Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verfahrenstechnik der Uni Bremen für weitere fünf Jahre Forschungspartner der USA

02.09.2013
Internationale Kooperation auf dem Gebiet der Nanotechnologie verlängert

Ob Lotuseffekt auf der Hauswand oder Reinigungspartikel in der Zahnpasta: Forschung auf dem Gebiet der Nanotechnologie liefert erst seit wenigen Jahren wichtige Innovationen in Bereichen wie Technik und Medizin.

Dabei sind ihre Forschungsgegenstände nur wenige Nanometer groß und mit dem bloßen Auge oder den meisten Mikroskopen nicht zu erkennen: Ein Nanometer ist nur einen Milliardstel Millimeter groß. Derzeit wächst das Interesse daran, herauszufinden, welche Auswirkungen die Entwicklungen der Nanotechnologie auf Körper und Umwelt haben.

Seit fünf Jahren arbeitet das Fachgebiet Mechanische Verfahrenstechnik im Fachbereich Produktionstechnik die Universität Bremen auf diesem Gebiet mit dem Zentrum für Grundlagenwissenschaften zu Auswirkungen von Nanotechnologie in der Umwelt (eng. CEIN) zusammen. Jetzt wurde der amerikanischen Forschungseinrichtung eine weitere finanzielle Förderung über fünf Jahre durch die amerikanische Forschungsgemeinschaft NSF und die amerikanische Umweltbehörde EPA bewilligt und damit die weitere Zusammenarbeit mit der Universität Bremen gesichert.

„Der Forschungsverbund ist international führend im hochaktuellen Forschungsbereich Nanomaterial-Biologie-Wechselwirkung. Die Beteiligung der Bremer Verfahrenstechnik ist eine ganz besondere Anerkennung für ihre geleistete Spitzenforschung“, betont Professor Kurosch Rezwan, Konrektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs. Mit der kürzlich bewilligten Förderung stehen dem CEIN für einen Zeitraum von insgesamt zehn Jahren 48 Millionen US$ zur Verfügung.

Die Universität Bremen ist dabei der einzige integrierte Forschungspartner außerhalb der USA und forscht gemeinsam mit der University of California Los Angeles (UCLA), der UC Santa Barbara, der UC Davis, der UC Riverside, der Columbia University, der Northwestern University, der University of New Mexico, der University of Texas El Paso und der University of Arizona.

Das Bremer Fachgebiet Mechanische Verfahrenstechnik und die Verfahrenstechnik am Institut für Werkstofftechnik (IWT) Bremen unter der Leitung von Professor Lutz Mädler stellen für das CEIN hoch spezifische Nanomaterialien her, die den amerikanischen Forscherinnen und Forschern ähnlich einer Forschungsbibliothek als Gegenstand dienen. In den vergangenen fünf Jahren war das Zentrum Vorreiter im Design und der Umsetzung von Hoch-Durchsatz-Verfahren (tausend Proben pro Woche) zur schnellen und preiswerten Untersuchung von quantitativen Struktur-Aktivitäts-Wechselbeziehungen. Übersetzt bedeutet das, dass Material- und „nano“-Eigenschaften und ihrer Wirkung auf die Umwelt untersucht wird.

Die Materialien aus Bremen dienen dabei zur Entwicklung und Kalibrierung dieser Verfahren, aber auch zum größten Teil zur Erforschung von Wirkmechanismen. Dabei werden bei den amerikanischen Partnern Zell- und Bakterienexperimente, aber auch Experimente mit Wasserflöhen, Fischen, Seeigeln und Nutzpflanzen wie Zucchini oder Mais durchgeführt. Innerhalb des CEIN werden diese Materialien mit natürlich vorkommenden Nanopartikeln verglichen, wie sie zum Beispiel bei jeder Verbrennung entstehen, um deren Transport, Aggregationsverhalten und Stabilität in Boden, Wasser und Luft abzuschätzen. Damit wird die geschaffene Plattform ausgebaut, auf der verschiedene Disziplinen eine wissenschaftlich voraussagbare Toxizität erarbeiten, die die physikalisch-chemischen Eigenschaften von Nanomaterialien und deren Wechselwirkungen mit ökologischen Lebensformen an der Nano-Bio-Grenzfläche beinhaltet.

Dabei stehen neuartige quantitative Struktur-Eigenschafts-Beziehungen der Materialien mit biologischen Medien und Lebensformen im Mittelpunkt, die zu Risikoabschätzungen und einem sichereren Umgang mit der Nanotechnologie dringend notwendig sind. Weiterhin werden diese Erkenntnisse neue Forschungsziele definieren und ein schrittweises Verständnis dieser komplexen Interaktionen ermöglichen. „Die umfassende und multiskalige Herangehensweise in diesem Forschungsverbund ist einzigartig. Die bisher hervorragende Zusammenarbeit ist ein großer Ansporn in den kommenden fünf Jahren weitere neue, bahnbrechende Erkenntnisse zu erarbeiten“, sagt Lutz Mädler.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Prof. Dr.-Ing. habil. Lutz Mädler
Mechanische Verfahrenstechnik
Stiftung Institut für Werkstofftechnik (IWT)
Fachbereich Produktionstechnik (FB 4)
Tel.: +49-421-218-51200
E-Mail: lmaedler@iwt.uni-bremen.de

Angelika Rockel | idw
Weitere Informationen:
http://www.iwt-bremen.de
http://www.cein.ucla.edu/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften