Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltweiter Ausbau von Forschungsinfrastruktur im Dienste der biomedizinischen Forschung

26.03.2010
Das EU-Konsortium Infrafrontier hat neue Partner: Sechs Institutionen aus Kanada, der Tschechischen Republik, Österreich, Frankreich und Italien sind offiziell Partner des Infrafrontier-Konsortiums geworden. Mit der Beteiligung Kanadas erweitert sich der Arbeitsbereich über Europa hinaus. Ziel ist, eine multinationale Forschungsinfrastruktur zur Phänotypisierung und Archivierung von Mausmodellen menschlicher Erkrankungen zu schaffen.

Das Helmholtz Zentrum München gab heute bekannt, dass das von der Europäischen Gemeinschaft geförderte Projekt Infrafrontier um sechs Partner aus Kanada, der Tschechischen Republik, Österreich, Frankreich und Italien erweitert worden ist. Die neuen Partner unterstützen die bestehenden 22 Infrafrontier-Mitglieder beim Aufbau einer internationalen Forschungsinfrastruktur, um den freien Zugang zu hochwertigen Mausmodellen zu verbessern. Tiermodelle sind ein wichtiges Werkzeug für die Untersuchung komplexer menschlicher Krankheiten wie Diabetes, Osteoporose, Asthma und Depression, aber auch grundlegender Mechanismen wie der Sprachentwicklung beim Menschen. Colin McKerlie, Sprecher der kanadischen Partner, sieht in der Partnerschaft einen "entscheidenden Schritt, um zu einer der interessantesten wissenschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts beitragen zu können, dem Verständnis der Funktionsweise aller Gene im Erbgut."

Prof. Dr. Martin Hrabé de Angelis ist Direktor des Instituts für Experimentelle Genetik am Helmholtz Zentrum München und koordiniert das EU-Projekt Infrafrontier. "Die internationale Ausweitung erleichtert die Vernetzung der besten Wissenschaftler weltweit", sagt Hrabé de Angelis. Diese Chance ist den tschechischen Partnern besonders wichtig, wie Prof. Radislav Sedlacek, Programmkoordinator für das Tschechische Zentrum für Phänogenomik, betont.

"Wir wissen, dass in den nächsten Jahren wissenschaftliche Aufgaben auf uns zukommen, die wir mit den derzeitigen Infrastruktur-Kapazitäten in Europa nicht lösen können", so Hrabé de Angelis weiter. Infrafrontier wird diese Lücke durch eine Erweiterung bestehender und den Bau neuer Anlagen schließen. Zugleich soll eine zentrale Koordinierungsstelle aufgebaut werden. So entsteht eine internationale Forschungsinfrastruktur mit freiem Zugang für die biomedizinische Forschung.

... mehr zu:
»Phänogenomik

Weitere Informationen

Im Infrafrontier-Konsortium haben sich die führenden europäischen Zentren für systemische Phänotypisierung (Mauskliniken), die Mitglieder von EMMA (European Mouse Mutant Archive) sowie Forschungsministerien und große Fördereinrichtungen zusammen geschlossen. Neu hinzugekommen sind nun das Tschechische Zentrum für Phänogenomik und das Ministerium für Erziehung, Jugend und Sport der Tschechischen Republik, die Veterinärmedizinische Universität Wien, das französische Institut INSERM (Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale), das italienische Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziale Angelegenheiten sowie das Zentrum für Phänogenomik Toronto (Centre for Phenogenomics). Somit beteiligen sich jetzt also 12 europäische Staaten und Kanada an Infrafrontier.

Infrafrontier ist Teil des ESFRI-Fahrplans (European Strategy Forum on Research Infrastructures), der den Aufbau von Forschungsinfrastrukturen von großer wissenschaftlicher Bedeutung und gesamteuropäischem Interesse vorsieht und wird daher von der Europäischen Kommission finanziell gefördert.

Ansprechpartner für Medienvertreter:

Sven Winkler
Helmholtz Zentrum München, Pressesprecher
Tel.: 089/3187-3946
E-Mail: presse@helmholtz-muenchen.de

Michael van den Heuvel | Helmholtz Zentrum München - Deut
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz-muenchen.de/presse-und-medien/pressemitteilungen/pressemitt...
http://www.infrafrontier.eu/

Weitere Berichte zu: Phänogenomik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE