 600 deutsche Wissenschaftler an etwa 500 verschiedenen deutschen Forschungsinstituten und Lehrstühlen erfasst, die in weltweit 116 verschiedenen Ländern Feldforschung betrieben (siehe Übersichtskarte). Dabei stand Asien mit 34 Untersuchungsländern besonders hoch im Kurs, gefolgt von Afrika und dem europäischen Ausland. Das Forschungsspektrum der Biodiversitätswissenschaften war mit mehr als 30 verschiedenen Disziplinen sehr facettenreich. Die häufigsten Fragestellungen der Wissenschaftler bewegten sich dabei in den Themenfeldern Biologie, Ökologie (dabei insbesondere die Beziehungen zwischen dem Einzelorganismus und seiner Umwelt), Verhalten, Taxonomie, Systematik und Biogeographie.

Als Anreize für Auslandsprojekte galten aus der Perspektive der Wissenschaft hauptsächlich die Möglichkeiten des Austauschs und der Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern anderer Länder und anderer Disziplinen sowie die hohe biologische Vielfalt vor Ort. Ein weiteres Argument für eine von deutschen Wissenschaftlern betriebenen Feldforschung ist die häufig relativ geringe lokale Expertise der Länder mit der höchsten biologischen Vielfalt.

Dabei ist das Abenteuer Feldforschung selten einfach nur Spaß, sondern in der Praxis mit vielen Schwierigkeiten verbunden. In Kurzinterviews berichten die Forscher in der Studie von „Probenahmen [...] unter Bewachung durch ein Dutzend Militärs" in Ländern mit politischen Unruhen oder auch von Arbeitsunterbrechungen auf Grund von Schießübungen. Viel häufigere Probleme sind jedoch die sehr aufwändige Beantragung von Geldern und die nicht an die Bedürfnisse angepassten Förderkriterien sowie die Projektgenehmigung durch die Behörden vor Ort. Außerdem stellten die Koordination und Kommunikation mit lokalen Projektpartnern, die Ausfuhr von Geräten, Proben und Sammlungsmaterial sowie unvollständige Datensätze in der Nachbereitung ebenfalls eine Herausforderung dar. Dennoch waren 84 % der Umfrageteilnehmer der Meinung, dass die deutsche Biodiversitätsforschung ihr internationales Engagement intensivieren sollte.

Wie dies für die Wissenschaft erleichtert werden kann wurde ebenfalls aus der Umfrage deutlich: Besseres internationales Networking zwischen Wissenschaftlern sowie verbesserte Kommunikation mit lokale Partner und deren Partizipation bereits bei der Projektvorbereitung wurden am häufigsten genannt. Die Forscher wünschten sich aber auch weniger Bürokratie bei der Projektplanung, Erleichterung der Antragstellung und erhöhte Flexibilität rund um den Finanzierungsprozess.

Die Studie "Deutsche Biodiversitätsforschung im Ausland - Überblicksstudie" zum Download als PDF: http://www.biodiversity.de/images/stories/Downloads/studielc_240311.pdf

Wie die Biodiversitätsforschung innerhalb Deutschlands aufgestellt ist, haben wir in einer weiteren Studie zusammengefasst: "Ökologische Biodiversitätsforschung in Deutschland"
http://www.biodiversity.de/images/stories/Downloads/marquard_fischer_2010
_biodivforschungd.pdf

Ansprechpartner:
Sebastian Tilch
NeFo-Pressereferent
Telefon: 0341-235-1062
E-Mail: sebastian.tilch@ufz.de

Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung Deutschland (NEFO) ist eine Kommunikationsplattform für Wissenschaftler und Anwender von Wissen zur biologischen Vielfalt. Ein wichtiges Ziel ist es, die Forschung unterschiedlicher Disziplinen, die sich mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen zur Biodiversität befasst, stärker ins öffentliche Licht zu stellen. Hierzu stehen direkte Ansprechpartner für Fragen aus Medien, Politik und Öffentlichkeit bereit, arbeiten aktuelle Themen auf und vermitteln Experten.

Projektpartner sind das Museum für Naturkunde Berlin, Universität Potsdam und Helmholz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ.

Sebastian Tilch | NeFo-Pressereferat
Weitere Informationen:
http://www.biodiversity.de

Weitere Berichte zu: Biodiversitätsforschung Feldforschung Kapazität Mehrwert

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält
22.05.2017 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus
22.05.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie