Anzeige
Ab sofort können Studierende der Medizin der Universität Tübingen in einem Ausbildungszentrum praktische ärztliche Fertigkeiten lernen: Am Freitag, dem 27. Mai, wird das neugegründete DocLab der Universität Tübingen eröffnet.
Der gemeinsam vom Universitätsklinikum Tübingen und dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg finanzierte Neubau des DocLabs umfasst etwa 700 m² Lehr-, Praxis- und Seminarräume. Darin können Medizinstudenten gezielt manuelle und kommunikative Fertigkeiten trainieren. Die Ausstattung wurde aus Studiengebühren der Studierenden mitfinanziert. Mit der Eröffnung des DocLab-Ausbildungszentrums setzt die Medizinische Fakultät der Universität Tübingen einen Meilenstein in einem über Jahre aufgebauten innovativen und zukunftsorientierten Ausbildungskonzept.
Die moderne Medizin stellt die Ärzte auch als Lehrer und Ausbilder vor eine große Herausforderung. In immer kürzer werdenden Zeitintervallen müssen Patienten mit zunehmender Krankheitsschwere behandelt werden. Dabei wird es zusehends schwieriger, Berufsanfängern notwendige manuelle sowie kommunikative Fertigkeiten sicher zu vermitteln. Das bisherige Ausbildungskonzept in Form von Famulaturen und Wochenpraktika ist für werdende Ärzte nachgewiesenermaßen nur bedingt effektiv. Oft haben die Stations- und Oberärzte nicht mehr die Zeit, die jungen Kollegen gezielt anzuleiten. Das "Lernen am Patienten" ist darüber hinaus nicht immer im Sinne eines zeitgemäßen Anspruchs an die Patientensicherheit. Die Tübinger Medizinstudenten trainieren im DocLab über 150 ärztliche Fertigkeiten, von der Kommunikation schwerwiegender Diagnosen über die korrekte Anlage eines zentralen Venenkatheters bis hin zum Eingipsen von Armen. Dabei kommen neben speziell geschulten Schauspielern, welche Patienten mimen, verschiedenste Simulatoren und Phantome zum Einsatz. In einer geschützten Lernumgebung können sich die Studierenden außerhalb des stressigen Stationsalltags mit diversen manuellen und kommunikativen Techniken auseinandersetzen.
Die große Mehrzahl der angebotenen Trainingskurse wird von den Studierenden der Medizinischen Fakultät verpflichtend im Rahmen ihrer regulären Ausbildung absolviert. Zusätzlich wurde ein Mentorensystem für Studierende fortgeschrittener Semester entwickelt, in dem sie sowohl fachlich als auch didaktisch gezielt für ihren Einsatz als Tutor für jüngere Kommilitonen ausgebildet werden. Dieses innovative und einmalige Tutorensystem wurde in den letzten fünf Jahren in kontinuierlicher Zusammenarbeit zwischen dem Kompetenzzentrum Medizindidaktik Baden-Württemberg an der Universität Tübingen sowie dem ärztlichen Leitungsteam des DocLab entwickelt. Das Tutorenmodell hat auch über Tübingen hinaus für große Beachtung gesorgt. Durch eine enge Kooperation mit dem Lehrbereich Allgemeinmedizin wird das Tübinger Medizinstudium zudem auch gezielt auf hausärztliche Aspekte sowie die Breitenversorgung im Gesundheitswesen ausgerichtet.
Durch die Bündelung der Kräfte von 19 verschiedenen Fachbereichen der Universitätsklinik Tübingen entstehen wichtige ökonomische und administrative Synergie-Effekte. Das Studiendekanat der Medizinischen Fakultät stellt zusätzlich eine zentrale Verwaltung für die studentischen Mentoren bereit, um die Dozenten der verschiedenen Fachbereiche zu entlasten. Neben den Medizinstudenten werden auch die Schüler der Krankenpflegeschule des Universitätsklinikums im DocLab ihre ersten praktischen Erfahrungen sammeln.
Bereits jetzt kooperiert das DocLab mit Partnern aus der freien Wirtschaft, um durch prospektive Studien die Patientensicherheit zu verbessern. Eine enge Vernetzung zwischen Industrie und Universität ist unabdingbare Voraussetzung für die Weiterentwicklung beider Bereiche. Das DocLab wird hierfür eine zuverlässige und nachhaltige Plattform bereitstellen. Seminare für ambulante Pflegedienste, Auffrischungskurse für ärztliche oder pflegerische Berufswiedereinsteiger oder Workshops für Spezialdisziplinen sind weitere vielversprechende Perspektiven des DocLab.
Bereits bei der Eröffnung am 27. Mai im Lehr- und Lerngebäude des Kompetenzzentrums Medizindidaktik Baden-Württemberg, Elfriede-Aulhorn-Str. 10, Gebäude 650, können Interessierte von 14 bis 16 Uhr in verschiedenen Workshops unter anderem eine Blutabnahme am Simulator üben, ein Patientengespräch mit einem Schauspieler durchführen, Ultraschall- und Endoskopiegeräte selber ausprobieren oder einen Arm eingipsen. Die offizielle Eröffnungsfeier beginnt um 16 Uhr.
Kontakt:
PD Dr Peter Weyrich
Universität Tübingen • Medizinische Fakultät
DocLab
Elfriede-Aulhorn-Str. 10 • 72076 Tübingen
Telefon: +49 7071 • 29-82711
Telefax: +49 7071 • 29-4019
http://peter.weyrich[at]med.uni-tuebingen.de
Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Leiterin Myriam Hönig
Abteilung Presse, Forschungsberichterstattung, Information
Michael Seifert
Telefon +49 7071 29-76789
Telefax +49 7071 29-5566
michael.seifert[at]uni-tuebingen.de
Michael Seifert | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.doc-lab.de
www.uni-tuebingen.de/aktuelles
Weitere Berichte zu: Ausbildungskonzept > Ausbildungszentrum > DocLab > Fertigkeit > Kompetenzzentrum > Medizindidaktik > Patientensicherheit > Simulator > Wiederbelebungsmaßnahme
Fraunhofer in Korea
16.05.2012 | Headquarters of the Fraunhofer-Gesellschaft
Deutsches Forschungsnetz baut Multi-Terabit-Netz
16.05.2012 | Verein zur Förderung eines Deutschen Forschungsnetzes e.V.
Eine Forschungsgruppe der Universität Ulm hat einen neuartigen molekularen Schalter im Gehirn identifiziert, der eine wichtige Rolle bei der Steuerung der postnatalen Neurogenese im Gyrus dentatus spielt, der Unterregion im Hippocampus, in der lebenslang Nervenzellen aus neuralen Stammzellen gebildet werden.
„Unsere Untersuchungen beschreiben erstmals einen neuen und letztlich unerwarteten Signalweg bei der Regulation der Neurogenese im Hippocampus“, sagt Professor Stefan Britsch, Direktor des Instituts für Molekulare und Zelluläre Anatomie, der die Arbeit dieser Tage gemeinsam mit Dr. Ruth Simon im international renommierten Fachblatt EMBO-Journal veröffentlicht. An dem von der Deutschen ...
Pest, Bakterienruhr und Cholera haben eines gemeinsam: Sie werden von Bakterien ausgelöst, die ihren Wirt mit einem ausgeklügelten Injektionsapparat infizieren.
Über nadelartige Strukturen spritzen sie molekulare Wirkstoffe in ihre Wirtszellen und überlisten so deren Immunabwehr. Forscher vom Göttinger Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie haben in Zusammenarbeit mit Kollegen am Berliner MPI für Infektionsbiologie und der University of Washington in Seattle (USA) jetzt die Struktur einer solchen Nadel im atomaren Detail ...
Mit rund 2,3 Millionen Euro finanziert die Europäische Technologieinitiative „Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking“ (FCH JU) die Entwicklung neuer Wasserstoff-Feststoffspeicher auf Basis von Borhydriden. Diese Verbindungen nehmen besonders viel Wasserstoff auf, die Tanks bleiben dadurch kompakt. Koordiniert wird das Projekt „Bor4Store“ vom Institut für Werkstoffforschung im Helmholtz-Zentrum Geesthacht.
Bei Preisen um 1,70 Euro pro Liter Treibstoff und den hohen Preisen für Heizöl sehnt sich so mancher Autofahrer, Hausbesitzer oder Mieter nach günstigen Alternativen. So viel ist sicher: Benzin und Heizöl werden zukünftig nicht billiger — auch weil unsere Erdölreserven knapper werden. Wissenschaft und Industrie setzen als eine mögliche ...
Einem Bayreuther Forschungsteam gelingt die biomimetische Herstellung von Eierstielen – mit weitreichenden Anwendungsperspektiven für die Industrie
Was am seidenen Faden hängt, ist vor Feinden sicher. Nach diesem Prinzip schützen die Florfliegen ihren Nachwuchs, wenn sie ihre Eier an selbst produzierten, hochgradig belastbaren Seidenfäden herabhängen lassen. Diese Eierstiele künstlich nachzubauen, ist jetzt erstmals einem Team um Prof. Dr. Thomas Scheibel und Dipl.-Biol. Felix Bauer an der Universität ...
Das Labor für Umweltmesstechnik der Fachhochschule Düsseldorf unter der Leitung von Prof. Dr. Konradin Weber hat zusammen mit der Dürener Firma TIB Infrared Solutions einen ausgedehnten Forschungsflug zur ELGIN-Gasbohrinsel in der Nordsee zwischen Schottland und Norwegen unternommen.
Bei der Bohrinsel war am 25. März 2012 ein Gasleck entstanden, bei dem große Mengen von Methan-Gas austraten. Aufgrund einer befürchteten Explosionsgefahr wurde daraufhin eine drei Meilen umfassende Sperrzone rings um die Bohrinsel errichtet.
Wegen der Dringlichkeit durch mögliche Umweltgefährdungen erhielten die Düsseldorfer Wissenschaftler eine Einfluggenehmigung für die Sperrzone und ...
Anzeige
Anzeige

Wichtige Rolle bei der Steuerung der postnatalen Neurogenese nachgewiesen
21.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
AUTOMATICA 2012 eröffnet mit Hallenzuwachs
21.05.2012 | Messenachrichten
University of Nevada, Reno, scientists design indoor navigation system for blind
21.05.2012 | Informationstechnologie
Faktor Mensch in der Automobil-Produktion
21.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
TU9-Universitäten bei der 64. NAFSA-Konferenz 2012 in Houston, Texas (USA)
21.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Deutscher Ärztetag tagt in Nürnberg
21.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten