Anzeige
Öffentliche und private Investitionen in FuE und Innovation werden als überaus wichtig für die Unterstützung der Stabilisierung der Wirtschaft und der Überwindung der Krise eingeschätzt. Die Intensität der Forschungsinvestitionen (FuE-Ausgaben, verglichen mit dem BIP) wurde in den letzten Jahren nicht gesteigert, und stagniert bei rund 1,84%. Kommissar Potocnik betonte, dass insbesondere die europäischen Unternehmen auf Touren kommen müssen.
"Krisenzeiten sind nicht der Moment für ein Nachlassen bei Forschungsinvestitionen und Innovation", sagte er. "Beide sind von zentraler Bedeutung, wenn Europa gestärkt aus der Wirtschaftskrise hervorgehen [...] will. Die Initiativen der Kommission zur Verbesserung der Forschungseffizienz der EU, zur Förderung der Innovation und zur Entwicklung von High-Tech-Märkten sorgen für die richtigen Weichenstellungen in der EU."
Kommissar Verheugen bekräftigte dies mit den Worten: "Eine Krise kann leicht zu einer Zeit der verpassten Gelegenheiten werden. Es ist wichtig, dass wir alle Möglichkeiten ausschöpfen und sehr starke Empfehlungen an die europäischen Unternehmen aussprechen, Investitionen nicht zu kürzen, die Förderung der Forschung, Entwicklung und Innovation nicht zu beschneiden und hoch qualifizierte Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen nicht zu entlassen, da wir sie alle brauchen."
Der Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit untersucht Daten des Zeitraums 2000 bis 2006, während der Innovationsanzeiger Daten aus 2007 enthält. Keiner der beiden Berichte spiegelt den Einfluss der gegenwärtigen Wirtschaftskrise wider. Beide Berichte zeigen jedoch deutlich: Europas Universitäten bringen mehr naturwissenschaftliche Hochschulabsolventen hervor, viele von diesen wandern jedoch aufgrund fehlender Arbeitsplätze in Konkurrenzregionen ab. Die Investitionen aus dem Ausland konnten in der EU-27 einen wesentlichen Anstieg verzeichnen. 62% der US-amerikanischen FuE-Auslandsinvestitionen entfielen auf Europa.
Alle EU-Mitgliedsstaaten erhöhten zwischen 2000 und 2006 ihre FuE-Ausgaben. Darin zeigt sich, dass sie sich der Lissabonner Strategie, 3% des BIP in die FuE zu investieren, verpflichtet fühlen. Insbesondere Portugal und Griechenland unternahmen beträchtliche Anstrengungen. Viele Länder verharren jedoch auf einem Stand unterhalb des Durchschnitts. Wie Kommissar Verheugen sagte, sei es in Italien, Spanien und Litauen "wichtig, konzentrierte Anstrengungen zu unternehmen, um die Situation zu verbessern."
Finnland, Schweden und die Schweiz zeigten in Bezug auf die Wettbewerbsfähigkeit außergewöhnlich gute Leistungen, aber im Vereinigten Königreich, in Frankreich und Italien stieg die FuE-Intensität nicht, während sie in Deutschland nur geringfügig zunahm. Diese Länder haben eine gewisse Bedeutung, da sie das höchste BIP der EU-27 haben.
Obwohl die Unterschiede in den Investitionen zwischen den EU-Staaten verringert worden sind, hat die Gesamtstagnation Auswirkungen auf Europas globale Wettbewerbsfähigkeit. Dies gilt ganz besonders angesichts des raschen Wachstums in China. 12 Mitgliedsstaaten zeigten eine höhere FuE-Intensität als China, während 15 Staaten weitaus weniger als China für die Forschung ausgaben. Die FuE-Intensität in Japan, Südkorea und China ist im Anstieg begriffen. Die USA hatte eine Verringerung der Intensität aus einer sehr starken Position heraus zu verzeichnen.
Einer Aussage der Kommission zufolge ist die EU noch immer weit von ihrem Lissabonner Ziel entfernt. "Ein nach wie vor niedriger Stand bei den FuE-Investitionen der Unternehmen sowie die durch einen kleineren High-Tech-Sektor als in den USA geprägte Industrielandschaft der EU beeinträchtigen den Fortschritt [...] Beide Berichte zeigen, dass die EU ihre Industriestruktur verändern, die Innovation dynamisieren und eine intensivere und bessere Nutzung der FuE erreichen muss."
Die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für rasch expandierende KMU im Hightech-Bereich, zusammen mit einem innovationsfreundlicheren europäischen Markt sowie ein besserer Zugang zu EU-weiten Patenten sind dringend erforderlich.
Der Innovationsanzeiger präsentiert Dänemark, Deutschland, Finnland, Schweden und das Vereinigte Königreich als führend bei der Innovation, "mit einer Innovationsleistung, die oberhalb des EU-Durchschnitts und aller anderen Länder liegt. Unter diesen Ländern hat Deutschland seine Leistung am schnellsten verbessert, während Dänemark stagniert."
Kreativität und Innovation sind eng miteinander verbunden. Der Innovationsanzeiger beinhaltet eine Analyse von Kreativitäts- und Designindikatoren, die zeigt, dass Länder mit einem Klima der Kreativität ein tendenziell höheres Niveau an FuE und Designaktivitäten sowie auch eine starke Gesamtinnovationsleistung aufweisen.
Europa zieht eine wachsende Zahl von Forschern aus Drittländern an und bringt mehr naturwissenschaftliche Hochschulabsolventen als je zuvor hervor, aber der Anteil der Forscher an der Erwerbsbevölkerung ist immer noch niedriger als in den USA oder in Japan. Die von europäischen Forschern beigetragene Zahl der Veröffentlichungen in Fachzeitschriften ist größer als die anderer Regionen, aber US-amerikanische Forscher sind bei Veröffentlichungen von hoher Verwertbarkeit immer noch führend. Der Bericht über die Wettbewerbsfähigkeit räumt gleichfalls viel Spielraum bei der Verbesserung der Anzahl von eingereichten Europäischen Patenten ein.
Dem Innovationsanzeiger zufolge besteht "die verbleibende Kluft zu den USA und Japan in vier Bereichen: internationales Patentwesen [...], privat-öffentliche Verflechtungen und die Zahl von Forschern (ungeachtet der Verbesserungen in diesen beiden Bereichen) sowie bei den Ausgaben der Unternehmen für FuE."
Kommissar Potocnik schloss mit den Worten: "Die ersten Schritte bei der Umsetzung des Europäischen Forschungsraums, der mit diesem Bericht zum ersten Mal eingeschätzt wird, zeigen ermutigende Ergebnisse. Die EU hat sich der Welt geöffnet und ist im steigenden Maße attraktiv für ausländische Investitionen, Studenten und Forscher. Es bleibt noch viel zu tun, um diese Entwicklungen zu beschleunigen, aber die von der Kommission und den Mitgliedsstaaten ergriffenen Maßnahmen beginnen, sich auszuzahlen."
Der Europäische Innovationsanzeiger wird unabhängig veröffentlicht und enthält Innovationsindikatoren und Trendanalysen sowohl für die EU-27-Mitgliedsstaaten als auch für Kroatien, die Türkei, Island, Norwegen und die Schweiz.
Weitere Informationen finden Sie unter:
Bericht über die wichtigsten Zahlen für die Bereiche Wissenschaft, Technologie und Wettbewerbsfähigkeit Key Figures 2008/2009:
http://ec.europa.eu/research/era/publication_de.cfm
Europäischer Innovationsanzeiger 2008:
http://www.proinno-europe.eu/index.cfm?fuseaction=page.display&topicID=437&parentID=51
Europäischer Forschungsraum:
http://ec.europa.eu/research/era
Quelle: CORDIS
Weitere Informationen: ec.europa.eu/research/era
www.kooperation-international.de
Weitere Berichte zu: BIP > EU-27 > Forschungsinvestitionen > FuE > FuE-Ausgabe > FuE-Intensität > FuE-Investitionen > Hochschulabsolvent > Innovationsanzeiger > Wettbewerbsfähigkeit > Wirtschaftskrise
Fraunhofer in Korea
16.05.2012 | Headquarters of the Fraunhofer-Gesellschaft
Deutsches Forschungsnetz baut Multi-Terabit-Netz
16.05.2012 | Verein zur Förderung eines Deutschen Forschungsnetzes e.V.
Eine Forschungsgruppe der Universität Ulm hat einen neuartigen molekularen Schalter im Gehirn identifiziert, der eine wichtige Rolle bei der Steuerung der postnatalen Neurogenese im Gyrus dentatus spielt, der Unterregion im Hippocampus, in der lebenslang Nervenzellen aus neuralen Stammzellen gebildet werden.
„Unsere Untersuchungen beschreiben erstmals einen neuen und letztlich unerwarteten Signalweg bei der Regulation der Neurogenese im Hippocampus“, sagt Professor Stefan Britsch, Direktor des Instituts für Molekulare und Zelluläre Anatomie, der die Arbeit dieser Tage gemeinsam mit Dr. Ruth Simon im international renommierten Fachblatt EMBO-Journal veröffentlicht. An dem von der Deutschen ...
Pest, Bakterienruhr und Cholera haben eines gemeinsam: Sie werden von Bakterien ausgelöst, die ihren Wirt mit einem ausgeklügelten Injektionsapparat infizieren.
Über nadelartige Strukturen spritzen sie molekulare Wirkstoffe in ihre Wirtszellen und überlisten so deren Immunabwehr. Forscher vom Göttinger Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie haben in Zusammenarbeit mit Kollegen am Berliner MPI für Infektionsbiologie und der University of Washington in Seattle (USA) jetzt die Struktur einer solchen Nadel im atomaren Detail ...
Mit rund 2,3 Millionen Euro finanziert die Europäische Technologieinitiative „Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking“ (FCH JU) die Entwicklung neuer Wasserstoff-Feststoffspeicher auf Basis von Borhydriden. Diese Verbindungen nehmen besonders viel Wasserstoff auf, die Tanks bleiben dadurch kompakt. Koordiniert wird das Projekt „Bor4Store“ vom Institut für Werkstoffforschung im Helmholtz-Zentrum Geesthacht.
Bei Preisen um 1,70 Euro pro Liter Treibstoff und den hohen Preisen für Heizöl sehnt sich so mancher Autofahrer, Hausbesitzer oder Mieter nach günstigen Alternativen. So viel ist sicher: Benzin und Heizöl werden zukünftig nicht billiger — auch weil unsere Erdölreserven knapper werden. Wissenschaft und Industrie setzen als eine mögliche ...
Einem Bayreuther Forschungsteam gelingt die biomimetische Herstellung von Eierstielen – mit weitreichenden Anwendungsperspektiven für die Industrie
Was am seidenen Faden hängt, ist vor Feinden sicher. Nach diesem Prinzip schützen die Florfliegen ihren Nachwuchs, wenn sie ihre Eier an selbst produzierten, hochgradig belastbaren Seidenfäden herabhängen lassen. Diese Eierstiele künstlich nachzubauen, ist jetzt erstmals einem Team um Prof. Dr. Thomas Scheibel und Dipl.-Biol. Felix Bauer an der Universität ...
Das Labor für Umweltmesstechnik der Fachhochschule Düsseldorf unter der Leitung von Prof. Dr. Konradin Weber hat zusammen mit der Dürener Firma TIB Infrared Solutions einen ausgedehnten Forschungsflug zur ELGIN-Gasbohrinsel in der Nordsee zwischen Schottland und Norwegen unternommen.
Bei der Bohrinsel war am 25. März 2012 ein Gasleck entstanden, bei dem große Mengen von Methan-Gas austraten. Aufgrund einer befürchteten Explosionsgefahr wurde daraufhin eine drei Meilen umfassende Sperrzone rings um die Bohrinsel errichtet.
Wegen der Dringlichkeit durch mögliche Umweltgefährdungen erhielten die Düsseldorfer Wissenschaftler eine Einfluggenehmigung für die Sperrzone und ...
Anzeige
Anzeige

Wichtige Rolle bei der Steuerung der postnatalen Neurogenese nachgewiesen
21.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
AUTOMATICA 2012 eröffnet mit Hallenzuwachs
21.05.2012 | Messenachrichten
University of Nevada, Reno, scientists design indoor navigation system for blind
21.05.2012 | Informationstechnologie
Faktor Mensch in der Automobil-Produktion
21.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
TU9-Universitäten bei der 64. NAFSA-Konferenz 2012 in Houston, Texas (USA)
21.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Deutscher Ärztetag tagt in Nürnberg
21.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten