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Bis zu 20 Millionen Euro für Katalyseforschung - Süd-Chemie und TU München vereinbaren Kooperation

29.11.2010
Die Süd-Chemie AG und die Technische Universität München (TUM) haben eine strategische Allianz „Munich Catalysis“ zur Katalyseforschung vereinbart.

Zentrales Thema der Zusammenarbeit wird neben der Grundlagenforschung im Bereich der Katalyse die Entwicklung innovativer Katalysatoren als Schlüsseltechnologie zur nachhaltigen Sicherung des weltweit steigenden Bedarfs an Energie und chemischen Grundstoffen sein.

Die Süd-Chemie fördert die Forschungsarbeiten mit bis zu 2 Millionen Euro pro Jahr. Die Kooperation wurde in einem Rahmenvertrag zunächst für 10 Jahre vereinbart und soll im Erfolgsfall darüber hinaus fortgesetzt werden.

Die Kooperation mit dem Namen „Munich Catalysis. Alliance of Süd-Chemie and TUM“ wird noch in diesem Jahr ihre Aktivitäten starten. Hierbei werden im Sinne eines industry on campus-Konzepts TUM-Wissenschaftler gemeinsam mit Forschern der Süd-Chemie an wichtigen Fragestellungen der Grundlagen- und Anwendungsforschung auf dem Gebiet der chemischen Katalyse arbeiten.

Neben der Entwicklung innovativer Katalysatoren und Präparationsmethoden bilden neue Wege zur Herstellung von Basischemikalien einen Forschungsschwerpunkt.

Ein zentrales Thema ist dabei das reaktionsträge Kohlendioxid. So sollen Möglichkeiten erforscht werden, wie das allgegenwärtige sogenannte Treibhausgas effizient aus Kraftwerksprozessen abgetrennt werden kann, um es wieder im chemischen Produktionskreislauf einzusetzen, beispielsweise als Synthesebaustein zur Herstellung von Energieträgern oder Chemiegrundstoffen.

Ein anderer Schwerpunkt ist die Erforschung neuer, erdölunabhängiger Herstellungswege hochwertiger Kunststoffvorprodukte, sogenannter Olefine.

Die Katalyse gilt als Leittechnologie für die industriellen Stoffwandlungsprozesse des 21. Jahrhunderts. Katalysatoren ermöglichen die Energie sparende und Ressourcen schonende Herstellung der meisten Produkte der chemischen Industrie. Eine zentrale Rolle spielen sie zudem beim angestrebten Ersatz von Erdöl als Basisressource der chemischen Industrie durch die Herstellung chemischer Produkte auf Basis alternativer Ausgangsstoffe wie zum Beispiel Erdgas, Kohle oder nachwachsende (biogene) Rohstoffe.

In der Gesamtstrategie der TUM, die Hochschulforschung in der chemischen Katalyse zu bündeln, spielt die strategische Kooperation mit der Süd-Chemie eine wichtige Rolle. Die Forschungsallianz wird in das neue Zentralinstitut für Katalyseforschung der TUM (Catalysis Research Center, CRC) integriert. Ab 2012 wird es im Neubau des CRC beheimatet sein, der derzeit auf dem TUM-Campus in Garching entsteht. Das CRC bündelt das breite wissenschaftliche Spektrum der TUM im Bereich Katalyseforschung zu einem industrienahen Forschungsschwerpunkt.

„Die übergeordnete Zielsetzung im Rahmen von Munich Catalysis besteht in der Entwicklung nachhaltiger, katalytischer Schlüsseltechnologien, welche – aufgrund der zunehmenden Verknappung fossiler Ressourcen sowie eines weltweit weiter steigenden Bedarfes an Energie und chemischen Grundstoffen – größte Ansprüche an die Verbundforschung Hochschule-Industrie stellen,“ so TUM-Präsident Herrmann. „Als unternehmerische Universität beschreiten wir in der Forschung den Innovationspfad bis zur technischen Realisierung. Für die Katalyse haben wir uns die Süd-Chemie ausgewählt, weil dieser Partner ein global erfolgreiches Katalysatorgeschäft hat.“

Dr. Günter von Au, Vorstandsvorsitzender der Süd-Chemie AG, sagte anlässlich der Vertragsunterzeichnung: „Die chemische Katalyse ist eine Schlüsseltechnologie und wird einen großen Beitrag zur Entwicklung ökonomisch und ökologisch nachhaltiger Herstellungswege von Treibstoffen und Chemieprodukten in Zeiten zunehmend knapper Ressourcen liefern. Mit dieser wegweisenden Zusammenarbeit bündeln wir unsere zahlreichen wissenschaftlichen Kooperationen mit der TUM im Bereich der Katalyseforschung im Sinne eines zukunftsweisenden und leistungsstarken industry on campus-Konzepts. Wir werden damit sowohl die akademische Basis in der TUM auf diesem Zukunftsfeld weiter stärken als auch die Innovationskraft der Süd-Chemie nachhaltig verbessern.“

Dr. Ulrich Marsch | idw
Weitere Informationen:
http://mediatum.ub.tum.de/node?cfold=1004674&dir=1004674&id=1004674

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