Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Per Mausklick zur Zahn-OP

24.08.2010
Neue E-Learning-Plattform für Studierende der Zahnmedizin an der Universitätsmedizin Mainz

Anzeige

Die neue E-Learning-Plattform ILKUM (Interaktiver Lernzielkatalog der Universitätsmedizin Mainz) markiert eine Zeitenwende: Im Jahr 2010 genügt ein Internetzugang und der Zahnmedizinstudent von heute kann sich bequem Fallbeispiele zu Krankheitsbildern und Operationen in Form von Film- und Bildmaterial direkt auf den Laptop, das iPad oder iPhone holen.


Als bundesweit einzige E-Learning-Plattform orientiert sich ILKUM dabei an den europäischen Kompetenzleveln für Zahnmediziner der ADEE (Association for Dental Education in Europe) und funktioniert im Sinne eines Lernzielkatalogs. Der Vorteil: Studierende haben auf Basis dieses Lernzielkatalogs eine Leitstruktur vor Augen und erkennen, was wirklich wichtig ist im Studium der Zahnmedizin. Außerdem ermöglicht ILKUM einen ausgesprochen schnellen Zugang zu studienrelevanten Themen.

Noch 2009 erfolgte der Wissenstransfer bei den Studierenden der Zahnmedizin nahezu ausschließlich im Hör- oder OP-Saal. Das bis dahin charakteristische Bild für die Ausbildung der angehenden Zahnärzte: Rund 20 Studierende scharen sich dicht gedrängt um einen Behandlungsstuhl und versuchen, einem Patienten in den weit geöffneten Rachen zu schauen, während ihr Professor eine Behandlungsmethode erklärt. „Dieser enge Praxisbezug ist ohne Zweifel ein zentraler Bestandteil in der Ausbildung der Zahnmediziner, und wir werden auch künftig daran festhalten“, sagt der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban. Die neue E-Learning-Plattform bedeutet nach Meinung von Urban jedoch in jeder Hinsicht einen echten Zugewinn: „ILKUM ist für unsere rund 350 Zahnmedizinstudenten in den klinischen Semestern der perfekte Begleiter, denn es bietet hervorragende Möglichkeiten zur individuellen Vertiefung und Aufbereitung des Lernstoffs. Somit steht ILKUM für eine nachhaltige Steigerung der Lehrqualität und Verbesserung der medizinischen Ausbildung.“ Auch sei das neue Portal hervorragend in das bestehende Lehrkonzept integriert und bilde gleichzeitig eine Brückenfunktion zwischen der medizinischen und zahnmedizinischen Ausbildung.

Zum Start des Intranetangebots ILKUM sind aktuell rund 80 klinische Fälle anonymisiert in Form von PDF-Präsentationen und zum Teil durch OP-Videos ergänzt dargestellt. Sämtliche Inhalte lassen sich auf einem Laptop oder iPad anzeigen. Studierende haben als interner Nutzerkreis einen Zugang über ihre Matrikelnummer. Das Portal basiert auf einer MySQL- Datenbank und läuft auf einem UNIX-basierten Server unter einem Java Runtime Environment. Die Datenbank ist verlinkt mit der bestehenden Lernplattform ILIAS der Universitätsmedizin Mainz. Bereits zu Beginn des Wintersemesters 2010/2011 will das Entwicklerteam aus dem Bereich Zahnmedizin der Universitätsmedizin Mainz die Anzahl der klinischen Patientenfälle auf der neuen E-Learning-Plattform in anonymisierter Form auf rund 200 aufstocken. Ein weiteres, zentrales Kernfeature von ILKUM ist die Suchfunktion, mit der sich in kürzester Zeit Antworten auf zahnmedizinische Fragestellungen finden lassen. Darüber hinaus verfügt das System über eine Kalenderfunktion, auf Basis derer sich zu aktuellen und zurückliegenden Vorlesungen umfassende Unterlagen finden lassen.

Als „beispielgebenden Ansatz für die Medizin und auch andere Fächer“, bewertet Jörg Skorupinski, e-Learning-Experte des gemeinnützigen Centrum für Hochschulentwicklung (CHE), ILKUM, „um durch nachhaltiges Blended Learning eine wesentliche Verbesserung von Studium und Lehre zu erzielen.“ Blended Learning bedeutet Integriertes Lernen als Lernform, bei der die Vorteile von Präsenzveranstaltungen und E-Learning kombiniert werden.

Nach Überzeugung des Direktors der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Univ.-Prof. Dr. Dr. Wilfried Wagner, ist ILKUM für das Studium deshalb so gewinnbringend, weil es sich konsequent an den Kompetenzleveln für Zahnmediziner der ADEE orientiert und im Sinne eines Lernzielkatalogs funktioniert. „Der in ILKUM abgebildete Lernzielkatalog überzeugt durch seine Leitstruktur, die unseren Studierenden vermittelt, was wirklich wichtig für sie ist, um erfolgreich zu studieren.“ Unbestritten ist Professor Wagner zufolge, dass der neue E-Learning-Ansatz eine wirkliche Bereicherung ist. Doch das Potential der neuen Plattform sei noch lange nicht ausgeschöpft. „ILKUM setzt bereits jetzt Maßstäbe, doch wir wollen noch mehr: Unser Ziel ist die Übertragung von Operationen live in Echtzeit aus dem OP auf die interaktive Plattform“, betont Univ.-Prof. Dr. Dr. Wilfried Wagner und fügt hinzu, dass die Technik vorhanden sei und die Umsetzung nur ein Frage der Zeit. Ebenfalls geplant: Die Integration eines Atlas von Mund- und Schleimhauterkrankungen mit rund 8000 Bildern und eines Atlas der wichtigsten Röntgenbefunde im Zahn-, Mund- und Kieferbereich. Darüber hinaus sollen schon bald Prüfungsfragen auf der Plattform zu allen relevanten Inhalten zu Verfügung stehen. Der Vorteil für die Studierenden: Auf Basis einer freiwilligen Lernkontrolle erhalten sie unmittelbar Rückmeldung über ihre Defizite. Des Weiteren bietet sich laut Wagner an, die Plattform interdisziplinär auszurichten: „Unser Anspruch muss es sein, andere Kliniken wie beispielsweise die Augenklinik mit ins Boot zu holen, denn viele Krankheitsbilder aus der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sind fächerübergreifend.“

Weitere Informationen
Gerne senden wir Ihnen auf Wunsch Pressebilder zur E-Learning-Plattform ILKUM zu.

Kontakt
Ulf Arnold-Fabian
Stv. Geschäftsführer Ressort Forschung und Lehre Universitätsmedizin Mainz ,
Telefon 06131 17-9798, Fax 06131 17-9715
E-Mail: arnold-fabian@um-mainz.de, Internet: http://www.um-mainz.de

Pressekontakt
Dr. Renée Dillinger-Reiter, Stabstelle Kommunikation und Presse Universitätsmedizin Mainz,
Telefon 06131 17-7428, Fax 06131 17-3496, E-Mail: pr@unimedizin-mainz.de

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige Einrichtung dieser Art in Rheinland-Pfalz. Mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen sowie zwei Einrichtungen der medizinischen Zentralversorgung – die Apotheke und die Transfusionszentrale – gehören zur Universitätsmedizin Mainz. Mit der Krankenversorgung untrennbar verbunden sind Forschung und Lehre. Rund 3.500 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz kontinuierlich ausgebildet.

Caroline Bahnemann | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.unimedizin-mainz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Fraunhofer in Korea
16.05.2012 | Headquarters of the Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht Deutsches Forschungsnetz baut Multi-Terabit-Netz
16.05.2012 | Verein zur Förderung eines Deutschen Forschungsnetzes e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wichtige Rolle bei der Steuerung der postnatalen Neurogenese nachgewiesen


Eine Forschungsgruppe der Universität Ulm hat einen neuartigen molekularen Schalter im Gehirn identifiziert, der eine wichtige Rolle bei der Steuerung der postnatalen Neurogenese im Gyrus dentatus spielt, der Unterregion im Hippocampus, in der lebenslang Nervenzellen aus neuralen Stammzellen gebildet werden.

„Unsere Untersuchungen beschreiben erstmals einen neuen und letztlich unerwarteten Signalweg bei der Regulation der Neurogenese im Hippocampus“, sagt Professor Stefan Britsch, Direktor des Instituts für Molekulare und Zelluläre Anatomie, der die Arbeit dieser Tage gemeinsam mit Dr. Ruth Simon im international renommierten Fachblatt EMBO-Journal veröffentlicht. An dem von der Deutschen ...

Im Focus: Angriffswerkzeug der Bakterien hochaufgelöst in 3D


Pest, Bakterienruhr und Cholera haben eines gemeinsam: Sie werden von Bakterien ausgelöst, die ihren Wirt mit einem ausgeklügelten Injektionsapparat infizieren.

Über nadelartige Strukturen spritzen sie molekulare Wirkstoffe in ihre Wirtszellen und überlisten so deren Immunabwehr. Forscher vom Göttinger Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie haben in Zusammenarbeit mit Kollegen am Berliner MPI für Infektionsbiologie und der University of Washington in Seattle (USA) jetzt die Struktur einer solchen Nadel im atomaren Detail ...

Im Focus: Benzinalternative Wasserstoff: Geesthachter Wissenschaftler erforschen Bor im Tank


Mit rund 2,3 Millionen Euro finanziert die Europäische Technologieinitiative „Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking“ (FCH JU) die Entwicklung neuer Wasserstoff-Feststoffspeicher auf Basis von Borhydriden. Diese Verbindungen nehmen besonders viel Wasserstoff auf, die Tanks bleiben dadurch kompakt. Koordiniert wird das Projekt „Bor4Store“ vom Institut für Werkstoffforschung im Helmholtz-Zentrum Geesthacht.

Bei Preisen um 1,70 Euro pro Liter Treibstoff und den hohen Preisen für Heizöl sehnt sich so mancher Autofahrer, Hausbesitzer oder Mieter nach günstigen Alternativen. So viel ist sicher: Benzin und Heizöl werden zukünftig nicht billiger — auch weil unsere Erdölreserven knapper werden. Wissenschaft und Industrie setzen als eine mögliche ...

Im Focus: "Ei am Stiel“: Seidenproteine der Florfliege erstmals biotechnologisch hergestellt


Einem Bayreuther Forschungsteam gelingt die biomimetische Herstellung von Eierstielen – mit weitreichenden Anwendungsperspektiven für die Industrie

Was am seidenen Faden hängt, ist vor Feinden sicher. Nach diesem Prinzip schützen die Florfliegen ihren Nachwuchs, wenn sie ihre Eier an selbst produzierten, hochgradig belastbaren Seidenfäden herabhängen lassen. Diese Eierstiele künstlich nachzubauen, ist jetzt erstmals einem Team um Prof. Dr. Thomas Scheibel und Dipl.-Biol. Felix Bauer an der Universität ...

Im Focus: FH Düsseldorf untersucht Methankonzentration am Leck der havarierten ELGIN-Bohrinsel in der Nordsee


Das Labor für Umweltmesstechnik der Fachhochschule Düsseldorf unter der Leitung von Prof. Dr. Konradin Weber hat zusammen mit der Dürener Firma TIB Infrared Solutions einen ausgedehnten Forschungsflug zur ELGIN-Gasbohrinsel in der Nordsee zwischen Schottland und Norwegen unternommen.

Bei der Bohrinsel war am 25. März 2012 ein Gasleck entstanden, bei dem große Mengen von Methan-Gas austraten. Aufgrund einer befürchteten Explosionsgefahr wurde daraufhin eine drei Meilen umfassende Sperrzone rings um die Bohrinsel errichtet.

Wegen der Dringlichkeit durch mögliche Umweltgefährdungen erhielten die Düsseldorfer Wissenschaftler eine Einfluggenehmigung für die Sperrzone und ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Wichtige Rolle bei der Steuerung der postnatalen Neurogenese nachgewiesen

21.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

AUTOMATICA 2012 eröffnet mit Hallenzuwachs

21.05.2012 | Messenachrichten

University of Nevada, Reno, scientists design indoor navigation system for blind

21.05.2012 | Informationstechnologie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

Faktor Mensch in der Automobil-Produktion

21.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

TU9-Universitäten bei der 64. NAFSA-Konferenz 2012 in Houston, Texas (USA)

21.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Deutscher Ärztetag tagt in Nürnberg

21.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp