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Forschungsmillionen an die Hochschule Mannheim: Die beteiligten Partner erhalten dafür 2,1 Mio. Euro für die nächsten drei Jahre aus Landesmitteln und vom Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE). Auf die federführende Hochschule Mannheim entfallen hiervon 1,2 Mio. Euro.
Die Fakultät für Biotechnologie der Hochschule Mannheim kann ein weiteres Zentrum für Angewandte Forschung an Fachhochschulen (ZAFH) einrichten. Das Konzept für ein Zentrum „Applied Biomedical Mass Spectrometry“ (ABIMAS) unter Federführung der Hochschule Mannheim hatte sich gegen 23 Mit-Bewerber durchgesetzt. In den nächsten drei Jahren kann ABIMAS nun zusammen mit seinen Kooperationspartnern an der Hochschule Aalen, der Universität Heidelberg und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) mit 2,1 Mio. Euro neue Verfahren zur massenspektrometrischen Analyse von Geweben und Säugetierzellen erforschen.
„Beispielhaft will ABIMAS mit Hilfe dieser Technologien neue Wege zur Messung der Gewebe-Verträglichkeit implantierter Blutzucker-Biosensoren, neue Methoden zur Analyse der Verteilung und Wirkung von Medikamenten in Geweben und Zellen, neue Ansätze zur Unterscheidung von Blutstammzellen und Spenderzellen für die Zelltherapie sowie neue Konzepte für die Kontrolle der Fermentation in Bioreaktoren aufzeigen“, beschreibt Prof. Dr. Carsten Hopf, wissenschaftlicher Leiter des Zentrums, einige Themen von ABIMAS.
ABIMAS verbindet die einschlägige Expertise der Hochschule Mannheim in der Bioanalytik, der Informationstechnik, dem Apparatebau und der Zellkulturtechnik mit der erfolgreichen synthetischen Chemie an der Hochschule Aalen und mit innovativen Methoden der Bioinformatik und der experimentellen Medizin, welche die Universität Heidelberg und das Deutsche Krebsforschungszentrums in das Zentrum mit einbringen. ABIMAS bildet ein interdisziplinäres Kompetenznetzwerk, das die Entwicklung neuer Applikationen und Technologien erfolgreich vorantreiben kann. Es soll dabei mittelfristig zu einer tragenden Säule des gemeinsamen Instituts für Medizintechnologie der Universität Heidelberg und Hochschule Mannheim ausgebaut werden.
„Durch die Verbindung der Proteomics (Zusammenspiel aller Eiweißmoleküle im Organismus) im ZAFH mit der Genomics (Entschlüsselung des menschlichen Genoms) im IMT und gekoppelt mit einer neuen EDV-Infrastruktur ergeben sich für das IMT und das ZAFH ungeahnte Synergien, die zu neuen Methoden / Ansätzen in der Medizintechnik führen. Hier seien insbesondere Tests zur Analyse der Biokompatibilität neuer Werkstoffe zu nennen, wie sie z. Z. für ein EU – Projekt (PLACE-it) entwickelt werden müssen““, nennt Prof. Dr. Norbert Gretz, Direktor des Instituts für Medizintechnologie (IMT) ein wichtiges Teilziel.
Mit der Gründung von Zentren für Angewandte Forschung (ZAFH), d. h. Verbünden von Hochschulen und Forschungseinrichtungen, will das Land Baden-Württemberg innovative Forschungsfelder an den Fachhochschulen erschließen und zugleich die regionale Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der EU-Lissabon-Strategie stärken. Die Fachhochschulen des Landes leisten mit ihrer anwendungsbezogenen Forschung und Entwicklung einen wichtigen Beitrag zum Technologietransfer. Sie sind häufig Impulsgeber für die Wirtschaft, die durch die Anwendung von Forschungsergebnissen ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern kann. Der Europäische Fond für Regionale Entwicklung (EFRE) stellt u. a. auch Mittel für Forschung und technologische Entwicklung in strukturstarken Regionen zur Verfügung, damit diese ihre Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft erhalten und ausbauen können.
„ABIMAS will als regionaler Partner intensiv mit den Spitzenclustern „zellbasierte und molekulare Medizin“ und „organische Elektronik“ kooperieren, die die außerordentliche Leistungsfähigkeit der Metropolregion Rhein-Neckar in der Bio- und Medizintechnologie symbolisieren“, erläuterte Prof. Hopf.
Zunächst ist eine Förderdauer von drei Jahren vorgesehen. Erfolgt danach eine positive Begutachtung, kann die Förderung des ZAFH auf insgesamt bis zu fünf Jahre ausgedehnt werden. Danach müssen sich die Zentren für Angewandte Forschung selber tragen. Die Zentren kooperieren vorrangig mit mittelständischen Wirtschaftsunternehmen. Durch die Bündelung von Kompetenzen und Ressourcen über Instituts- und Standortgrenzen hinweg trägt auch das neue ZAFH ABIMAS dazu bei, den Ausbau des essentiellen Technologietransfers von Hochschulen und Forschungseinrichtungen, vor allem in die mittelständischen Wirtschaftsunternehmen der Region, auszubauen.
"Das neue ZAFH ist ein weiterer wichtiger Baustein zur Profilierung der Hochschule Mannheim als führende vorwiegend technisch orientierte Hochschule in der Metropolregion“, so Prof. Dr. Christian Maercker, Prorektor Forschung der Hochschule Mannheim. „Durch die finanzielle Unterstützung des Landes sind wir in der Lage, die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren starken Partnern fortzusetzen und weiterzuentwickeln. Das betrifft neben dem Deutschen Krebsforschungszentrum, der Hochschule Aalen und den BMBF-Spitzenclustern der Region vor allem auch die Universität Heidelberg, mit der wir seit einigen Jahren erfolgreich im Rahmen von kooperativen Forschungsprojekten, Studiengängen und Promotionskollegs zusammenarbeiten. Der Erfolg zeigt, dass einzelne Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in der europäischen Forschungslandschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen."
Dieser Erfolg ist eine weitere Bestätigung für die ausgezeichneten Forschungsaktivitäten an der Hochschule. Die Hochschule Mannheim kann nach 2003 ein zweites Zentrum für Angewandte Forschung an Fachhochschulen (ZAFH) einrichten. Bisher bestanden neben Mannheim in Baden-Württemberg weitere sechs Zentren für angewandte Forschung und zwar an den Hochschulen Aalen, Furtwangen, Karlsruhe, Pforzheim, Stuttgart und Ulm. An drei dieser weiteren Zentren ist die Hochschule Mannheim als Kooperationspartner beteiligt.
Bernd Vogelsang | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.hs-mannheim.de
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