Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zukünftige Finanzierung von drei Forschungsbereichen der Helmholtz-Gemeinschaft beschlossen

23.10.2008
Der Senat der Helmholtz-Gemeinschaft hat jetzt die Finanzierung der Forschungsbereiche "Erde und Umwelt", "Gesundheit" sowie "Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr" mit einer Grundfinanzierung von rund 800 Millionen Euro pro Jahr für die nächste Förderperiode 2009 bis 2013 verabschiedet. Er folgte dabei den Empfehlungen, die durch 169 internationale Experten auf der Basis eines ausführlichen Begutachtungsprozesses erarbeitet wurden.

"Die Gutachter haben die wissenschaftliche Qualität und die strategische Relevanz der Forschungsprogramme im internationalen Vergleich durchgehend als sehr überzeugend und in vielen Forschungsthemen als exzellent bewertet. Punktuell haben sie Verbesserungsmaßnahmen vorgeschlagen, die wir nun umsetzen.

So garantiert dieses Verfahren der Programmorientierten Förderung, dass sich die Helmholtz-Gemeinschaft ständig weiterentwickelt und ihre Leistungen steigert", sagt Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. Die Begutachtungen der Forschungsbereiche "Energie", "Struktur der Materie" sowie "Schlüsseltechnologien" folgen im Jahr 2009.

Als einzige Forschungsorganisation in Deutschland stellt sich die Helmholtz-Gemeinschaft alle fünf Jahre diesem Prozess der Neuordnung der Programme durch unabhängige internationale Experten. Begutachtet werden nicht mehr einzelne Zentren, sondern zentrenübergreifende Forschungsprogramme. Jedes dieser Programme wird von zehn bis fünfzehn renommierten und unabhängigen Gutachtern geprüft, nicht nur bezüglich der wissenschaftlichen Qualität und Originalität sondern auch bezüglich strategischer Aspekte wie der Ausrichtung an der Mission der Helmholtz-Gemeinschaft, der Kooperation mit externen Partnern und der Nachwuchsförderung. Die Bewertungen der Experten helfen, die eigene strategische Planung zu prüfen und nachzusteuern. "Wir machen Spitzenforschung, die zur Lösung der drängenden Probleme beitragen soll", sagt Mlynek. "Dafür müssen wir nicht nur wissenschaftlich herausragende Leistungen erbringen, sondern auch die richtigen Fragen stellen, um die Themen aufzugreifen, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung sind."

Ein weiteres Ergebnis des aufwändigen Begutachtungsprozesses sind drei programmübergreifende strategische Initiativen, die auf Empfehlung der Gutachter gefördert werden: Dies sind die Klimaforschungsinitiative, die Translationale Forschung, um Ergebnisse aus der Grundlagenforschung schneller für die klinische Anwendung zu nutzen, sowie der Aufbau einer großen Populationsstudie "Helmholtz-Kohorte" über die kommenden zwei Jahrzehnte, um Vorbeugung und Frühdiagnostik bei den großen Volkskrankheiten zu verbessern. Außerdem hat sich der Zuwendungsgeber (hier das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie) aufgrund der nachdrücklichen Empfehlung der Gutachter entschlossen, die Grundfinanzierung im Forschungsbereich Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr deutlich anzuheben.

Forschungsbereich "Erde und Umwelt": Für den Forschungsbereich "Erde und Umwelt" stehen für das kommende Jahr 249 Millionen Euro aus dem Helmholtz-Budget zur Verfügung, dazu kommen Drittmittel. Für die kommenden Jahre ist ein jährlicher Aufwuchs von 1,9% pro Jahr vorgesehen, dies entspricht extrapoliert auf fünf Jahre einem Volumen von zusätzlich knapp 70 Millionen Euro, die zur gezielten Verstärkung des Forschungsbereichs eingesetzt werden können. Etwa 16 Millionen Euro aus diesem Aufwuchs sollen in eine programmübergreifende Forschungsinitiative zum globalen Klimawandel und seinen Auswirkungen auf regionaler Ebene investiert werden. Die Grundfinanzierung verteilt sich 2009 bis 2013 auf vier Programme:

* Geosystem: Erde im Wandel: 15 %
* Marine Küsten und Polare Systeme: 44 %
* Atmosphäre und Klima: 11 %
* Terrestrische Umwelt: 30 %
Forschungsbereich "Gesundheit": Hier sind 326 Millionen Euro Grundfinanzierung für 2009 vorgesehen, dazu kommen Drittmittel. Für die kommenden Jahre ist ein Aufwuchs von 2,8% pro Jahr zugesichert, dies entspricht extrapoliert auf fünf Jahre einem Volumen von rund 130 Millionen Euro, die entsprechend der Gutachtervoten innerhalb des Forschungsbereichs verteilt werden. Davon werden 13 Millionen Euro in die programmübergreifende Initiative zur Translationalen Forschung investiert, um Ergebnisse aus der Grundlagenforschung schneller in die klinische Anwendung zu bringen. 20 Millionen Euro werden für den Aufbau einer "Helmholtz-Kohorte" mit 200.000 Menschen bereit gestellt, um epidemiologische Studien zu Volkskrankheiten zu ermöglichen. Die grundfinanzierten Kosten verteilen sich 2009 bis 2013 auf sechs Programme.
* Krebsforschung: 41 %
* Herz-, Kreislauf-, und Stoffwechselerkrankungen: 10 %
* Funktion und Dysfunktion des Nervensystems: 12 %
* Infektion und Immunität: 13 %
* Umweltbedingte Erkrankungen: 15 %
* Systemische Analyse von multifaktoriellen Erkrankungen: 9 %
Forschungsbereich "Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr": In diesem Forschungsbereich sind für das kommende Jahr 227 Millionen Euro aus dem Helmholtz-Budget eingeplant, dazu kommen Drittmittel in annähernd derselben Höhe. Für die kommenden Jahre ist ein Aufwuchs von 2,6% pro Jahr vorgesehen, dies entspricht extrapoliert auf fünf Jahre einem Volumen von rund 90 Millionen Euro. Aufgrund der enormen strategischen Bedeutung der drei Programme im Forschungsbereich für Wirtschaft und Gesellschaft haben die Gutachter empfohlen, die Grundfinanzierung deutlich anzuheben. Diese Empfehlung an die Zuwendungsgeber, das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und die beteiligten Länder, führte zu einer Erhöhung der jährlichen Zuwendungen um etwa 25 Millionen Euro. Die grundfinanzierten Kosten verteilen sich 2009 bis 2013 auf drei Programme.
* Luftfahrt: 40 %
* Raumfahrt: 47 %
* Verkehr: 13 %
Nicht berücksichtigt sind dabei die erst kürzlich gestarteten Aktivitäten "Raumfahrt-Institut Bremen" und das "Leistungszentrum Robotik" für die weitere 22 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen unter www.helmholtz.de/Programme

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit fast 28.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,4 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894). www.helmholtz.de

Ansprechpartner für die Medien:

Thomas Gazlig
Dipl.-Biol./Dipl.-Journ.
Leiter Kommunikation und Medien
Büro Berlin
Anna-Louisa-Karsch-Straße 2
10178 Berlin
Tel/Fax: 030 206 329-57/60
presse@helmholtz.de
Dr. Antonia Rötger
Pressereferentin
Tel: 030 206329-38
antonia.roetger@helmholtz.de

Thomas Gazlig | Helmholtz-Gemeinschaft
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz.de
http://www.helmholtz.de/Programme

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Fast jeder vierte Hochschulabschluss ist ein Master
30.09.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Digitaler Wandel kommt im Bildungsbereich an
25.08.2016 | Technologiestiftung Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie