Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vier neue DFG-Forschergruppen

09.02.2012
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet vier neue Forschergruppen ein. Dies beschloss der Senat der DFG auf seiner Februar-Sitzung in Bonn. Die neuen Verbünde sollen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Gelegenheit bieten, sich aktuellen und drängenden Fragen in ihren Fächern zu widmen und innovative Arbeitsrichtungen zu etablieren.
Wie alle DFG-Forschergruppen werden auch die neuen Einrichtungen orts- und fächerübergreifend zusammenarbeiten. Ihre Oberthemen sind die computergestützte Wissensrepräsentation, Struktur und Dynamik ökologischer Netzwerke, neue statistische Verfahren sowie Nano-Innovationen für die Optoelektronik.

In der ersten Förderperiode erhalten die neuen Forschergruppen über einen Zeitraum von drei Jahren insgesamt gut 6,8 Millionen Euro. Im Ganzen fördert die DFG damit 199 Forschergruppen.

Die neuen Gruppen im Einzelnen (alphabetisch nach Sprecherhochschule):

Ein zentrales Thema der Forschung im Bereich der Künstlichen Intelligenz ist die Wissensrepräsentation und die Inferenz, das heißt das computergestützte automatisierte Ziehen von Schlussfolgerungen aus Wissensbeständen. Bislang dominieren in diesem Feld qualitativ orientierte Ansätze. Ziel des Forschungsverbunds „Hybrid Reasoning for Intelligent Systems“, kurz HYBRIS, ist, qualitative und quantitative Formen des Schließens in neuer Weise miteinander zu kombinieren. Damit verbinden sich übergreifende Fragen der logikbasierten Wissensrepräsentation, die hier bewusst mit Blick auf mögliche Anwendungen von Theoretikern und von Experten aus Robotik und Bioinformatik gemeinsam bearbeitet werden.
(Sprecherhochschule: RWTH Aachen, Prof. Dr. Gerhard Lakemeyer)

„Networks on Networks: The Interplay of Structure and Dynamics in Spatial Ecological Networks“ ist das Thema einer neuen Forschergruppe, die Vertreter aus Physik und Biologie zusammenführt. Als Beispielsystem dienen der Gruppe ausgedehnte Futternetze des Meeres. Dabei interessiert die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie lokale Netze mit Netzwerken in anderen Habitaten zusammenspielen – hinsichtlich ihrer Ausdehnung und Struktur, ihrer Artenvielfalt und Populationsdynamik. Neben der Erhebung und Analyse empirischer Daten setzen die Forscher auf statistische Methoden zur Simulationen verknüpfter Netzwerke. In der Zusammenschau sollen die Dynamik der Lebensgemeinschaften ebenso wie die „Bewegungsgesetze“ von Arten betrachtet und für das Verständnis von Ökosystemen (und ihren Schutz) nutzbar gemacht werden.
(Sprecherhochschule: Technische Universität Darmstadt, Prof. Dr. Barbara Drossel)

Angesichts rasant wachsender Datenmengen – nicht nur in der Wissenschaft – kommt modernen statistischen Verfahren eine immer wichtigere Bedeutung zu. Die Forschergruppe „Structural Inference in Statistics: Adaption and Efficiency“ zielt darauf ab, mithilfe innovativer mathematischer und numerischer Ansätze und Methoden neue, leistungsfähige Verfahren zu entwickeln, die die Struktureigenschaften der zugrunde liegenden komplexen, hochdimensionalen Daten nutzen. Langfristiges Ziel der von Statistikerinnen und Statistikern aus Berlin, Hamburg und Potsdam gemeinsam verfolgten Initiative ist die Entwicklung eines generellen Konzepts, das eine automatische und simultane Anpassung an verschiedene, in den Daten vorhandene Strukturen erlaubt. Der Frage wird in grundlagenorientierter Sicht ebenso wie in der Anwendungsperspektive nachgegangen. (Sprecherhochschule: Humboldt-Universität Berlin, Prof. Dr. Markus Reiß)

Ein wichtiger Forschungszweig in der Nanotechnologie ist die Herstellung und Untersuchung von halbleitenden Nanodrähten („Nanowires“). Diese bieten großes Potenzial für zukünftige Anwendungen in elektronischen und optoelektronischen Bauelementen. Diese Möglichkeiten experimentell wie theoretisch auszuloten, ist das Anliegen der Forschergruppe „Dynamics and Interactions of Semiconductor Nanowires for Optoelectronics“. Dabei sollen vor allem die Interaktionen zwischen Nanodrähten und ihrer Umgebung und die gezielte Funktionalisierung der Nanodrähte untersucht werden. Dies verspricht wegweisende Einblicke in die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Nanodrähten und deren Anwendung in der Optoelektronik.
(Sprecherhochschule: Universität Jena, Prof. Dr. Carsten Ronning)

Weiterführende Informationen

Ausführliche Informationen über DFG-Forschergruppen finden sich unter:
www.dfg.de/for

Weitere Auskünfte geben die Sprecherinnen und Sprecher der neu bewilligten Gruppen.

Dr. Rembert Unterstell | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de/for

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise