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Laser und Beschleuniger zur Erforschung extremer Materiezustände im Fokus des Instituts

25.06.2009
"Helmholtz-Institut Jena" kommt

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"Heute ist ein guter Tag für die Wissenschaft in Jena, Thüringen und ganz Deutschland", freut sich Jenas Universitäts-Rektor Prof. Dr. Klaus Dicke über das neue "Helmholtz-Institut Jena" (HIJ).


Das Institut, in dessen Zentrum Laser und Beschleuniger zur Erforschung extremer Materiezustände stehen, soll bereits im Juli seine Arbeit aufnehmen. Dazu haben heute (25.06.) alle Partner das Memorandum über die Gründung des Insti-tuts unterzeichnet.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) trägt - wie bei Helmholtz-Instituten üblich - 90 Pro-zent der Finanzierung. Dies sind nach einer Aufbauphase fünf Millionen Euro jährlich. Die restlichen zehn Prozent kommen vom Land Thüringen.

"Im Helmholtz-Institut Jena wird Forschung auf höchstem Niveau stattfinden - auch durch die enge Zusammenarbeit zwischen der Universität Jena und außeruniversitären Forschungseinrichtungen", sagte Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung bei der Gründung des Instituts. "Das HIJ ebnet dem wissenschaftlichen Nachwuchs der Universität den Zugang zu der herausragenden Forschungskapazität eines Helmholtz-Zentrums. So werden die Investitionen der Bundesregierung in Forschung und Bildung optimal genutzt."

"In dem neu gegründeten Helmholtz-Institut vereinigen sich die hohen Kompetenzen der Friedrich-Schiller-Universität in Jena auf dem Gebiet der Hochleistungslaserphysik mit der Expertise in Beschleuniger-, Laser- und Röntgentechnologie der Helmholtz-Zentren DESY und GSI", sagt Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helm-holtz-Gemeinschaft. "Letztere betreiben mit FLASH und PHELIX weltweit einzigartige Lichtquellen für die For-schung", so Mlynek weiter. "Die gebündelte Fachkompetenz der beteiligten Partner wird dem Helmholtz-Institut eine internationale Führungsposition in diesem äußerst spannenden Forschungsfeld garantieren."

Dies sichert die intensive Kooperation des GSI Helmholtz-Zentrums für Schwerionenforschung (GSI) mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU), die zunächst mit den Instituten für Angewandte Physik, Optik und Quan-tenelektronik sowie der Theoretischen Physik beteiligt ist, in Kooperation mit dem Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY). Später sollen weitere Partner hinzukommen. "Das Ziel des Helmholtz-Instituts Jena ist es, insbesondere die komplementären Kompetenzen der beteiligten Institutionen auf den Gebieten Laser-, Elektronen- und Schwerionenstrahlen zusammenzuführen, um daraus neue Ansätze und Lösungen für künftige Spitzen-forschung zur Struktur der Materie zu entwickeln", sagt Prof. Dr. Horst Stöcker vom GSI.

Gründungsdirektor des Instituts, das mit rd. 20-30 Mitarbeitern seine Arbeit im Universitäts-Gebäude am Fröbel-stieg 3 aufnehmen soll, wird Prof. Dr. Thomas Stöhlker vom GSI, dessen Außenstelle das HIJ ist. Getragen wird das Institut darüber hinaus von mehreren Professoren der Universität Jena, weitere Berufungen sollen gemeinsam von FSU und GSI vorgenommen werden. "Ich freue mich auf die neue Aufgabe und die einzigartigen Pers-pektiven, die das Helmholtz-Institut Jena für die Erforschung extremer Materiezustände, z. B. heißer, dichter Plasmen, wie sie im Inneren von Sternen vorliegen, eröffnet.

Ein wichtiges Anliegen ist uns dabei die Einbindung des wissenschaftlichen Nachwuchses über gemeinsame Doktorandenprogramme und Graduiertenschulen", sagt Prof. Dr. Thomas Stöhlker. "Auch wird die Expertise der Friedrich-Schiller-Universität auf dem Gebiet der opti-schen Laser in Kombination mit den Beschleuniger-getriebenen Röntgenquellen bei DESY einzigartige Möglich-keiten zur Untersuchung von z. B. der Dynamik angeregter Materiezustände oder der Funktion von Molekülen ermöglichen", sagt Prof. Dr. Edgar Weckert vom DESY.
Thüringens Kultusminister Bernward Müller (CDU) begrüßt die Etablierung des Helmholtz-Instituts: "Thüringen ist ein Forschungsstandort mit Zukunft. Zur weiteren Profilierung wird auch das Helmholtz-Institut Jena beitragen.

Die Errichtung bei der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist eine forschungspolitisch einmalige Chance und eine Aus-zeichnung für den Wissenschaftsstandort Thüringen. Außeruniversitäre und universitäre Forschung im Freistaat werden noch enger miteinander vernetzt. Ich danke allen Beteiligten für das große Engagement."

Diesem Dank schließt sich auch Universitäts-Rektor Dicke an: "Ich danke den beteiligten Wissenschaftlern, dem Deutschen Bundestag, dem BMBF, dem Land, das weit mehr als seine Pflicht bei der Finanzierung des Instituts tut, und natürlich der Helmholtz-Gemeinschaft und deren beteiligten Zentren. Das neue Institut steigert die Wett-bewerbsfähigkeit der Friedrich-Schiller-Universität und wird darüber hinaus ein Kompetenzzentrum zur Laserent-wicklung für ganz Deutschland und weit darüber hinaus werden", ist der Rektor überzeugt und verweist darauf, dass im HIJ nun langfristige Forschungsperspektiven im Bereich Photonik gegeben sind. "Das Helmholtz-Institut wird außerdem den Transfer von der Grundlagenforschung in die Hightech-Optik-Industrie fördern, die in Jena besonders stark aufgestellt ist", ist sich auch Prof. Mlynek sicher.

Das Helmholtz-Institut Jena wird nun möglichst rasch seine Arbeit aufnehmen, da es bereits in zwei Jahren eva-luiert werden soll. "Alle Beteiligten wollen den Erfolg", sagt Uni-Prorektor Prof. Dr. Herbert Witte und ergänzt: "Und es wird erfolgreich sein, das haben bereits die intensive Planungsphase und die Evaluierung des Konzepts durch die auswärtigen Gutachter gezeigt".

Silvia von Einsiedel | Quelle: BMB
Weitere Informationen: www.bmbf.de

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