Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vier neue Helmholtz-Allianzen am Start

14.06.2012
Die Helmholtz-Gemeinschaft hat beschlossen, vier neue Helmholtz-Allianzen zu fördern, in denen Helmholtz-Zentren mit Universitäten und außeruniversitären Partnern ihre gebündelte Kompetenz einsetzen, um in strategisch wichtigen Forschungsfragen rasch Fortschritte und internationale Sichtbarkeit zu erreichen. Die Themen reichen von Diabetesforschung über Fernerkundung und Robotik bis zu Flüssigmetalltechnologien. Insgesamt stehen für die vier neuen Helmholtz-Allianzen 50 Mio. Euro aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds zur Verfügung.

„Helmholtz-Allianzen entwickeln große Hebelwirkung im jeweiligen Forschungsfeld, die Vernetzung der beteiligten Forschergruppen führt zu großen Synergieeffekten und stärkt auch die internationale Wettbewerbsposition der deutschen Forschung.

Dies zeigte eine Zwischenevaluation der bislang geförderten Helmholtz-Allianzen“, sagt Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Wir setzen daher weiter auf dieses Instrument, das die mittel- und langfristig angelegte Programmforschung der Helmholtz-Gemeinschaft flexibel ergänzt und erweitert sowie durch Einbindung der Universitäten als unsere privilegierten Partner innovative Netzwerke schafft.“

Helmholtz-Allianzen können aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds mit bis zu drei Mio. Euro jährlich gefördert werden, dazu kommt eine Eigenbeteiligung aus den Helmholtz-Zentren in gleicher Höhe, die Förderdauer beträgt fünf Jahre. Der Impuls- und Vernetzungsfonds ist ein zentrales Instrument der Helmholtz-Gemeinschaft, um schnell und flexibel Aktivitäten in den Mitgliedszentren und zentrenübergreifend anzustoßen.
Die vier neu geförderten Helmholtz-Allianzen sind:
Imaging and Curing Environmental Metabolic Diseases – ICEMED
Visualisierung und Therapie für umweltbedingte Stoffwechselerkrankungen
Umweltbedingte Stoffwechselerkrankungen wie Adipositas oder Typ 2 Diabetes gehören zu den größten Herausforderungen für das Gesundheitssystem moderner Gesellschaften. In der Helmholtz-Allianz „Visualisierung und Therapie Umweltbedingter Stoffwechselerkrankungen (ICEMED)“ werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus vier Helmholtz Zentren gemeinsam mit universitären Partnern, Biomedizinern und Experten der bildgebenden Techniken forschen und dabei auf hochauflösende MRI-Verfahren sowie ein weltweit einzigartiges MR-PET-Gerät mit 9,4 Tesla am Forschungszentrum Jülich zugreifen, die das Beobachten von Stoffwechselvorgängen im Gehirn ermöglichen. Dabei sollen bislang unbekannte pathophysiologische Wirkmechanismen untersucht und Wirkstoffe zur Behandlung und Prävention von Adipositas und Typ 2 Diabetes entwickelt werden. Die Allianz deckt die Spannbreite von der Grundlagenforschung bis zu klinischen Studien ab.
Projektvolumen: 30 Mio. Euro
Helmholtz Zentren:
Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt
Forschungszentrum Jülich
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
Deutsches Krebsforschungszentrum
Externe Partner: Universität Köln, University of Cambridge, Universität Leipzig, Yale University, Charité, Berlin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Lübeck, Heinrich-Heine Universität Düsseldorf, Eberhard Karls Universität Tübingen, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg, Universität Duisburg-Essen, RWTH Aachen, Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften, Leipzig, Sanofi-Aventis GmbH, Frankfurt

Wissenschaftlicher Koordinator: Prof. Dr. Matthias Tschöp, Helmholtz Zentrum München und Prof. N. Jon Shah, Forschungszentrum Jülich

Robotic Exploration of Extreme Environments ROBEX
Robotische Erkundung unter Extrembedingungen
Die Helmholtz-Allianz ROBEX bringt Erfahrungen aus Monderkundung und Tiefseeforschung zusammen. Ziel ist es, Technologien zu identifizieren, zu entwickeln und zu testen, die die Erforschung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen wie die Tiefsee, die Polargebiete aber auch auf anderen Planeten erlauben. Im Fokus steht der Aufbau einer modularen robotischen Infrastruktur, die teilweise autonom funktioniert.
Projektvolumen: 30 Mio. Euro
Helmholtz-Zentren:
Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
GEOMAR | Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
Externe Partner: MARUM, Universität Bremen, Jacobs University Bremen, Technische Universität München, Technische Universität Kaiserslautern, Technische Universität Berlin, Technische Universität Dresden, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)

Wissenschaftliche Koordination: Prof. Dr. Karin Lochte, AWI

Remote Sensing and Earth System Dynamics
Fernerkundung und Dynamik des Erdsystems
Ziel dieser Helmholtz-Allianz ist die Entwicklung innovativer Satellitenprodukte, wie sie von einer neuen Generation von Fernerkundungs-Satelliten geliefert werden können. Dabei gilt es, dynamische Prozesse in der Hydro-, Geo-, Kryo- und Biosphäre zu quantifizieren, um globale Umweltveränderungen zu beobachten und zu verstehen. Künftige weltraumgestützte Fernerkundungssysteme werden hierfür entscheidende Daten in bisher nicht dagewesener räumlicher und zeitlicher Auflösung liefern. Die vier Forschungsschwerpunkte sind Biosphäre (insbesondere Erfassung der Wälder und Biomasseveränderungen, Kohlenstoffkreislauf), Geosphäre (topographische Veränderungen, Erdbeben und Vulkanismus), Hydrosphäre (Bodenfeuchte, Wasserkreislauf) und Kryosphäre (Eisschmelze, Permafrost). Die Allianz wird die Kooperation zwischen den Forschungsbereichen ‚Weltraum’ und ‚Erde und Umwelt’ ausbauen und stärken sowie den Nukleus eines innovativen Netzwerks von mehr als 60 international anerkannten Forschungszentren bilden.
Projektvolumen: 20 Mio. Euro
Helmholtz-Zentren:
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ
Forschungszentrum Jülich
Helmholtz Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt
Karlsruher Institut für Technologie
Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung
GEOMAR | Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
Externe Partner: Max-Planck-Institut für Meteorologie (Hamburg), Technische Universität München, Friedrich Schiller Universität Jena, Universität Innsbruck, Forest Stewardship Council FSC (Bonn), Swiss Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich), Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Universität Potsdam, Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe BGR (Hannover), Philipps-Universität Marburg, KlimaCampus Universität Hamburg

Wissenschaftliche Koordination: Prof. Dr. Alberto Moreira, DLR / Prof. Dr. Irena Hajnsek, DLR/ETHZ

Liquid Metal Technologies (LIMTECH)
Flüssigmetalltechnologien
Das Gebiet der Flüssigmetalltechnologien überrascht durch seine Bandbreite an Grundlagen– und angewandten Forschungsthemen. Sie umfassen die Hochtemperatur-Energieübertragung, zum Beispiel in konzentrierenden solarthermischen Kraftwerken, Flüssigmetallbatterien, die Herstellung von Solar-Silizium, die CO2-freie Wasserstofferzeugung, den Einsatz von Flüssigmetalltargets in Neutronenquellen und Transmutationsanlagen, Anwendungen in Metallurgie, Metallguss und Kristallzüchtung sowie grundlegende Laborexperimente zur Geo- und Astrophysik. Erst seit wenigen Jahren existieren zuverlässige Messverfahren zur detaillierten Vermessung der Strömungseigenschaften in Flüssigmetallen, die entscheidende Erkenntnisgewinne ermöglichen und den sicheren Betrieb von Flüssigmetallanlagen gewährleisten. Diese Entwicklungen sollen in der Helmholtz-Allianz LIMTECH gezielt ausgebaut werden. LIMTECH bündelt die vor allem an HZDR und KIT und mehreren Universitäten gewachsene Kompetenz in dem Bereich der Flüssigmetalltechnologien, um bei einer Reihe technologischer Aufgaben entscheidende Durchbrüche zu erzielen. Im Vordergrund stehen dabei Fragen zur Erhöhung der Energie- und Ressourceneffizienz.
Projektvolumen: 20 Mio. Euro
Helmholtz-Zentren:
Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR)
Karlsruher Institut für Technologie
Forschungszentrum Jülich
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
Externe Partner: Technische Universität Ilmenau, Technische Universität Dresden, Leibniz Universität Hannover, TU Bergakademie Freiberg, Universität Potsdam, Georg-August-Universität Göttingen, RWTH Aachen, Institute of Physics Riga, Latvia, Coventry University, UK
Wissenschaftlicher Koordinator: Dr. Gunter Gerbeth, HZDR

Mehr Informationen zum Instrument der Helmholtz-Allianzen: http://www.helmholtz.de/pakt_fuer_forschung_und_innovation/impuls_und_vernetzungsfonds/helmholtz_allianzen/

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit fast 34.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 3,4 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).
Ansprechpartner für die Medien:

Dr. Antonia Rötger
Pressereferentin
Tel.: 030 206 329-38
presse@helmholtz.de
Janine Tychsen
Pressereferentin
Tel.: 030 206 329-24
janine.tychsen@helmholtz.de
Kommunikation und Medien
Büro Berlin
Anna-Louisa-Karsch-Straße 2
10178 Berlin

Angela Bittner | Helmholtz-Gemeinschaft
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Fast jeder vierte Hochschulabschluss ist ein Master
30.09.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Digitaler Wandel kommt im Bildungsbereich an
25.08.2016 | Technologiestiftung Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie